Die aktuellen Projekte der Geschichtswerkstatt:

Soziales Projekt: Begleitung der Zeitzeugen in Würde

Unsere Fotos zeigen die Helfer bei der Verladung und Sortierung der Lebensmittel und einen Blick in einen Seniorennachmittag in der Geschichtswerkstatt.

Durch die Weitergabe ihrer Lebensgeschichten leisten die Zeitzeugen einen unverzichtbaren Beitrag, um die Schrecken des Zweiten Weltkrieges vor dem Vergessen zu bewahren. Die Zeitzeugen sollten jedoch auch mit ihren aktuellen Problemen nicht allein gelassen werden. Aus diesem Gedanken heraus startete vor drei Jahren das Projekt „Begleitung der Zeitzeugen in Würde“, das den Zeitzeugen unterschiedliche Bildungs- und Freizeitangebote sowie praktische Unterstützungsangebote bietet. Die Projektangebote richten sich gleichermaßen an alle Zeitzeugengruppen des Vernichtungskrieges, d.h. sowohl an ehemalige Ghetto- und KZ-Häftlinge als auch an ehemalige Ostarbeiter, Überlebende von vernichteten Dörfern, Partisanen etc..

Im April 2010 läuft die Förderung durch die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ für das Projekt „Begleitung der Zeitzeugen in Würde“ aus. Die Weiterführung soll durch einen Neuantrag bei der Stiftung, einen Zuschuss der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau sowie private Spenden gesichert werden.

 

Ort:                     Geschichtswerkstatt und IBB Minsk

Termin:              ganzjährig

Leitung:              Peter Junge-Wentrup, Viktor Balakirew, Marina Batschilo

Begleitung der Zeitzeugen in Würde: Lebendiger Treffpunkt

Für ältere Menschen gibt es in Belarus nur wenige Weiterbildungs- und Freizeitangebote. Die im Rahmen des Projektes in der Geschichtswerkstatt angebotenen Interessenszirkel erfreuen sich daher großer Beliebtheit, weil sie den alten Menschen die Möglichkeit geben, ihre Talente zu pflegen und gleichzeitig miteinander zu kommunizieren. Derzeit gibt es über 10 Interessenszirkel, wie „Handarbeit“, „Deutsch“, „Schach und Dame“, „Filme meiner Jugend“ u. a.

Von besonderer Bedeutung für die Zeitzeugen sind außerdem die Tage des Jubilars, an dem runde Geburtstage gemeinsam gefeiert werden, sowie regelmäßige Ausflüge zu Gedenkstätten und historischen Sehenswürdigkeiten in Belarus, an denen sich sowohl Zeitzeugen als auch junge Menschen beteiligen, die im Projekt aktiv mitarbeiten. Bei den regelmäßigen Treffen erzählen die einander ihre Lebensgeschichten, lernen interessante Menschen kennen und diskutieren aktuelle Ereignisse in Belarus und in der Welt. 

 

Ort:                     Geschichtswerkstatt und IBB Minsk

Termin:              ganzjährig

Leitung:              Peter Junge-Wentrup, Viktor Balakirev, Marina Batschilo


Begleitung der Zeitzeugen in Würde: Freiwilligendienst

Alte Menschen leiden häufig an dem fehlenden Kontakt mit jungen Menschen. Die Mitwirkung von jungen Freiwilligen ist daher ein zentraler Bestandteil des Projektes. Die Freiwilligen treffen sich in der Geschichtswerkstatt mit den Zeitzeugen, zeichnen ihre Lebensgeschichten auf und tragen hierdurch zur Entwicklung der Erinnerungskultur in Belarus bei.

Eine weitere Aufgabe der Freiwilligen besteht darin, besonders bedürftige Zeitzeugen mindestens einmal pro Monat zu Hause zu besuchen, um ihnen Hilfe bei der Lösung  von Alltagsproblemen, wie Reinemachen, Besorgungen etc. zu leisten. Auch für die Jugendlichen ist die Mitwirkung am Projekt ein Gewinn, denn sie haben die einzigartige Möglichkeit, den Zeitzeugen mit ihren wichtigen Lebenserfahrungen Fragen zu stellen und kreative Ideen in die Arbeit mit diesen alten Menschen einzubringen. Durch regelmäßige Supervisionstreffen und Psychodramasitzungen lernen sie zudem für die soziale Arbeit wichtige Methoden der Verarbeitung des Gehörten kennen und können im Rahmen der regelmäßigen Freiwilligenforen ihre Arbeit präsentieren und sich mit Jugendlichen und Experten aus anderen sozialen Projekten austauschen.  

