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07.01.2010

Ausstellungseröffnung am Holocaust-Gedenktag in Berlin

IBB macht Lebenswerk des Künstlers Leonid Lewin bekannt

Das Lebenswerk des belarussischen Künstlers und Gedenkstätten-Architekten Leonid Lewin steht im Mittelpunkt einer Ausstellung, die am 27. Januar, dem internationalen Holocaust-Gedenktag, in Berlin eröffnet wird. Die Ausstellung ist eine Kooperation des IBB Dortmund mit der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund.

Staatssekretär Michael Mertes eröffnet die Ausstellung am 27. Januar 2010 um 18.30 Uhr in der NRW-Landesvertretung in Berlin-Tiergarten.  

Lewin, 73, Träger des Leninpreises der Sowjetunion und des Bundesverdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland, hat mehr als 20 preisgekrönte Gedenkstätten in Belarus und anderen Staaten der GUS gestaltet. Sein künstlerisches Wirken gilt vielen als Basis einer europäischen Erinnerungskultur.

Im kritischen Kontrast zum Sowjetischen Realismus und zur viele Jahre verordneten Glorifizierung des Zweiten Weltkriegs in Belarus als dem „Großen Vaterländischen Krieg“ hat Lewin seit den 60er Jahren Orte der Erinnerung geschaffen, die mit einfachen Mitteln die Tragödie des Krieges und des Holocaust erfahrbar machen. Für die 1969 eröffnete Gedenkstätte Chatyn erhielt er 1970 den Leninpreis.

„Ein gutes, modernes Denkmal sollte Information, Ausdruck und Sinn vermitteln“, beschreibt Lewin den eigenen hohen Anspruch. In den Ländern der ehemaligen Sowjetunion seien viele  Kriegsdenkmäler aufgestellt worden, die mit gigantischen Ausmaßen Besucher beeindrucken wollen und dabei bedrohlich wirken. „Aber diejenigen, die als Kunstwerke gelten können, die einen berühren und zum Nachdenken bringen, lassen sich buchstäblich an einer Hand abzählen“, resümierte Lewin bereits 2008 im Interview mit der Autorin des Buches „Architektur als Gratwanderung“ Dr. Astrid Sahm, Direktorin der IBB „Johannes Rau“ in Minsk. „Ich möchte, dass der Besucher die Tragödie durchlebt, an deren Ort er gekommen ist. Wenn er die Gedenkstätte verlässt und vergisst, was er dort gesehen hat, dann habe ich mein Ziel verfehlt.“      

Mit dem Blick eines in Belarus lebenden Künstlers hält Lewin die Erinnerung an die Opfer wach: Das Denkmal für die ermordeten Juden an der Minsker Jama (Grube) zeigt die Opfer als Bronzefiguren, die als gesichtslose Schatten die Treppe zur Grube hinunter gehen. Sein Denkmal für alle ermordeten Kinder der Kriege in Krasnyj Bereg stellt ein Segelboot und Kinderbilder als Zeichen für immer verlorener Kinderträume in den Mittelpunkt. Die Erinnerung an das Konzentrationslager Stalag Nr. 342 in Molodetschno ist von außen als bedrohlich massiver Betonblock angelegt und eröffnet erst hinter den Mauern den Blick auf Zeichen der Hoffnung. Die Gedenkstätte  in Gorodeja zur Erinnerung an die ermordeten jüdischen Einwohner des Dorfes bezieht Landschaft und Menschen stark ein: Zur stilisierten Häuserruine auf dem Hügel führt eine Felsbrocken-Kaskade, die von überlebenden Dorfbewohnern zur Erinnerung an jedes einzelne Opfer dorthin geschafft wurde. 

