Kirche & Gesellschaft

Nach dem gesellschaftlichen Wandel in Belarus ist die Relegionsausübung freier geworden. Viele Menschen bekennen sich zu ihrem Glauben. Die IBB "Johannes Rau" Minsk ist bestrebt, den Dialog unter den Kirchen zu fördern - was ihr gut gelingt. So organisiert die IBB Minsk jedes Jahr drei Konferenzen zu einem Schwerpunktthema. Die Kirchenleitungen entsenden Delegierte. In den Glaubensgemeinschaften finden die Veranstaltungen ein lebhaftes Echo.

Interkonfessioneller Arbeitskreis „ Religion und Wissenschaft“

Im interkonfessionellen Arbeitskreis der IBB Minsk treffen sich seit 11 Jahren Vertreter der Belarussischen Orthodoxen Kirche; der Römisch-Katholischen Kirche in Belarus, der protestantischen und baptistischen Gemeinden. Gemeinsam werden aktuelle Themen des Glaubens und des sozialen Lebens, der Moral und Ethik diskutiert. Die regelmäßigen Sitzungen des interkonfessionellen Arbeitskreises sind dazu berufen, den ökumenischen Dialog zwischen verschiedenen Kirchen zu vertiefen und auszubauen. Während der Sitzungen des Arbeitskreises wird die Thematik der interkonfessionellen Seminare und Tagungen besprochen und deren weitere praktische Realisierung vorbereitet.

Im kommenden Jahr will sich der interkonfessionelle Arbeitskreis mit dem Thema „Religion und Wissenschaft“ beschäftigen. Ziel der geplanten Seminare ist es, die Einstellung der vier zentralen christlichen Kirchen in Belarus zu dieser Problematik zu beleuchten, neue Tendenzen und Erkenntnisse in der weltweiten Debatte zum Verhältnis von Religion und Wissenschaft zu erörtern und die Position der Kirchen zu den grundlegenden Fragen der weiteren Entwicklung der Wissenschaft, deren Möglichkeiten, Grenzen und Verantwortung sowie zum Verhältnis zwischen wissenschaftlichen Forschungserfolgen und der Kirchenmoral zu beleuchten.

Ort                                  IBB Minsk
Leitung                           Dr.  A. Ladissow
Termine                          10 Sitzungen im Laufe des Jahres (Januar- Juni, September- Dezember)

Seminar „Wissenschaft, Rationalität und Glaube am Beispiel theologischer Lehren von Kirchenoberhäuptern“

Das Verhältnis von Wissenschaft und Religion ist stets kontrovers diskutiert worden. In der letzten Zeit setzt sich in bestimmten Schichten der Gesellschaft immer mehr die Meinung durch, dass trotz der so genannten prinzipiellen Unvereinbarkeit der Wissenschaft, des Rationalen und der Religion bzw. des Glaubens beide sowohl die Naturwissenschaft als auch die Religion „ihre Berechtigung in ihrer eigenen Domäne haben, da sie die Wirklichkeit auf unterschiedlichen Weisen deuten und/oder, dass sie im Dialog stehen sollten“.

Das Seminar, das im Mai 2011 in der Stadt Grodno organisiert werden soll, wird dem Einzelthema „Wissenschaft, Rationalität und Glaube“ am Beispiel theologischer Lehren von Papst Benedikt XVI. und Patriarch Kyrill gewidmet sein. Das zweitägige Seminar soll eine Form öffentlichen Disputs zwischen den Lehrkräften und Seminaristen des Grodnoer Priesterseminars und ihren Kollegen aus dem orthodoxen Priesterseminar in Shirowitschi und dem protestantischen Priesterseminar in Minsk zu diesem Thema sein. Unter anderem sollen folgende Fragen behandelt werden: Religion versus Rationalität oder die Rationalität des Glaubens, Synthese von Glaube und Vernunft, Wissenschaft und Zerbrechen alter moralischer Gewissheiten u a.m.

Ort                                      Grodno          
Leitung                               Dr.  A. Ladissow
Termin                               2 Tage im Mai

Seminar „Wissenschaftliche Forschungserfolge und Kirchenmoral"

In der letzten Zeit liefern neue Tendenzen und Erkenntnisse in der weltweiten Debatte zum Verhältnis von Religion und Wissenschaft immer mehr Stoff für weitere Diskussionen. Das Christentum hat eindeutige Positionen zu den grundlegenden Fragen der weiteren Entwicklung der Wissenschaft, deren Möglichkeiten, Grenzen und Verantwortung sowie zum Verhältnis zwischen wissenschaftlichen Möglichkeiten und kirchlicher Moral bezogen. Steht der modernen Wissenschaft ein Alleinvertretungsanspruch auf alles Wissenschaftliche zu? Braucht das Rationale das Sinnliche? Im zweiten Seminar im Oktober 2011 sollen ethische Probleme der modernen Wissenschaft in ihrer Beziehung zur Kirchenmoral stehen. Dabei sollen insbesondere die Einstellung der vier zentralen christlichen Konfessionen in Belarus zu Fragen der Bewahrung der Göttlichen Schöpfung, der ethischen Kontroverse um das Klonen, medikamentöse Abtreibung und Patientenverfügung (auch in Belarus), die zu dieser Problematik sollen hier diskutiert werden. Zu diesem Seminar werden auch Vertreter der offiziellen Wissenschaft aus dem Bereich Medizin und Biologie eingeladen.

Ort                                  IBB  J. Rau Minsk
Leitung                            Dr. A. Ladissow
Termin                            Oktober

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