Das Förderprogramm Belarus

Das Förderprogramm Belarus ist ein zentrales Element deutscher Entwicklungszusammenarbeit in Belarus. Das IBB Dortmund setzt es im Auftrag der GIZ mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) um.

Das Programm umfasst:

  • die Förderung und Begleitung deutsch-belarussischer Partnerschaftsprojekte, die einen Know-how-Transfer nach Belarus gewährleisten
  • Maßnahmen für ein nachhaltiges capacity building bei relevanten stakeholdern in Belarus (Trainings, Seminare)
  • die Beratung von Behörden bei der Implementierung von Reformen, die die Kooperation zwischen Zivilgesellschaft und Staat nachhaltig stärken

Die thematischen Schwerpunktbereiche des Programms sind:

  1. Entwicklung sozialer Partnerschaft sowie Innovationen im Gesundheits- und Sozialsystem;
  2. Nachhaltige regionale Entwicklung und Ressourcenschonung, insbesondere im ländlichen Raum (und in diesem Kontext förderungswürdig sind auch Projekte zur Ressourcenschonung und Energieeffizienz sowie Bildungsprojekte zur Nachhaltigen Entwicklung

Projektkoordination:

Hanna Robilka
robilka@ibb-d.de
Tel: +49 (0) 231-952096 30
Olga Rensch-Wetzel
rensch@ibb.by
Tel: 00 375 - 1 72 - 70 39 96
Martin Schön-Chanishvili
schoen@ibb.by
Tel: 00 3 75 - 1 72 - 07 49 72

Kurze Informationen im Überblick finden interessierte Initiativen hier.

Alle erforderlichen Unterlagen und Formulare für Ihre Bewerbung um Fördermittel, sowie Hintergrundinformation und die ausführliche Auschreibung finden Sie hier

Förderprogramm Belarus startet in der siebten Phase mit 21 Projekten

Bildungsbausteine bietet das IBB Dortmund im Rahmen des Förderprogramms Belarus regelmäßig an - wie hier zuletzt im Februar 2015 in Minsk.

In der siebten Phase des Förderprogramms Belarus haben Projektpartner aus Belarus und Deutschland im Oktober 2014 insgesamt 21 Projekte in Angriff genommen. Schwerpunktmäßig geht es diesmal um die Entwicklung sozialer Partnerschaft und um die Förderung der Nachhaltigen Entwicklung in den Regionen, insbesondere im ländlichen Raum.

Bis zum Ende der Projektlaufzeit im September 2016 sollen 21 ehrgeizige Projektziele Wirklichkeit geworden sein: So soll zum Beispiel ein Methoden-Handbuch veröffentlicht werden über ambulante Dienstleistungen für Familien mit behinderten Kindern. Eine Minsker diakonische Einrichtung entwickelt dazu gemeinsam mit den Bodelschwinghschen Anstalten Bethel ambulante Dienstleistungen für Familien mit schwer- und mehrfachbehinderten Kindern weiter, so dass diese in Zukunft staatlich gefördert werden könnten. 

Im Gebiet Mogiljev will die lokale Agenda-Initiative einen historischen Postweg für die touristische Infrastruktur erschließen und ein Museum aufbauen und so die Umsetzung der lokalen Strategie für lokale nachhaltige Entwicklung vorantreiben.

Alle Projekte werden jeweils gemeinschaftlich von deutschen und belarussischen Partnern verwirklicht, möglichst in Kooperation mit Behörden in Belarus. Auf beiden Seiten engagieren sich überwiegend Vereine und nichtstaatliche Organisationen, teilweise auch kirchliche Gruppen und Stiftungen.   

Für die deutschen und belarussischen Projektpartner organisiert das IBB Dortmund auch in der siebten Phase Workshops und andere Bildungsbausteine: Ende November 2014 widmete sich ein erstes Seminar in der IBB „Johannes Rau“ Minsk den Anforderungen an die Berichterstattung und Dokumentation der Projekte. Ein zweites Seminar mit Workshop-Einheiten im Februar 2015 diente dem Erfahrungsaustausch über Trends im Sozialbereich und in der Nachhaltigen Entwicklung.  

Das IBB Dortmund betreut das Förderprogramm Belarus seit 2002 im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). 

Eine Übersicht über alle geförderten Projekte der siebten Phase finden Sie hier.

12.02.2012

Rückblick auf zehn Jahre Partnerschaftsprogramm Belarus

Peter Junge-Wentrup, deutscher Direktor der IBB "Johannes Rau" in Minsk, lobte das hohe Kompetenz-Niveau der Akteure.
Dr. Viktor Balakirev, belarussischer Direktor der IBB "Johannes Rau" Minsk, lobte den Know-how-Transfer auf Augenhöhe.
Dr. Astrid Sahm, Leiterin des Förderprogramms Belarus, (Foto oben) und Mitarbeiter Martin Schön (Foto unten) berichteten über ihre Erfahrungen in der Praxis. Fotos: Evgenij Pomytkin

Am Freitag, 10. Februar 2012, wurde in der Internationalen Bildungs- und Begegnungsstätte „Johannes Rau“ Minsk (IBB Minsk) die Konferenz „Perspektiven sozialer Partnerschaft“ eröffnet. Die Veranstaltung präsentiert die Ergebnisse deutsch-belarussischer Partnerschaftsprojekte im Rahmen der fünften Etappe des Förderprogramms Belarus „Grenzen überwinden“ der deutschen Bundesregierung, die im März 2012 abgeschlossen wird. Ein weiterer Fokus der Veranstaltung ist die strategische Weiterentwicklung einer Partnerschaft zwischen belarussischer Zivilgesellschaft, staatlichen Strukturen und der Wirtschaft.  

