Grußworte der Gastgeber zur Schülerbegegnung "Allons plus loin! - Weiter so!"

Die persönliche Begegnung von Schülerinnen und Schülern aus Frankreich und Nordrhein-Westfalen ist das Herzstück des Projekts "Allons plus loin! Weiter so! - Schülerinnen und Schüler aus Frankreich und NRW erleben RUHR.2010". Am Wochenende vom 18. bis 21. März 2010 treffen sich rund 2000 junge Leute in vielen Städten Nordrhein-Westfalens - begleitet von den guten Wünschen der Gastgeber.

 

Jürgen Rüttgers, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen:

"Ich wünsche allen Schülerinnen und Schülern eine tolle Zeit!"

Die deutsch-französische Freundschaft ist ein vielbeschworenes Gut, woran gerade auch Politikerinnen und Politikern immer wieder gerne in Reden und Grußworten erinnern. Die starken Symbole der großen Europäer von Adenauer und de Gaulle, Schmidt und Giscard d’Estaing, Kohl und Mitterrand bis hin zu Merkel und Sarkozy sind und waren wichtig, um zu zeigen, dass die Verbundenheit zwischen unseren beiden Völkern eine nationale Aufgabe, ein nationales Herzensanliegen ist. Ohne große Gesten und starke Symbole hätte nie gelingen können, was zwischen Deutschland und Frankreich gelungen ist: aus einer Erbfeindschaft, die über Jahrhunderte ganz Europa in ihren Bann gezogen und entzweit hat, ist eine Erbfreundschaft geworden, die seit nunmehr über 60 Jahren der Motor der europäischen Einigung in Frieden, Freiheit und Wohlstand ist!

Aber dennoch: Freundschaft ist am Ende nicht Symbol, Geste oder Rede, sondern Freundschaft ist gegenseitiges Verstehen, gemeinsames Erleben und wechselseitiges Einstehen füreinander. Freundschaft kann nur in der persönlichen Begegnung entstehen und im Miteinander wachsen und gedeihen.

Ich selber habe das als Jugendlicher erfahren können, in einer Zeit, als den meisten Deutschen und Franzosen die Kriege und die jahrzehntelang gepflegte Feindschaft aus eigenem Erleben noch präsent waren. Als Austauschschüler habe ich Frankreich zuerst kennen gelernt, nicht als Politiker. Ich bin von einer französischen Familie willkommen geheißen und aufgenommen worden, habe viele junge offene Franzosen kennen und schätzen gelernt, die ebenso neugierig auf mich und meine Herkunft waren, wie ich auf sie und ihre Lebensweise, und habe gemeinsam mit diesen Menschen etwas erlebt. Noch heute als Politiker ist deutsch-französische Freundschaft für mich nicht in erster Linie ein politisches Konzept, das Frieden, Freiheit und Wohlstand in Deutschland, Frankreich und Europa sichert, sondern eine persönliche Erfahrung, die von meinen Erlebnissen mit dem Land und den Menschen dort geprägt wird.

Wenn vom 18. bis 21. März 2010 etwa 2.000 Schülerinnen und Schüler aus Frankreich und Nordrhein-Westfalen miteinander die Kulturhauptstadt Europas, RUHR.2010 erleben, dann ist das genau die Art von persönlicher Erfahrung, auf der die deutsch-französische Freundschaft begründet werden muss. Dann ist das die persönliche Erfahrung, die am 3. und 4. Oktober 2008 im Rahmen des Frankreich-Nordrhein-Westfalen-Jahrs 2008/2009 bereits fast 2.000 Schülerinnen und Schüler aus Nordrhein-Westfalen gemacht haben, die als Gäste zur „Nuit Blanche“ nach Paris gekommen und als Freunde wieder gefahren sind. Dann ist das genau die persönliche Erfahrung, die ich als Schüler damals in Frankreich gemacht habe und die mir heute als Politiker die Sicherheit gibt, dass deutsch-französische Freundschaft nicht nur große Geste, starkes Symbol und politisches Konzept ist, sondern gegenseitiges Verstehen, gemeinsames Erleben und wechselseitiges Einstehen füreinander, die Freundschaft zwischen Franzosen und Deutschen.

Ich wünsche den deutschen und französischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Projekts „Allons plus loin – Weiter so“ von ganzem Herzen, dass sie die gemeinsamen Tage bei RUHR.2010 nutzen, miteinander eine tolle Zeit erleben und um diese persönlichen Erfahrung von deutsch-französischer Freundschaft reicher heimkehren.

 

 

 

Barbara Sommer, Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes NRW:

"Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern aufregende Tage und vor allem viel Spaß!"

Vom 3. bis zum 5. Oktober 2008 war Paris das Zentrum der Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich. Über 1700 Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte aus Nordrhein-Westfalen kamen unter dem Motto Allons-y als Gäste im Rahmen des Nordrhein-Westfalen-Frankreich-Jahres in die französische Hauptstadt, um französischen Schülerinnen und Schülern ihre Heimat vorzustellen und dann gemeinsam mit ihnen die „Nuit Blanche“ zu erleben. In diesen drei Tagen gemeinsamen kulturellen Erlebens sind Freundschaften entstanden. Auch die begleitenden Lehrkräfte haben enge Kontakte zu französischen Kolleginnen und Kollegen geknüpft und in ihnen neue Partner für künftige gemeinsame Projekte finden können.

Gemeinsam mit Herrn Ministerpräsident Dr. Rüttgers konnte ich mich im Herbst 2008 von der Kreativität, Dynamik und Sprachkompetenz der Schülerinnen und Schüler überzeugen. Die Präsentationen, Theaterszenen, Sketche und musikalischen Darbietungen waren so vielfältig wie unser Land und vermittelten einen lebendigen Eindruck von Nordrhein-Westfalen aus der Perspektive junger Menschen. So war für jeden Zuschauer spürbar, was Völkerverständigung bedeutet: nicht nur im engen Sinne sprachliche Verständigung durch das Erlernen der Partnersprache, sondern darüber hinaus auch die Bereitschaft, sich für die Kultur des anderen zu öffnen, um neue, vielleicht unerwartete Eindrücke zu gewinnen und persönliche Erfahrungen zu machen, die ein tieferes Verstehen als das rein sprachliche ermöglichen. Die Kulturhauptstadt Ruhr.2010 mit ihrem großartigen Veranstaltungsangebot wird allen teilnehmenden Schülerinnen und Schülern über die eigenen kreativen Projekte hinaus viele Gelegenheiten für solche langfristig verbindenden gemeinsamen Erfahrungen bieten, die die deutsch-französische Freundschaft für jeden einzelnen zu einem ganz persönlichen Anliegen werden lassen.

Ich freue mich darauf, vom 18. bis 21. März 2010 französische Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrkräften in Nordrhein-Westfalen begrüßen zu können und bin gespannt auf die Darbietungen und Präsentationen an den Schulen unseres Landes. Allen Schülerinnen und Schülern, allen Gastfamilien und Lehrkräften danke ich schon jetzt für ihr großes Engagement, ohne das ein solches Begegnungsprojekt nicht mit Leben erfüllt werden könnte. Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern von „Allons plus loin – Weiter so!“ wünsche ich aufregende gemeinsame Tage in Nordrhein-Westfalen und – vor allem – viel Spaß.



 

 

 

 

 

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