Die Ausstellung in Kassel vom 4. bis 10. Juni 2011

De Wanderausstellung "25 Jahre nach Tschernobyl - Menschen - Orte - Solidarität" war vom 4. bis 10. Juni 2011 in der Sporthalle der alten Nachrichtenmeisterei in der Nähe des Kasseler Hauptbahnhofs zu sehen. Den ausführlichen Flyer finden Sie hier.

Oberbürgermeister Bertram Hilgen hat die Schirmherrschaft übernommen

09.06.2011

Impressionen von der Ausstellungseröffnung in Kassel

Rus TV, das russische Fernsehen in Hessen, hat diesen Beitrag über die Eröffnung der Ausstellung "25 Jahre nach Tschernobyl - Menschen - Orte - Solidarität" am 4. Juni 2011 in Kassel gedreht und ins Netz gestellt. Motto des privaten Senders: Integration durch Medien.

09.06.2011

Interview mit Nicole Maisch (MdB Bündnis 90/ Die Grünen) in Kassel

RusTV, das russische Fernsehen in Hessen, hat dieses Interview mit der Bundestagsabgeordneten Nicole Maisch gedreht und ins Netz gestellt.

05.06.2011

Interview mit Wassilij Tkachev am Rande der Ausstellung in Kassel

Rus TV, das russische Fernsehen in Hessen, hat dieses Interview mit dem Zeitzeugen Wassilij Tkachev am Rande der Ausstellung "25 Jahre nach Tschernobyl - Menschen - Orte - Solidarität" am 5. Juni 2011 in Kassel gedreht und ins Netz gestellt. Tkachev erzählt von seinem ersten Besuch in Pripjat, der gespenstisch verlassenen Stadt und von seinem Einsatz als Hubschrauberpilot in der Tschernobyl. "Ich werde oft gefragt, ob ich wieder fliegen würde. Ehrlich gesagt, ich würde fliegen." 

05.06.2011

Eröffnung der Ausstellung in der alten Nachrichtenmeisterei in Kassel

Torben Schmitt vom Trägerkreis Kassel begrüßt die Gäste...

Stadträtin Brigitte Bergholter spricht in Vertretung des Schirmherrn.

Nachdenkliche Worte findet Bundestagsabgeordnete Nicole Maisch.

Olga Rensch (IBB Dortmund) erläutert die Ausstellung.

Zeitzeuge Vasilj Tkachev berichtet aus seiner Erinnerung.

Diese Dia-Show startet automatisch. Durch Klick auf die Pfeile können Sie im eigenen Tempo blättern. Durch einen Klick auf die Mitte des Startfotos können Sie die Darstellung vergrößern. Die Fotos hat uns freundlicherweise Herr Rensch zur Verfügung gestellt.

Jüngster Besucher verschläft die Eröffnung der Ausstellung in Kassel

Gerade die junge Generation der Unter-30-Jährigen ansprechen und aufklären – das ist ein besonderes Herzensanliegen der Ausstellung „25 Jahre nach Tschernobyl – Menschen – Orte – Solidarität“: Das Konzept ging bereits voll auf. Schulklassen und Konfirmandengruppen griffen die Gelegenheit in vielen Orten beim Schopfe, informierten sich und befragten die Zeitzeugen nach ihren Erfahrungen und ihren Leiden.
Strahlendes Erbe für die nächste Generation

In Kassel, wo die Ausstellung am Samstag, 4. Juni 2011, in der alten Sporthalle der Nachrichtenmeisterei eröffnet wurde, war der wohl mit Abstand jüngste Gast bei der feierlichen Eröffnung: Der nur wenige Wochen junge Säugling verschlief allerdings die Ansprachen  – obwohl sich mehrere Redner doch gerade auf seine Zukunft bezogen: Die Frage der Atommüllentsorgung, so erinnerte Nicole Maisch, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90 / Die Grünen in ihrer Ansprache, sei bei weitem nicht geklärt und immer noch ein ernstes Problem, das vielen kommenden Generationen hinterlassen werde. Es sei nachgerade so, als ob die heutige Eltern- und Großelterngeneration eine Party feiere, und die Aschenbecher und leeren Flaschen gedankenlos ins Kinderzimmer räume.