In den zehn Jahren seines Bestehens wurden im Förderprogramm Belarus circa 180 Projekte durchgeführt. Allein in der letzten Phase nahmen 42 Projekte am Förderprogramm teil. Diese beschäftigten sich mit den Themenbereichen Energieeffizienz & erneuerbare Energien, Erwachsenenbildung, nachhaltige regionale Entwicklung und Soziales. 

„Zentral für alle Projekte ist die Partnerschaft zwischen deutschen und belarussischen Initiativen“, erläutert Peter Junge-Wentrup, Geschäftsführer des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerks Dortmund (IBB Dortmund).  „Diese Partnerschaften zwischen belarussischen und deutschen Organisationen leben von der Eigeninitiative der Beteiligten. Wichtig ist für uns, dass sie sich auch unabhängig vom Förderprogramm weiterentwickeln. Die zivilgesellschaftlichen Akteure sind auf einem sehr hohen Kompetenz-Niveau angekommen, und inzwischen haben wir es hier mit einem sehr vernetzten Prozess zu tun, in den zusätzlich zu den Initiativen auch Vertreter von Behörden, Kirchen und Wirtschaft involviert sind. Das macht diesen Kooperationsprozess noch erfolgreicher.“  

Junge-Wentrup sprach allen deutschen und belarussischen Politikern, die sich für das Förderprogramm Belarus einsetzen, seine Dankbarkeit aus: „Ungeachtet aller politischen Meinungsverschiedenheiten und des Aussetzen des Dialogs haben Vertreter der Politik verstanden, dass eine Volksdiplomatie, wie sie in unseren Projekten besteht, bewahrt werden muss.“ 

Seine Hoffnung für eine Fortsetzung des konstruktiven Dialogs brachte auch Sergej Malinovskij, stellvertretender Leiter der Abteilung Europa, und Abteilungsleiter für bilaterale Zusammenarbeit des belarussischen Außenministeriums, zum Ausdruck: „Die zahlreichen Kontakte zwischen unterschiedlichen belarussischen und deutschen Strukturen und die zuverlässigen menschlichen Beziehungen sind das Fundament einer Weltgemeinschaft und wahrer freundschaftlicher Beziehungen zwischen Staaten.“

Christof Weil, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Belarus, lobte das Erfolgsrezept des Förderprogramms: „Vertrauen bilden- über Grenzen hinweg- das ist das wichtigste überhaupt, viel wichtiger als Geldmittel; ein nachhaltiger Fortschritt in der Sache wird dann erreicht, wenn sie institutionalisiert wird;  sektoren- und grenzüberschreitende Zusammenarbeit und die Anwendung des Subsidaritätsprinzips, wie Sie es tun- also, den Partner zu wählen, der dem Problem am nächsten steht- all dies macht das Erfolgsrezept Ihrer Arbeit aus.“

Viktor Balakirev, der belarussische Direktor des IBB Minsk, unterstrich, dass im Förderprogramm Belarus, im Gegensatz zu traditioneller humanitärer Hilfe, das Teilen von Know-How und innovative Herangehensweisen im Vordergrund stehen: „Hunderte deutscher Initiativen pflegen seit den 1990ern Kontakte zu belarussischen Partnern. Früher haben sie uns, um es einmal metaphorisch auszudrücken, Fisch mitgebracht; dank des Förderprogramms haben wir jetzt eine Angel erhalten, mit deren Hilfe wir unsere Projekte selbst realisieren und Einfluss auf verschiedene Bereiche nehmen können. Der Wert der Partnerschaft innerhalb des Förderprogramms liegt in den Möglichkeiten, die der Austausch von Erfahrung, Wissen und Experten mit sich bringt.“

Astrid Sahm, ehemalige deutsche Direktorin der IBB Minsk und Leiterin der fünften Etappe des Förderprogramms Belarus, erläuterte die Entwicklungsdynamik im Förderprogramm: „Einerseits bleiben die Grundziele des Förderprogramms – grenzüberschreitende und intersektorale Zusammenarbeit sowie Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung. Andererseits lässt sich im Verlauf der einzelnen Phasen des Programms eine dynamische Entwicklung beobachten: Heute reden wir nicht mehr über ein Ingangbringen des Dialogs zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Einrichtungen in Einzelprojekten. Vielmehr haben wir einen ständigen Dialog angeregt und begleitet, der Gewähr leistet, dass es nicht nur eine spontane, sondern systematische Partnerschaft in den Bereichen gibt, mit denen sich das Förderprogramm auseinandersetzt. Um ein konkretes Beispiel zu nennen: in allen belarussischen Regionen wirken  jetzt gesellschaftliche Räte für Agrotourismus.“ 

Igor Karpenko, stellvertretender Vorsitzender des Minsker Exekutivkomitees, sicherte den Zuhörern, die Partnerschaft der Stadtverwaltung zu: „Das Stadtexekutivkomitee ist bereit, das Förderprogramm zu unterstützen, an gemeinschaftlichen Projekten teilzunehmen und auch einen finanziellen Beitrag zu leisten.“

„Im Zentrum der Arbeit des Förderprogramms“, so schloss Junge-Wentrup die Diskussion, „stehen der Mensch und seine Würde. Das Ziel der deutsch-belarussischen Partnerschaft besteht darin, dass Kinder, Alte und behinderte Menschen am Leben der Gesellschaft teilnehmen können. Bei der Realisierung der Projekte des Förderprogramms arbeiten die deutschen und belarussischen Partner gleichberechtigt zusammen und können voneinander lernen.“ 

Als besonderen Service für alle Initiativen, die nun gemeinsam Projekte in Angriff nehmen, haben wir Kurzinfos für Antragsteller sowie sämtliche Ausschreibungsunterlagen, Formulare und andere Hilfsmittel ins Netz gestellt. 

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