Europäische Partnerschaftskonferenz 2012 vom 18. bis 21. Oktober in Berlin21.10.2012 Mit Erinnerung an Reaktorkatastrophen Nachhaltigkeit gemeinsam stärkenMit den zweiten Aktionswochen für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima will das Europäische Tschernobyl-Netzwerk im April 2013 die Arbeit am gemeinsamen Ziel – dem Lernen aus der Erinnerung an die Reaktorkatastrophen – fortsetzen. Erstmals werden sich auch Städte in der Türkei beteiligen. Auf der Partnerschaftstagung „Nachhaltigkeit in Europa gemeinsam stärken“ – organisiert vom IBB Dortmund und der IBB „Johannes Rau“ Minsk – erfuhr die europäische Solidaritätsbewegung eine hohe Wertschätzung: Dr. Angelica Schwall-Düren, Europaministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, hatte die 280 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus zehn Ländern am Freitag, 20. Oktober 2012, in der Landesvertretung von Nordrhein-Westfalen herzlich empfangen: „Das Programm Ihrer Konferenz ist ein wichtiger Baustein dafür, dass die bilateralen Beziehungen und die zivilgesellschaftlichen Begegnungen in Europa gestärkt werden,“ sagte sie. Europa brauche den energiepolitischen Diskurs, der auch Rücksicht nimmt auf regionale Strukturen und Befindlichkeiten. Unter ihren Zuhörern aus der Ukraine, Belarus, Deutschland, Spanien, Großbritannien, Irland, den Niederlanden, Österreich, Italien und Tschechien war auch die stellvertretende Außenministerin der Republik Belarus, Elena Kuptschina. Sie bedankte sich - ebenso wie die Vertreter der belarussischen und ukrainischen Botschaften am Abend zuvor für die immense Hilfe die Menschen aus Westeuropa zur Milderung der Tschernobyl-Folgen. Mehr als eine Million Kinder – überwiegend aus Belarus - konnten seit Anfang der 1990er Jahre zu Erholungsaufenthalten nach Westeuropa reisen. Aus den Besuchen sind vielerorts langjährige Beziehungen entstanden und Hilfsprojekte entwickelt worden. Am Freitagmorgen hatte eine Delegation des European Chernobyl Network (ECN) Gelegenheit, im Deutschen Bundestag auf die existenzielle Not der Liquidatoren von Tschernobyl hinzuweisen und die weiterhin dringend notwendige Hilfe für die Menschen in Belarus und in der Ukraine. Viele Liquidatoren hatten die ersten europaweiten Aktionswochen für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima vom 22. bis 29. April 2012 in 112 Städten in Polen, Spanien, Großbritannien und Deutschland mit Zeitzeugengesprächen unterstützt: „Die manchmal überraschend schwierigen Fragen von Kindern und Erwachsenen haben uns mit Energie aufgeladen“, sagte Igor Pismenskij, der 1986 als Hubschrauberpilot in Tschernobyl im Einsatz war. Die ersten Aktionswochen hatten trotz relativ kurzer Vorbereitungszeit überwältigend große Resonanz gefunden. Für die Planung für die zweiten Aktionswochen erarbeitete die Konferenz erste Ideen. In einer Podiumsdiskussion in der NRW-Landesvertretung am Freitag und in einer Diskussion mit Matthias Platzeck, Ministerpräsident des Landes Brandenburg, am Sonntag stand der Blick auf die zukünftige Energiepolitik im Mittelpunkt. „Die Länder in Europa haben überraschend unterschiedliche Reaktionen auf die zweite Reaktorkatastrophe von Fukushima gezeigt“, analysierte Peter Junge-Wentrup, Geschäftsführer des IBB Dortmund. So setzen Polen und die Niederlande trotz Fukushima weiterhin auf Atomenergie, Belgien und die Schweiz auf einen langsamen Ausstieg, Italien und Portugal stärken Erneuerbare Energien. „Die Finnen verbrauchen pro Kopf sechsmal so viel Primärenergie wie die Malteser“, skizzierte Dr. Lutz Mez von der FU Berlin teilweise extreme Unterschiede in der Energienutzung in Europa. „Die Energiewende in Deutschland hat eine überraschend große Dynamik entwickelt: So etwas hat es noch nie gegeben, dafür haben wir keine Blaupause“, sagte Werner Jostmeier, CDU-Abgeordneter im nordrhein-westfälischen Landtag. Partnerorganisationen aus Österreich und Großbritannien berichteten über erfolgreiche Aktivitäten gegen Atomenergie. Das Netzwerk der Tschernobyl-Initiativen will auch den Dialog über die nachhaltige Energiepolitik in Europa im Netzwerk nach Kräften unterstützen. Peter Junge-Wentrup: „Eine nachhaltige Energiepolitik ist uns zu wichtig, als dass wir sie allein der Politik und den Energiekonzernen überlassen wollen.“