Torben Schmitt begrüßt hoch interessierte Gäste
Zu Beginn hatte Torben Schmitt vom Trägerkreis Kassel die rund 50 hoch interessierten Gäste und den Zeitzeugen Vasily Tkachev begrüßt. Die zweite Zeitzeugin, Alewtina Mankowa, hatte bedauerlicherweise kurzfristig absagen müssen, weil sie sich den Arm gebrochen hatte. Olga Rensch vom IBB Dortmund, das die Ausstellung realisiert hat, erläuterte in einer kurzen Ansprache das Konzept der Präsentation, die sich gegen das Verdrängen und Vergessen wendet und die Erinnerungen der Menschen – Zeitzeugen wie Ausstellungsbesucher – in den Mittelpunkt stellt. Die Ausstellung spannt den Bogen von den folgenschweren Ereignissen 1986 über die Leidensgeschichten der betroffenen Liquidatoren und Umsiedler bis zur Dokumentation der europaweiten Solidaritätsbewegung, die nach 1986 entstanden ist.

Melancholische Klänge umrahmen die Eröffnungsfeier

Im Anschluss daran sprach Brigitte Bergholter, Kasseler Stadträtin, als Vertreterin des Schirmherren, Oberbürgermeister Bertram Hilgen. Gennadi Bunchis umrahmte die Eröffnungsveranstaltung mit melancholischen Akkordeonklängen.

Zeitzeuge Tkachev beantwortet viele Fragen 

Die Gelegenheit, mit Vasilj Tkachev einen Augenzeugen der Reaktorkatastrophe zu befragen, ließen sich die Zuhörerinnen und Zuhörer nicht nehmen. Er schilderte, wie die nur notdürftig informierten Soldaten an den Unglücksreaktor beordert wurden, mit welchen Mitteln sie verzweifelt versuchten, das Austreten der Strahlung zu stoppen und wie die  Männer Pripjat erlebten in diesen ungewöhnlich heißen Frühlingstagen Ende April 1986. Viele Besucher hatten so viele Fragen an den Zeitzeugen, dass die Zeit verging wie im Fluge.

Für den Sonntagabend hatte der Trägerkreis Kassel ein Benefizkonzert zugunsten des Kindererholungszentrums Nadeshda organisiert.

Die Ausstellung ist noch bis Freitag, 10. Juni 2011, in Kassel zu sehen.

Besucher: 420

Schüler-/ Personengruppen: 16

Lebhaftes Medienecho in Kassel und Umgebung

Die HNA berichtet am 5. Juni 2011 unter der Überschrift: "Man hat nicht viel gelernt". 

Veranstaltungen des Trägerkreises Kassel

Ausstellungseröffnung:
Zur Ausstellungseröffnung am Samstag,4. Juni 2011, um 18:00 Uhr sind VertreterInnen der Stadt Kassel und des Trägerkreises sowie die Bundestagsabgeordnete und verbraucherpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, Nicole Maisch, als RednerInnen eingeladen. Im Anschluss fi ndet ein erster gemeinsamer Rundgang durch die Ausstellung statt.
Benefizveranstaltung für das Kindererholungszentrum NADESHDA
Am Sonntag, 5. Juni 2011, laden die Freunde des Gesundheits- und
Bildungszentrums Nadeshda zu einer Benefizveranstaltung in die
evangelische Kirche Ihringshausen ein:
17:00 Uhr Abendgottesdienst mit Pfarrer Detlef Küllmer
18:30 Uhr Benefizkonzert, u.a. mit Werken von Johannes Brahms,
Antonin Dvorak und Felix Mendelssohn-Bartholdy
20:00 Uhr Gespräch mit Liquidatoren, Austausch und Information
bei kleinen Speisen und Getränken
Wunden heilen langsam
Für den Zeitraum der Tschernobyl-Ausstellung werden ausgesuchte Kunstwerke des Arztes und Malers Dietrich Wegener gezeigt. Er hat das Schicksal dreier Mädchen aus dem Kindererholungszentrum NADESHDA verarbeitet und in bewegenden
Aquarell-Bildern festgehalten.

Zeitzeuge Vasily Tkachev zu Gast in Kassel

„Ich erinnere mich immer noch an meine Empfindung, wenn wir mit der Besatzung durch die Stadt Pripjat gingen ... Damals schoss mir der Gedanke durch den Kopf:
‚So ist das wahrscheinlich auch nach der Explosion einer Neutronenbombe ...‘ Die
Stadt schien lebendig und war zur gleichen Zeit tot: Da hing die getrocknete Wäsche auf den Balkonen der Häusern, es gab Autos, es gab sogar einen Kinderwagen in der Nähe von einem Eingang, aber in der Stadt war nicht eine einzige lebendige Seele, keine Katze, kein Hund ... Nur in der Ferne konnte man
das Dröhnen der Hubschraubermotoren hören, die über die Station fl ogen. Ansonsten leuchtende Sonne und blühende Bäume. Selbst ich, ein Mann des Militärs, war irgendwie alarmiert. “

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