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23.05.2012 10:25 Alter: 1 Jahre
Studienfahrt führte schon jetzt in die Kulturhauptstadt 2016 Breslau14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer fuhren Anfang Aoril 2012 mit dem Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk in Dortmund nach Wroclaw. Die Fahrt stand unter dem Thema „Breslau gestern – Wroclaw heute – 2016 europäische Kulturhauptstadt“. Diese verschiedenen Facetten wurden bei manchen Erkundungen und in vielen Gesprächen deutlich.
Die Stadt wurde noch in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs stark zerstört, weil die Nazis sie zur Festungsstadt erklärt hatten. Aber insbesondere die Innenstadt wurde mit hohem Engagement wieder aufgebaut und überwiegend im alten Stil restauriert.
Die wirtschaftlich positive Entwicklung in Polen seit dem EU-Beitritt, aber auch die anstehende Fußball-Europameisterschaft haben viele interessante, moderne Bauten entstehen lassen.
Die deutsche Geschichte der Stadt wird nach jahrzehntelanger Tabuisierung jetzt offensiv be- und verarbeitet. Hier waren die beiden Gespräche mit einer 86-jährigen Zeitzeugin, die Zeit ihres Lebens in Breslau lebte sowie mit Herrn Witt, der aus seiner Sicht als polnischer Protestant die Geschichte der letzten Jahrzehnte Revue passieren ließ, von hohem Interesse. Breslau, heute die viertgrößte Stadt Polens und Hauptstadt der Woiwodschaft Niederschlesiens, gehörte bis 1945 zum Deutschen Reich.
Die jüdische Geschichte der Stadt wurde deutlich beim Besuch und vor allem Gespräch in der jüdischen Gemeinde und der wunderschön restaurierten Synagoge „Zum weißen Storch“, in der heute auch viele Kulturveranstaltungen einen angenehmen Rahmen finden. Einer berühmten Einwohnerin, Edith Stein – die einst vom jüdischen zum katholischen Glauben übergetretene Breslauerin, die später in Auschwitz ermordet worden war – gedachte die Reisegruppe in deren Elternhaus: Es ist heute auch ein überregional bekannter Ort der Begegnung und Verständigung geworden.
Fast alle Friedhöfe wurden nach 1945 eingeebnet. Der jüdische Friedhof aber blieb erhalten und erinnert heute noch an viele bekannte und unbekannte deutsche Juden.
Wroclaw präsentiert sich heute als eine moderne Großstadt mit mehr als 600.000 Einwohnern. Die vielen Studenten verleihen der Stadt ein nachgerade jugendliches Flair. Wroclaw bereitet sich außerdem auf die Austragung der Fußball-EM 2012 vor. Viele Infrastrukturmaßnahmen sowie das neue Stadion prägen das neue Stadtbild.
Die Reisegruppe wunderte sich schließlich nicht, dass sich Wroclaw mit seiner vielfältigen Geschichte gegen andere polnische Bewerberstädte als europäische Kulturhauptstadt 2016 durchsetzen konnte. Die Planungen laufen dafür an, wie die Reisegruppe im Gespräch mit Vertretern des Organisationskomitees erfuhren.
Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dieser Studienfahrt hatten persönliche familiäre Beziehungen nach Breslau bzw. Schlesien und konnten eigene Erfahrungen und Erinnerungen einbringen. Die gesamte Reisegruppe war am Ende froh, viele verschiedene Aspekte der langen Geschichte der Stadt in persönlichen Gesprächen erfahren zu haben.
Die Leitung der Studienfahrt im deutsch-polnischen Duett von IBB- Mitarbeiter Heiko Hamer und Renata Milosz-Bardzik, die in Wroclaw aufgewachsen ist, hatte ihren Anteil zum guten Gelingen der Fahrt beigetragen.
Weitere Fotos in einer Dia.-Show finden Sie hier.
(Die Fotos haben uns freundlicherweise Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Verfügung gestellt.)
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