Ein Krieg – so lautet Lewins Botschaft – kann nicht unter dem Blickwinkel von Sieg oder Niederlage betrachtet werden. Krieg ist eine menschliche Tragödie. „Das Wesentliche einer gemeinsamen Erinnerungskultur liegt aus meiner Sicht darin, dass es ein übereinstimmendes Verständnis für den Krieg als Tragödie gibt“, sagt Lewin. „Ich stehe für eine Kunst, die gegen den Krieg agitiert.“

Lewin ist in Belarus Vorsitzender des Verbandes der jüdischen Gemeinden. Seit 1995 ist er Mitglied des Kuratoriums der Internationalen Bildungs- und Begegnungsstätte „Johannes Rau“ in Minsk. Für sein herausragendes Engagement in der Versöhnungsarbeit zwischen Deutschland und Belarus erhielt er am 2. April 2008 das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Botschafter Dr. Gebhardt Weiss würdigte Lewin als Vertreter einer Generation, die die eindringliche Erinnerung an die deutschen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg mit dem Willen zur verantwortungsvollen Gestaltung einer gemeinsamen Zukunft in Europa verbindet.

Das IBB hatte Lewin bereits im Jahr 2008 das erste deutschsprachige Buch über sein Lebenswerk gewidmet. Das Buch „Architektur als Gratwanderung – Leonid Lewin – ein Werk als Brücke von Gedächtnis und Gegenwart“ kann beim IBB bestellt werden.

Termin:
Mittwoch, 27. Januar 2010, 18.30 Uhr, Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund, Hiroshimastra 12 -16, Berlin-Tiergarten.

Hinweis für die Redaktion:
Wir würden uns freuen, wenn Sie die Ausstellungseröffnung besuchen. Bitte melden Sie sich kurz und formlos an per E-Mail.  

Die Einladung zur Ausstellungseröffnung finden Sie hier.


29.12.2009

„Allons plus loin – Weiter so ! Schülerinnen und Schüler aus Frankreich und Nordrhein-Westfalen erleben Ruhr.2010“

Deutsch-französische Begegnung der Superlative im Kulturhauptstadtjahr

Eine deutsch-französische Jugendbegegnung der Superlative bringt vom 18. bis 21. März rund 2000 Schülerinnen und Schüler aus Frankreich und Nordrhein-Westfalen zum Kulturhauptstadtjahr Ruhr.2010 zusammen. „Allons plus loin - Weiter so! Schülerinnen und Schüler aus Frankreich und Nordrhein-Westfalen erleben Ruhr.2010“ heißt das Programm des Großevents, das im Auftrag der Staatskanzlei und des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen vom  Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk e. V. in Dortmund organisiert wird.

Rund 1000 Deutsch lernende Oberstufenschülerinnen und -schüler aus der Region um Paris und aus Lille folgen der Einladung von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers. Sie treffen am 18. März 2010 mit weiteren 1000 Französisch lernenden Oberstufenschülerinnen und -schülern aus mehr als 60 beteiligten Schulen in NRW zusammen. Vor Ort gestalten sie am Freitag, 19. März 2010, gemeinsam deutsch-französische Schulprojekttage, an denen sie selbst erarbeitete Präsentationen,Video-Clips, Multimedia-Shows und Musik in den Partnersprachen vorstellen. Am Samstag, 20. März 2010, werden sie in Gruppen das Ruhrgebiet erkunden und Programmangebote zum Kulturhauptstadtjahr Ruhr.2010 besuchen. Höhepunkt der Begegnung ist das Top-Event am Samstag, 20. März 2010, für alle 2000 Jugendlichen im Landschaftspark Duisburg-Nord: In der Kraftzentrale spielt eine namhafte Band aus Frankreich. Ministerpräsident Rüttgers und Schulministerin Sommer werden gemeinsam mit  französischen Politikern die Schulprojekttage besuchen und das Konzert eröffnen. In Deutschland werden die Jugendlichen während ihres Aufenthaltes in Gastfamilien untergebracht.