 

Ort:                     Geschichtswerkstatt/Stadt Minsk

Termin:              ganzjährig

Leitung:              Peter Junge-Wentrup, Viktor Balakirev, Marina Batschilo, Fred Dorn


Soziales Projekte „Alte helfen Alten“

Zusätzlich zum Projekt „Begleitung der Zeitzeugen in Würde“ übernimmt die Geschichtswerkstatt in 2010 das von einer Lüneburger Initiative bereits in den 1990er Jahren gegründete Projekt „Alte helfen Alten“.

Dank der Spenden von vor allem deutschen Rentnern erhalten hier Bedürftige alte Menschen aus dem Minsker Stadtbezirk Frunse in der Nähe der Geschichtswerkstatt monatlich eine finanzielle Unterstützung zur Verbesserung ihrer Lebensqualität. Durch die Anbindung des Projektes an die Geschichtswerkstatt soll nicht nur die langfristige Weiterführung dieses Projektes gesichert werden, sondern die Arbeit mit den alten Menschen perspektivisch auch um die in der Arbeit mit den Zeitzeugen bewährten Methoden der Zirkelarbeit und der Zusammenarbeit mit jungen Freiwilligen erweitert werden.

 

Ort:                     Geschichtswerkstatt und IBB Minsk

Termin:              ganzjährig

Leitung:              Peter Junge-Wentrup, Viktor Balakirew, Marina Batschilo, Ludmila Timoschischina

 

Internationales Kolloquium „Psychiatriemorde in Belarus“

In den Jahren 1939 bis 1945 sind mindestens 300 000 psychisch kranke und geistig behinderte Menschen den verschiedenen Formen der nationalsozialistischen „Euthanasie“ zum Opfer gefallen. Während sich für Deutschland, Österreich und einige angeschlossene Gebiete die Zahl der Opfer annäherungsweise schätzen lässt, ist über die ermordeten Patienten und Patientinnen in Belarus sowohl bezüglich der quantitativen Dimension als auch der Systematik der Durchführung der Tötungen bisher wenig bekannt.

Eine an der Universität des Saarlandes gebildete deutsch-belarussische Forschergruppe hat daher in Kooperation mit dem IBB Dortmund und der Geschichtswerkstatt in 2009 zunächst die in der belarussischen wie in der ausländischen Forschung bis heute kaum bzw. überhaupt nicht verwendeten Archivbestände gesichtet, um relevante Akten aufzuspüren und für Wissenschaftler und interessierte Personen zugänglich zu machen. Im Kolloquium sollen die ersten Ergebnisse dieser gemeinsamen deutsch-belarussischen Forschungsarbeit vorgestellt werden

 

Zeit:                                   Juli

Orte:                                  Bielefeld

Leitung                              Peter Junge-Wentrup, Herbert Wohlhüter, Dr. Viktor Balakirew, Dr, Kusma Kosak, Prof. Rainer Hudemann, Dr. Alexander Friedmann


Präsentation der Unterrichtshilfe „Gerettetes Leben: Leben und Überleben im Minsker Ghetto und Vernichtungslager Trostenez“

Während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg wurden in Belarus über 300 Ghettos eingerichtet und über 800.000 Juden von den Nazis ermordet. Gleichwohl vermochten über 200.000 Juden die nationalsozialistische Vernichtungspolitik zu überleben. Dies wurde nicht zuletzt dadurch ermöglicht, dass zahlreiche Belarussen ihr eigenes Leben riskierten, indem sie jüdische Kinder aufnahmen, verfolgte Juden versteckten oder ihnen bei der Flucht zu den Partisanen halfen. Die Berichte der überlebenden Zeitzeugen sind wertvolle Dokumente, welche den jungen Generationen anschaulich die Schrecken des Zweiten Weltkrieges und ihre Auswirkungen auf das Leben einzelner Menschen vermitteln können. Die Unterrichtshilfe zeigt, wie verschriftlichte Interviews gemeinsam mit anderen Quellen im Schulunterricht eingesetzt werden können, und gibt Anregungen, wie Lehrer mit ihren Schülern selbständig Interviews mit Zeitzeugen führen können. Die Unterrichtshilfe und die Veranstaltung sollen damit auch einen Anstoß zur intensiveren Beschäftigung mit dem Ansatz der Oral History in Belarus geben.

 

Verfasser:                        Fred Dorn, Dr. Kusma Kozak, Alesja Belanowitsch

Zeit:                                   19. März


Spendenaktion des IBB in diesem Jahr für "Altern in Würde"

Seinem Projekt „Altwerden in Würde“ widmet das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk Dortmund im Jahr 2009 seinen Weihnachts-Rundbrief: Auf vier Seiten werden die Aktivitäten im Dienste der Völkerverständigung und Versöhnung dargestellt. Das Projekt der Geschichtswerkstatt Minsk, betreut von Fred Dorn, wird erst möglich durch die Unterstützung wohlwollender Spender. 

Den Spendenbrief finden Sie hier.


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