Die IBB "Johannes Rau" in Minsk:

Bildungswerk und Knotenpunkt in einem lebendigen Netzwerk

Die IBB "Johannes Rau" Minsk: Ein Bildungs- und Konferenzzentrum mit kunstvoller Architektur.

Sie genießt in der Arbeit des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerks Dortmund einen besonderen Stellenwert: Die IBB „Johannes Rau“ Minsk. Sie ist ein deutsch-belarussisches Gemeinschaftsprojekt – gemeinsam gebaut, getragen und mit Leben gefüllt von Deutschen und Belarussen. Ihre Architektur hat einen besonderen künstlerischen Hintergrund. Nach dreijähriger Bauzeit nahm sie 1994 ihren Betrieb auf. Heute ist sie

- ein Konferenz- und Bildungszentrum für Menschen aus Ost und West,
- ein Dreh- und Angelpunkt im osteuropäischen Netzwerk und
- ein Ort der freien Meinungsäußerung.

Zur deutschsprachigen Homepage der IBB "Johannes Rau" in Minsk geht es hier.

Aus der Vergangenheit lernen – gemeinsam in die Zukunft gehen

Mit der Geschichtswerkstatt und dem Förderprogramm Belarus führt das IBB  zwei ambitionierte Projekte zur Bewahrung der Erinnerung und der Entwicklung von Partnerschaften zwischen Belarussen und Deutschen fort. Die Projekte der Geschichtswerkstatt verfolgen das Ziel, durch das Erinnern an die Vergangenheit eine gute Zukunft zu schaffen. Das Förderprogramm Belarus unterstützt konkret deutsch-belarussische Gemeinschaftsprojekte.  

Der neue Name ist Ehre und Verpflichtung zugleich

2006 wurde die IBB Minsk in einem feierlichen Akt nach ihrem prominenten Förderer, dem früheren Bundespräsidenten Johannes Rau (Foto) benannt – übrigens auf Vorschlag des stellvertretenden Außenministers von Belarus, Alexander Michnewitsch.
Die nordrhein-westfälische Landesregierung unter der Führung des langjährigen Ministerpräsidenten Johannes Rau hatte den Bau finanziell unterstützt und die Entwicklung wohlwollend begleitet. Bei allen festlichen Anlässen - zuletzt zum zehnjährigen Bestehen der IBB Minsk 2004 - hatte Johannes Rau die herausragende Arbeit der Bildungseinrichtung in wohlwollenden Grußworten gewürdigt. Sie sei "ein Leuchtturm in Belarus, der auch den Menschen Licht spendet".
Dem Festakt am 1. September 2006 wohnten unter anderem Christina Rau, Außenminister Martynow und Metropolit Filaret bei.

Der neue Name ist für die IBB Ehre und Verpflichtung zugleich.

Das christliche und politische Erbe von Johannes Rau

Gruppenbild mit Christina Rau.

Johannes Rau hat die Einrichtung schon zu seiner Zeit als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen nicht zuletzt unter dem Aspekt der Versöhnung intensiv unterstützt. Im Sinne des christlichen und politischen Erbes von Johannes Rau wird die Bildungsarbeit der IBB auch in Zukunft ihren Gründungsideen treu bleiben. Darüber hinaus sind im Jahr 2008 mehrere Veranstaltungen vorgesehen, die das Leben und die politischen Botschaften von Johannes Rau in Belarus bekannter machen sollen. Dieses Foto mit Christina Rau (erste Reihe, 2.v.l.), der Witwe des 2005 verstorbenen Bundespräsidenten, entstand bei der feierlichen Umbenennung 2006.

Die Aufgaben wandeln sich – zur Philosophie der IBB

Als die IBB Minsk vor mehr als zwölf Jahren ihre Tätigkeit aufnahm, wurde ihre Philosophie vor allem durch die historische Aufarbeitung des Vernichtungskrieges 1941-1944 und den Versöhnungsauftrag geprägt. Beim kritischen Blick auf die Vergangenheit sollte es aber nicht bleiben. Denn es zeigte sich bald, dass Belarus auch drängende Probleme der Gegenwart bewältigen muss: Ein schwieriger wirtschaftlicher Transformationsprozess, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Globalisierung, und auch die langfristigen Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. So kristallisierte sich ein neues, besonderes Anliegen der IBB-Bildungsarbeit heraus: Die Entwicklung und Förderung der Zivilgesellschaft, besonders in den Bereichen (Erwachsenen-) Bildung, soziale Arbeit, ökologische Erneuerung und Förderung von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Die Erarbeitung politischer Perspektiven für dieses Land im Sinne eines gemeinsamen Hauses Europa ist heute von entscheidender Bedeutung. Die IBB "Johannes Rau" Minsk ist heute ein Fenster zu den Nachbarn in Europa geworden. Zu den wichtigsten Zielgruppen ihrer Arbeit gehören Zeitzeugen, Jugendliche, Politiker, Journalisten, Experten und in Partnerschaftsprojekten engagierte Bürger.

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