Mit dem Begegnungs-Programm „Allons plus loin – Weiter so! Schülerinnen und Schüler aus Frankreich und Nordrhein-Westfalen erleben Ruhr.2010“ organisiert das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen einen Gegenbesuch für die ähnlich groß dimensionierte Schülerbegegnung „Allons-y“ im Oktober 2008. Damals hatten rund 1000 Jugendliche aus Nordrhein-Westfalen am Kultur-Event „Nuit Blanche“ in Paris teilgenommen.

Die Schülerbegegnung steht in der Tradition der deutsch-französischen Freundschaft. Seit 1963 haben mehr als sechs Millionen Jugendliche aus beiden Ländern an Austauschprogrammen teilgenommen.

Die Liste der teilnehmenden Schulen finden Sie hier.


15.12.2009

Kurztrip nach Krakau statt Karneval

Einen informativen Kurztrip nach Krakau bietet das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk e.V. in Dortmund in Kooperation mit dem DGB-Bildungswerk NRW vom 12. bis 15. Februar 2010 als Alternative zum Karneval an.

Die Studienfahrt führt nach Krakau, in die heimliche Hauptstadt Polens. Jeweils ein Tag wird der Geschichte, der Bildung und der Kultur unseres zweitgrößten Nachbarn gewidmet. Los geht es am Freitag, 12. Februar, um 7 Uhr am Dortmunder Flughafen.

Die Reisegruppe wird der polnischen Geschichte als Kulturnation in der Altstadt und auf dem Schlossberg begegnen. Sie wird das polnische Bildungssystem nach seiner grundlegenden Reform und Anpassung an europäische Standards kennen

lernen, das ehemals jüdische Viertel besuchen, auf den Spuren des Dramatikers, Dichters und Malers Stanis?aw Wyspia?ski wandeln und die legendäre Sammlung der Familie Czartoryski besichtigen.

Die Programmpunkte der Studienfahrt sind eingebettet in eine außergewöhnlich vielfältige Atmosphäre von Unterkunft, Verpflegung und kulturellen Abendgestaltungen mit Konzerten. Polens Klischee als Problemkind Europas wird sich zum Bild eines sehr sympathischen Nachbarn wandeln.


Am 15. Februar, Rosenmontag, um 18 Uhr landet die Reisegruppe wieder in Dortmund.
Die Teilnahme an dieser Flugreise kostet 485 Euro, für Gewerkschaftsmitglieder 445 Euro. Anmeldeschluss ist am 6. Januar 2010.


Nähere Informationen unter Anmeldungen unter der Rufnummer 0231-952096-0 oder unter www.ibb-d.de.

 

Kurztrip nach Krakau statt Karneval

Einen informativen Kurztrip nach Krakau statt Karneval bietet das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk e.V. in Dortmund in Kooperation mit dem DGB-Bildungswerk NRW vom 12. bis 15. Februar 2010 an. Die Studienfahrt widmet jeweils einen Tag der Geschichte, der Bildung und der Kultur der heimlichen Hauptstadt Polens. Die Teilnahme an der Flugreise ab Dortmund kostet 485 Euro, für Gewerkschaftsmitglieder 445 Euro. Anmeldeschluss ist am 6. Januar 2010.

Nähere Informationen unter Anmeldungen unter der Rufnummer 0231-952096-0 oder unter www.ibb-d.de.

 

30.11.2009

Junge Leute aus Leverkusen treffen auf Gleichaltrige aus Polen und Frankreich – Letztes von 13 Workcamps 2009 beginnt Montag in Bad Honnef

ewoca³ geht voller Energie in den Schlussspurt

Dortmund/Bonn. 30.11.2009. Um Energie geht es im 13. und letzten ewoca³-Workcamp im Jahr 2009 von Montag, 30. November 2009, bis Montag, 14. Dezember 2009, in Bad Honnef. Elf Jugendliche aus Leverkusen treffen dort auf Gleichaltrige aus der polnischen Stadt Bedzin und der französischen Stadt Hazebrouck. Die französisch-deutsch-polnische Begegnung organisiert das Gustav-Stresemann-Institut in Bonn im Rahmen von ewoca³, einem Förderprogramm der Stiftung Mercator, durchgeführt vom IBB Dortmund. 

