Mensch & Umwelt

Belarus hat heute mit einer zunehmenden Verschmutzung der Luft und des Wassers zu tun, es verfügt nur über begrenzte Mittel zur Finanzierung des Umweltschutzes.

Neben dem Problem der rationellen Nutzung der Natur und des Einsatzes von ressourcensparenden Technologien wird ökologische Bildung zu einem immer wichtigeren Thema. Bis jetzt gibt es kein einheitliches System der ökologischen Bildung der Bevölkerung und es mangelt an entsprechender Literatur.

Vor diesem Hintergrund ist es kaum verwunderlich, dass die IBB "Johannes Rau" auf eine große Offenheit gestoßen ist. In Seminaren der Erwachsenenbildung und der Lehrerfortbildung entwickeln Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits Konzepte für Schulbücher, die Wissen um Umweltschutz und effektive Energienutzung auf europäischem Niveau vermitteln. 

Ökologischer Studentenklub

Seit Beginn ihrer Tätigkeit hat die IBB Minsk der Lösung von Umweltproblemen eine besondere Bedeutung beigemessen. Arbeitsgruppen zu Fragen der alternativen Energieressourcen und Energieeinsparung, Bildungsseminare zu Problemen des Umweltschutzes sowohl für einfach interessierte Bürger, als auch für Pädagogen und Politiker, die wichtige Beschlüsse auf der staatlichen Ebene fassen – all diese Veranstaltungen haben einen bestimmten Beitrag zur Entwicklung des Umweltbewusstseins der belarussischen Bürger geleistet. Die 2008 erfolgte Einführung des Umweltmanagementsystems in der IBB Minsk ist ein Zeichen dafür, dass im Unternehmen die in seiner Bildungstätigkeit hervorgebrachten Ideen aufgegriffen und in die Praxis umgesetzt werden.

Als Fortsetzung dieses Engagements wurde in 2009 ein ökologischer Studentenklub an der IBB Minsk gebildet, zu dem Studenten aus 7 staatlichen Hochschulen der Stadt Minsk eingeladen wurden. 2011 setzt der Studentenklub die zu Umweltfragen angefangene Arbeit fort, indem thematische Programme zu Ökoproblemen und Umweltschutz, ökologische Aktionen, Diskussionen, Treffen mit Experten auf dem Gebiet Umweltmanagement usw. organisiert werden. Die Klubmitglieder unterhalten außerdem enge Kontakte zu ökologischen NGOs in Belarus, beteiligen sich an der Realisierung von republikanischen und internationalen Ökoprojekten. Im Rahmen des Studentenklubs funktioniert der ökologische Videosalon, wo Kino- und Videoprogramme zu aktuellen Umweltproblemen angesehen und besprochen, sowie ökologische Debatten durchgeführt werden.     

Termin:                             ganzjährig
Ort:                                    IBB Minsk/Minsker Unis
Leitung:                             N. Samersowa, O. Ptscholkina, Dr. A. Sahm
Finanzierung:                  IBB Dortmund 

Seminare zum energieeffizienten Bauen

In der IBB „Johannes Rau“ Minsk soll 2011-2013 eine Zukunftswerkstatt entstehen, die u.a. als Ausstellungs-, Fortbildungs- und Beratungszentrum für Energieeffizienz und erneuerbare Energien dienen soll. Aus diesem Grunde soll es sich bei der Zukunftswerkstatt um ein energieeffizientes Gebäude handeln, an dem in Belarus sinnvoll einsetzbare erneuerbare Energiequellen praktisch demonstriert werden. Die Planung wird von einem im Bereich des energieeffizienten Bauens renommierten deutschen Architekten in Kooperation mit belarussischen Experten erstellt. In Seminaren sollen die für Belarus spezifischen Probleme des energieeffizienten Bauens, die Möglichkeiten eines Nullenergiehauses und  besondere Anforderungen an die architektonische Planung und den Materialeinsatz diskutiert werden. Am Beispiel der Planung der Zukunftswerkstatt soll belarussischen Experten mit Hilfe eines Computerprogramms demonstriert werden, wie sich das Kosten-Nutzen-Verhältnis von Materialeinsatz und Kosten auf die Energieeffizienz eines Gebäudes optimal bestimmen lassen.

Termin:                             ganzjährig
Ort:                                    IBB Minsk/IBB Dortmund
Leitung:                             P. Junge-Wentrup, Dr. A. Sahm, Dr. V. Balakirew

Schulagenda-Projekt

In den Jahren 2008 und 2009 haben die IBB „Johannes Rau“ Minsk und die Akademie für Postgraduiertenbildung gemeinsam Fortbildungskurse für Lehrer zum Thema Schulagenda erarbeitet und ein entsprechendes Handbuch für Mittelschulen herausgegeben. Gleichzeitig wurde ein Koordinationsrat für Bildung im Interesse nachhaltiger Entwicklung beim Bildungsministerium gebildet, dem die beiden belarussischen Projektleiter angehören. Dies trug zu einem erheblichen Anstieg des Interesses belarussischer Schulen an der Agenda-Arbeit ein. Ein wichtiger Vorreiter ist dabei das Ökologische Gymnasium Nr. 19 in Minsk, welches in 2009 als erste Schule eine eigene Lokale Agenda veröffentlicht hat.

Um die Schulagenda-Arbeit in den Regionen zu stärken, sollen Hierzu in jedem Gebiet an Pilotschulen in Kooperation mit den regionalen Lehrerfortbildungsinstituten Ressourcenzentren entstehen. Für diese Ressourcenzentren werden entsprechende methodische Materialien erarbeitet sowie spezielle Schulungen für die in den Ressourcenzentren tätigen Lehrkräfte durchgeführt. Als Modellschule fungiert hierbei das Gymnasium Nr. 19, welches bereits den Status eines städtischen Ressourcenzentrums in 2009 erhalten hat und im Laufe des Projektes zu einem republikanischen Ressourcenzentrum werden soll. In 2010 haben bereits drei entsprechende Fortbildungsmaßnahmen stattgefunden, an denen über Pädagogen von über 50 Schulen aus allen Regionen von Belarus teilgenommen haben, aus denen in 2011 die regionalen Ressourcenzentren ausgewählt werden sollen. Durch das Projekt sollen somit Bildungsaktivitäten im Interesse nachhaltiger Entwicklung in den Schulen sowie die Erarbeitung und Umsetzung von Schulagenden gefördert und qualitativ verbessert werden.

Termin:                             Januar - Oktober
Ort:                                    Minsk und Regionen
Leitung:                             Dr. A. Sahm, N. Kozhel, N. Samersowa, A. Murawjow, M. Schön

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