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25.05.2012 14:29 Alter: 365 Tage

Wieder erfolgreiche fokus²- Fortbildung in Kinder- und Jugendpsychiatrie


Mit einer Fortbildung – diesmal in der Kinder- und Jugendpsychiatrie LWL-Klinik Marl-Sinsen - hat das  Dortmund  vom 14. biis 16. Mai erneut ein überaus erfolgreiches Seminar im Projekt fokus² - Fortbildungen zur kultursensiblen Arbeit im Sozial- und Gesundheitswesen –durchgeführt.

 

Wie in vielen Gesundheitsinstitutionen in NRW gibt es auch in dieser zentralen Einrichtung eine große Anzahl von Patientinnen und Patienten mit Migrationshintergrund. Die 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Fortbildung - darunter Ärztinnen und Ärzte, Therapeutinnen und Therapeuten, Pflegepersonal, Stationssekretärinnen und Mitarbeitende im Sozialdienst – waren insbesondere daran interessiert, die Zusammenarbeit mit dieser Patientengruppe zu verbessern. Dr. Katja Sündermann, interkulturelle Trainerin des IBB, vermittelte kompakt viele Hintergrundinformationen zu einzelnen Migrantengruppen wie Aussiedlern und Muslimen.

 

Kulturelle und religiöse Bedürfnisse in der Pflege und Therapie waren ebenso von Interesse wie die Diversität von Familienstrukturen, Erziehung und Sozialisation. Einige Teilnehmende wollten mehr über die Gruppe der Aramäer wissen - orientalische Christen aus dem Nahen Osten-, da sie verstärkt in ihrer Einrichtung auftauchen.

Ein besonders empfindlicher Punkt bei Migrantenfamilien ist häufig die Anerkennung von psychischer Erkrankung und der Umgang damit. Einige Familien haben eine ganz andere Sichtweise auf die Krankheit ihrer Kinder als die westliche Psychologie und Psychiatrie. Zudem fällt es ihnen schwerer, Vertrauen in die psychiatrische Einrichtung zu entwickeln und ihre Kinder dort „abzugeben“.

 

Zu den Traditionen (und Überlebensstrategien) einiger Gruppen gehört auch, Probleme „unter sich“ in der Familie auszumachen und nichts nach Außen dringen zu lassen. Besondere Kommunikationsregeln erschweren den Kontakt darüber hinaus noch. „Hier wird von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtung erfahrungsgemäß ein ganz besonderes Fingerspitzengefühl verlangt“, weiß die Islamwissenschaftlerin Dr. Katja Sündermann. Die Fortbildung gab den Raum, über Erfahrungen und Erlebnisse zu diesem Themenkreis zu sprechen, sie gemeinsam mit den anderen zu reflektieren und Handlungsstrategien zu entwickeln. Neben einem sensiblen Umgang zwischen Klinikmitarbeitenden und Patienten gehörten zu den Handlungsstrategien auch zum Beispiel die Kontaktaufnahme zu Migrantenorganisationen und der Aufbau von internen und externen Helfernetzwerken.

 

„Jetzt kann ich das Verhalten mancher Familien viel besser einordnen“, stellte eine Teilnehmerin am Ende fest. „Ich habe in den zweieinhalb Tagen noch einmal einen ganz anderen Fokus bekommen. Im Alltag hat man oft gar nicht die Zeit, über kultursensible Themen nachzudenken“, ergänzte ein anderer Teilnehmer. Sehr hilfreich, aber „leider viel zu kurz“, gaben die Teilnehmenden der Trainerin ein positives Feedback.  

 

Weitere Informationen zu fokus² - den Fortbildungen zur kultursensiblen Arbeit, die das IBB Dortmund im Rahmen einer zweijährigen Förderung durch den EU-Integrationsfonds bis Anfang 2014 maßgeschneidert und kostengünstig anbieten kann - finden Sie hier.


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