Die Fotos in druckfähiger Auflösung finden Sie zum Download hier. Dr. Angelica Schwall-Düren,Europaministerin des Landes Nordrhein-Westfalen am Rednerpult, Peter Junge-Wentrup, Geschäftsführer des IBB Dortmund, am Rednerpult, Fotos: IBB Dortmund / Mechthild vom Büchel Rechtlicher Hinweis: Die Muster-Presseinformation für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Konferenz (zur lokalen Pressearbeit) finden Sie hier. (Bei Fragen zur lokalen Pressearbeit nehmen Sie am besten per E-Mail mit uns Kontakt auf.) Die Muster-Presseinformation in englischer Sprache finden Sie (in Kürze) hier. Weitere Informationen über die Erinnerungsarbeit des IBB an Tschernobyl und Fukushima finden Sie hier. Diese Dia-Show startet automatisch. Durch Klick auf die Pfeile können Sie im eigenen Tempo blättern. Durch einen Klick auf die Mitte des Startfotos können Sie die Darstellung vergrößern. Fotos: IBB / Pressebüro vom Büchel 20.10.2012 European Chernobyl Network zu Gast im Deutschen BundestagAuf offene Ohren und große Aufgeschlossenheit stießen die Ideen des European Chernobyl Network (ECN) und der Liquidatoren aus der Ukraine bei einem Gespräch mit Vertretern der deutsch-belarussischen und der deutsch-ukrainischen Parlamentariergruppe am Freitag, 19. Oktober 2012, im Deutschen Bundestag. „Die EU hat den Friedensnobelpreis erhalten und Ihre engagierte Arbeit in der europaweiten Solidaritätsbewegung führt uns immer wieder ganz deutlich vor Augen, dass die Menschen in Europa sehr tief miteinander verbunden sind“, sagte Bundestagsabgeordneter Oliver Kaczmarek (SPD), der die Delegation beim Netzwerktreffen des IBB Dortmund im November 2011 eingeladen hatte. Eva Bulling-Schröter, Vorsitzende des Umweltausschusses, ließ die Delegation nicht ohne eine (private) Spendenzusage gehen. Anatolij Gubarew und Valerij Risovannij, Liquidatoren aus der Ukraine, hatten zuvor über die Not ihrer Landsleute berichtet, die nach dem Unglück in Tschernobyl als Ersthelfer im Einsatz waren. „In den 90er Jahren waren wir noch 90 000 Liquidatoren, heute sind es noch 60 000“, verdeutlichte Anatolij Gubarev die immense gesundheitliche Belastung der Retter Europas. Immer mehr von ihnen bemühen die Gerichte, um ihre Rentenansprüche einzufordern. Doch trotz rechtskräftiger Urteile müssten sie (je nach Einstufung) mit 150 bis 210 Euro Rente auskommen, berichtete Gubarev – während die Gerichte ihnen 700 bis 800 Euro zuerkennen. Anatolij Gubarev und Vaerij Risovannij sprachen eine Einladung aus an die deutschen Abgeordneten, das ukrainische Parlament zum 27. Jahrestag von Tschernobyl am 26. April 2013 zu besuchen. Sie versprechen sich Hilfe durch die internationale Aufmerksamkeit, die ein solcher Besuch mit sich bringen würde. Dennis Viystavkin, Sprecher des britischen Initiativen-Dachverbandes Chernobyl Children‘s Lifeline, berichtete, dass er eine ähnliche Einladung für die britischen Abgeordneten im Gepäck hat. „Eine schöne Idee“, lobte Dr. Bärbel Kofler (SPD), Vorsitzende der deutsch-ukrainischen Parlamentariergruppe, spontan die Idee. Dr. Peter Röhlinger, (FDP), regte an, einen fraktionsübergreifenden Antrag zu formulieren, um die Haltung des gesamten Bundestages auszudrücken. Peter Junge-Wentrup, Geschäftsführer des IBB Dortmund, erinnerte daran, dass auch Deutschland mit 56 Millionen Euro am Milliardenprojekt des neuen Sarkophags beteiligt ist. „Wenn Deutschland bereit ist, Hilfe zu leisten, dann sollten wir nicht nur in Gebäude investieren, sondern auch in Menschen.“ Ein kleiner Prozentsatz des deutschen Anteils in den Händen der Initiativen könne bereits große Wirkung erzielen. Die europaweit aktiven Initiativen seien durch ihre ehrenamtlichen Strukturen in der Lage, die Hilfe ohne nennenswerten Verwaltungsaufwand direkt zu den Menschen zu bringen. „Wir hören zuweilen, dass die EU nach Möglichkeiten sucht, wie sie die Menschen in Belarus erreichen kann“, unterstützte Geert Metselaar, Sprecher Stichting Ruslandkinderhulp in den Niederlanden, diesen Vorstoß: „Wir tun diese Arbeit sehr erfolgreich seit vielen Jahren. Und die junge Generation wartet auf unsere Hilfe.“ „Wir alle zeigen mit unserer Arbeit, dass das vereinte Europa etwas Wunderbares und Mitreißendes ist und wir wollen die jungen Menschen begeistern“, sagte Matthias C. Tümpel, Vorsitzender des IBB Dortmund. „Dieses europäische Netzwerk ist eine Kraftquelle, die an dieser Quelle gut unterstützt werden kann.“ Im Europasaal, in dem der EU-Ausschuss tagt, konnten die ECN-Vertreter am Freitag erwartungsgemäß keine Zusagen mitnehmen. Nur soviel: „Wir wissen, dass für die Menschen vor Ort von ihnen allen sehr viel bewegt wird“, bestätigte Oliver Kaczmarek. „Wir wollen die Türen für dieses Anliegen weit öffnen und möchten mit Ihnen im Dialog bleiben.