Fachkräftetagung "Dialog mit der Türkei" am 8. und 9. Oktober 2011 in Dortmund

Eine Fachkräfte-Exkursion und eine Fachkräftekonferenz organisierte das IBB Dortmund vom 3. bis 9. Oktober 2011. Auf dieser Seite finden Sie einen ausführlichen Rückblick auf das Projekt. Das Programm der Tagung finden Sie hier.

14.10.2011

Impressionen von der internationalen Fachkräftetagung

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Landtags-Vizepräsidentin Carina Gödecke: "Arbeit mit Jugendlichen und Behinderten erfordert Feingefühl und hohes Maß an Expertenwissen

Aufbruchstimmung herrschte am Ende unter den rund 80 deutschen und türkischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Fachkräftekonferenz „Dialog mit der Türkei“, zu der das IBB für den 8. und 9. Oktober 2011 nach Dortmund eingeladen hatte. Das praxisnahe Programm der Tagung ließ bereits vermuten, wie sehr sich die Herausforderungen in der Jugend- und Behindertenarbeit ähneln am Bosporus und am Rhein. Und die prominenten Gastredner machten den Praktikern Mut, die Aufgaben gemeinsam anzugehen und mit bilateraler Kreativität zu lösen. "Die Arbeit mit Jugendlichen und mit behinderten Mitmenschen und erst Recht der Weg zur Inklusion erfordern neben zwischenmenschlichem Feingespür vor allem soziale Kompetenzen und nicht zuletzt ein hohes Maß an Expertenwissen“, sagte Carina Gödecke, Vizepräsidentin des nordrhein-westfälischen Landtags und Vorsitzende der deutsch-türkischen Parlamentariergruppe, in ihrem Grußwort. „Daher muss es in unser aller Interesse sein, die Rahmenbedingungen der Jugend- und Behindertenarbeit international auf hohem Niveau anzugleichen und weiterzuentwickeln, und gleichzeitig interkulturelle Kenntnisse in diesem Bereich zu erwerben.“ Das Land setze sich zum 50. Jahrestag des Anwerbeabkommens mit der Türkei für eine neue Qualität der Integrationsbemühungen ein - für Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe.

Sezai Ekiz, stellv. türkischer Generalkonsul: "Türkische Fachkräfte können helfen"

"Es ist eine Tatsache, dass Deutschland im Bereich Soziales ein fortschrittliches Land ist. Wir möchten von Ihren Erfahrungen profitieren. Deshalb sind die türkischen Fachkräfte hier“, sagte Sezai Ekiz, stellvertretender türkischer Generalkonsul. Er erinnerte daran, dass rund drei Millionen türkischstämmiger Bürger und Bürgerinnen in Deutschland leben – darunter auch viele junge Menschen und auch ein zu beachtender Anteil von Menschen mit Behinderungen. „Es ist klar, dass es Hindernisse bei der Bildung und Beschäftigung dieser Menschen gibt. Meiner Meinung nach können die türkischen Fachkräfte dabei helfen.“ Dortmunds Stadtdirektor Jörg Stüdemann drückte seine Freude aus, dass die deutsch-türkische Begegnung in Dortmund stattfindet, wenige Tage vor Beginn der „Merhaba-Heimat-Kulturwochen“. Sie werden ab 14. Oktober 2011 in Dortmund gefeiert in Erinnerung an den 50. Jahrestag der Unterzeichnung des Anwerbeabkommens mit der Türkei am 30. Oktober 1961. „Dortmund ist eine weltoffene Stadt, in der viele Menschen aus Trabzon ihre zweite Heimat gefunden haben“, sagte Stüdemann. Die Stadt Dortmund hatte deshalb 2008 eine Projektpartnerschaft mit Trabzon eingeleitet.

Dr. Lale Akgün betont enge Beziehungen Nordrhein-Westfalens zur Türkei

Dr. Lale Akgün, Leiterin der Gruppe „Internationale Angelegenheiten und Eine-Welt-Politik“ in der Staatskanzlei NRW, hatte zunächst die engen Beziehungen Nordrhein-Westfalens zur Türkei beschrieben. „Jugend- und Behindertenarbeit, die Themen also, die diese Tagung in den Mittelpunkt stellt, sind der Landesregierung Nordhrein-Westfalen von besonderer Wichtigkeit“, sagte sie in ihrem viel beachteten Impulsreferat über die Perspektiven der deutsch-türkischen Zusammenarbeit. „Unter der Voraussetzung einer stabilen innen- und außenpolitischen Entwicklung der Türkei bin ich sehr zuversichtlich, dass die bilateralen Beziehungen in den Bereichen Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft, Soziales, Jugend weiter an Gewicht gewinnen und dass das Land Nordrhein-Westfalen auch in Zukunft ein wichtiger Akteur bleiben wird.“