“ Das European Chernobyl Network tagt im Rahmen der IBB-Partnerschaftskonferenz „Nachhaltigkeit in Europa gemeinsam stärken“ in Berlin. Das Foto in druckfähiger Auflösung finden Sie hier. Rechtlicher Hinweis: Abdruck honorarfrei im redaktionellen Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung. Foto: IBB Dortmund/ Pressebüro vom Büchel Vertreter des European Chernobyl Network in Berlin vor dem Reichstag und vor dem Brandenburger Tor. 04.09.2012 Europäische Partnerschaftskonferenz in Berlin stellt die Weichen für die Zweiten Europäischen Aktionswochen 2012![]() Die Planung der zweiten europaweiten Aktionswochen für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima im Jahr 2013 und die Umsetzung des Förderprogramms Belarus (sechste Phase) stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Partnerschaftskonferenz. Das IBB Dortmund und Partner laden für den 18. bis 21. Oktober 2012 nach Berlin ein. „Nachhaltigkeit in Europa gemeinsam stärken“ heißt der programmatische Titel der Konferenz. Das IBB erwartet 200 Gäste aus Belarus, der Ukraine, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, den Niederlanden, Polen, Spanien und weiteren europäischen Ländern. Zum zweiten Mal (nach 2011 in Minsk) werden sich damit Vertreterinnen und Vertreter von Tschernobyl-Initiativen aus dem gesamteuropäischen Raum versammeln, um über Perspektiven ihrer Arbeit zu diskutieren. Tschernobyl und Fukushima demonstrieren schmerzvoll die Risiken der Atomenergie. In Europa wurden auf Regierungsebene bisher sehr unterschiedliche energiepolitische Schlussfolgerungen gezogen: In einigen Ländern wurde der Ausstieg beschlossen. Andere setzen weiterhin auf Atomenergie als Zukunftsoption. Eine nachhaltige Zukunft kann nicht im nationalen Alleingang erreicht werden, lautet die Überzeugung des IBB. Die Konferenz dient daher dem Austausch über Wege auf die vielfältigen aktuellen Herausforderungen zu reagieren. „Die europaweit aktiven Tschernobyl-Initiativen präsentieren sich bei diesem Partnerschafts- und Netzwerktreffen eindrucksvoll als eine gesamteuropäische Solidaritätsbewegung“, sagt Peter Junge-Wentrup, Geschäftsführer des IBB Dortmund. Er hatte 2010 den Impuls gegeben zur ersten historischen Aufarbeitung und Dokumentation dieser europaweiten Bewegung. ![]() Die Konferenz wird am Donnerstag, 18. Oktober 2012, um 19 Uhr offiziell eröffnet mit einem Rückblick auf die ersten europaweiten Aktionswochen für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima in 111 Städten in diesem Jahr. Der zweite Konferenztag steht im Zeichen von Exkursionen und Workshoparbeit: Soziale Integration, nachhaltige Mobilität, Freiwilligenarbeit, Umweltbildungsprojekte und Lokale-Agenda-Projekte insbesondere im Hinblick auf Formen der Bürgerbeteiligung stehen thematisch im Mittelpunkt. Am Freitag, 19. Oktober 2012, um 19 Uhr sind die Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer zu einem Empfang in die Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen in Berlin eingeladen.
Die Ausarbeitung und Präzisierung von Plänen und Zukunftsperspektiven steht am Samstag, 20. Oktober 2012, im Mittelpunkt. Nach einem Abschlussplenum am Sonntag, 21. Oktober 2012, ab 9 Uhr, das im Zeichen der Vernetzung steht, endet die Konferenz. Die belarussischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer und die deutschen Projektpartner im Förderprogramm Belarus treffen sich bereits am Morgen des 18. Oktober 2012 zu einem Austausch über ihre deutsch-belarussischen Vorhaben, die bis Anfang 2014 in Belarus realisiert werden sollen. Gastgeber der Konferenz im VCH Hotel Christophorus des Evangelischen Johannesstift, Schönwalder Allee 26 in Berlin–Spandau sind neben dem IBB Dortmund auch die IBB „Johannes Rau“ in Minsk und das IBB Kiew / Deutsch-Ukrainisches Netzwerk. Als Kooperationspartner konnte das IBB außerdem die Stiftung West-Östliche Begegnungen gewinnen. Die Konferenz wird zudem unterstützt durch das Förderprogramm Belarus der Deutschen Bundesregierung. Die Teilnahme kostet 100 Euro inklusive Unterbringung (Doppelzimmer) und Programm. Anmeldungen sind ab sofort möglich. Weitere Informationen zum Tagungshotel finden Sie hier. Das detaillierte Programm und die Informationen zur Anmeldung finden Sie hier. To read the flyer in english please click here.
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