Matthias C. Tümpel: Erste bilaterale Fachtagung in NRW 

Matthias C. Tümpel, Vorsitzender des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerks Dortmund, erinnerte an die langjährigen Kontakte des IBB zur Türkei: Studienfahrten und Fachkräftebegegnungen in der Türkei wurden ergänzt durch die Arbeit mit türkischstämmigen Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen. Mit der ersten Fachtagung dieser Art und Größenordnung in Nordrhein-Westfalen habe das IBB eine praktische Zusammenarbeit an drängenden Fragen ermöglicht. „Nur in der Begegnung und im gegenseitigen Kennenlernen können wir die Zukunftsprobleme lösen, die die einzelnen Länder alleine nicht lösen können.“

Blick auf Sozialstrukturen in Deutschland und der Türkei

Mit einer Betrachtung der Sozialstrukturen im Ländervergleich begann danach das eigentliche Konferenzprogramm. Hildegard Azimi-Boedecker, Organisatorin der Tagung, und Karola Jaschewski vom Jugendamt der Stadt Dortmund, stellten die pluralistische Trägerlandschaft im Behindertenbereich und Konzepte der Kinder- und Jugendförderung vor. Seyfi Bozcelik, Geschäftsführer der Metin Sabanci Stiftung - Rehabilitationszentrum für spastische Kinder, Istanbul (Metin Sabanci Spastik Cocuklar Merkezi) vermittelte einen Einblick in den türkischen Sozialstaat am Beispiel der Arbeit mit behinderten Menschen.

 Arbeitsgruppen beschäftigten sich anschließend mit

  • pädagogischen Ansätzen der offenen Jugendarbeit in beiden Ländern
  • der Umsetzung der UN-Resolution und Wegen zur Inklusion/Integration behinderter Menschen in beiden Ländern
  • dem Umgang mit Pubertät und Adoleszenz von (nicht) behinderten Jugendlichen (Vergleich westlicher und islamisch-traditioneller Vorstellungen) und
  • Autismus

Berichte der Arbeitsgruppen finden Sie (in Kürze) hier.

14.10.2011

Impressionen von einer eindrucksvollen Begegnung in Nordrhein-Westfalen

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Voneinander lernen: Erste deutsch-türkische Fachkräftekonferenz in Dortmund am 8. und 9. Oktober 2011

Konkrete Ideen für eine Intensivierung der deutsch-türkischen Zusammenarbeit entwickelten die rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der zweitägigen Konferenz „Dialog mit der Türkei“, zu der das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk am Wochenende (8. und 9. Oktober 2011) nach Dortmund eingeladen hatte. Im Adolph-Kolping-Haus in der Silberstraße diskutierten rund 80 Fachkräfte aus Deutschland und aus der Türkei über die Sozialstrukturen beider Länder im Vergleich sowie über die Möglichkeiten zukünftiger Zusammenarbeit.

Zur Eröffnung hatten Dortmunds Stadtdirektor Jörg Stüdemann (3.v.l.), die stellvertretende Landtagspräsidentin Carina Gödecke (3.v.r.), der stellvertretende türkische Generalkonsul Sezai Ekiz (2.v.l.) und IBB-Vorsitzender Matthias C. Tümpel (l.) die Gäste offiziell begrüßt.(Foto oben)

Dr. Lale Akgün (4.v.l.), Leiterin der Gruppe „Internationale Angelegenheiten und Eine-Welt-Politik“ in der Staatskanzlei NRW, hielt ein viel beachtetes Impulsreferat über die wachsende Bedeutung der deutsch-türkischen Zusammenarbeit für Nordrhein-Westfalen.

Anspruchsvolles Besuchsprogramm ermöglicht Einblicke

Das IBB hatte für die 17 teilnehmenden Fachkräfte der Jugend- und Behindertenarbeit aus Trabzon und Istanbul in der Woche vom 3. bis 7. Oktober ein anspruchsvolles Besuchsprogramm in 15 nordrhein-westfälischen Einrichtungen organisiert. Hildegard Azimi-Boedecker (r.), Leiterin des Fachbereichs Beruf international und Migration beim IBB und Organisatorin der Begegnung, und Geschäftsführerin Elke Wegener (2.v.r.) kündigten bereits an, dass einige Ideen der Konferenzteilnehmer gerne vom IBB aufgegriffen werden: die Fachkräfteprogramme mit Mitarbeitern der Jugend- und Behindertenarbeit werden in Zukunft nicht nur fortgesetzt, sondern intensiviert. Ebenso stieß die Idee eines Workshops, in dem sich deutsche und türkische Lehrkräfte über Unterrichtsmethoden austauschen, auf großes Interesse.

Berichte aus den Arbeitsgruppen

Die Arbeitsgruppen haben die Ergebnisse ihrer Diskussionen jeweils zusammengefasst. Die Berichte finden Sie (in Kürze) hier.

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