„Gestalte Deine Zukunft! Unsere Umwelt – unsere Energie – unsere Zukunft“ heißt das Motto der trilateralen Begegnung, die einen großen Bogen spannt von der persönlichen Lebensenergie bis zum  schonenden Umgang mit allen Kraftquellen, die Menschen und Maschinen antreiben. So beginnt jeder Tag im Workcamp mit einem Energizing genannten, Lebensenergie aktivierenden Ritual. Workshops zum Thema „Energie tanken“ gehen der Frage auf den Grund, welchen Einfluss kooperatives Verhalten auf das Klima untereinander hat. Aber auch die Frage: „Wo bleibt unsere Energie?“ soll in einer Betrachtung des Lebensalltags in Frankreich, Polen und Deutschland beantwortet werden.

Bei Exkursionen ins RWE-Technikmuseum in Recklinghausen (6. Dezember) und zu den  Stadtwerken Bonn (7. Dezember) werden sich die 17- bis 23-jährigen mit historischen und zukunftsweisenden Methoden zur Stromerzeugung beschäftigen. Zum Ressourcen schonenden Umgang mit Energie bereiten sie für Donnerstag, 10. Dezember, schließlich einen Aktionstag in Bad Honnef vor. Mit kreativen Mitteln – Theater, Rap und Collagen – werden „Energiefresser“ dargestellt und kritisch hinterfragt.

Ausflüge zu historischen und kulturellen Besonderheiten in der Region der früheren deutschen Bundeshauptstadt, eine Stadterkundungstour in Bad Honnef und sportliche Aktivitäten runden das Programm ab.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Leverkusen, Hazebrouck in Nordfrankreich (Nähe Lille) und Bedzin in Südpolen (Nähe Kattowitz) treffen bereits am Montag, 30. November, in Bad Honnef ein.

Hinweis für die Redaktionen:
Herzliche Einladung zum Präsentationstag am Donnerstag, 10. Dezember, ab 11 Uhr, in der Jugendherberge Bad Honnef, Selhofer Straße 106, 53604 Bad Honnef. Bitte geben Sie uns formlos per E-Mail Nachricht, ob wir mit Ihrer Teilnahme rechnen dürfen. 

30.10.2009

Prominente Zeitzeugen des Mauerfalls zu Gast in NRW

Warum besetzt ein Pfarrer die Dienststelle eines Ministeriums? Und warum wird eine Kindergärtnerin als Verräterin beschimpft? In ihren persönlichen Schilderungen erzählen sieben Zeitzeugen in dieser Woche vom 2. bis 5. November Jugendlichen und Erwachsenen sehr lebendig, wie sie die DDR und die friedliche Revolution von 1989 erlebt haben.

Das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk e. V. in Dortmund (IBB) organisiert Besuche in rund 20 Schulen in Nordrhein-Westfalen von Hagen bis Dinslaken, außerdem in der VHS Castrop-Rauxel und in der Kirchengemeinde Dortmund-Marten.

Unterstützt wird die Reihe von der Landeszentrale für politische Bildung und vom Evangelischen Erwachsenenbildungswerk Westfalen und Lippe e. V.. „Wir möchten mit dieser Veranstaltungsreihe einen Impuls geben, damit sich mehr Menschen mit diesem Teil der deutschen Zeitgeschichte beschäftigen“, sagt IBB- Geschäftsführerin Elke Wegener.

Dieses Projekt stellt das IBB in einem Pressegespräch vor am:


Dienstag, 3. November 2009, um 12.00 Uhr
im Sitzungssaal des IBB,
Bornstraße 66,
in Dortmund-Mitte.


Mit dabei sind Buchautor Lothar Lienicke und Zeitzeugin Sigrid Paul.
 
Alle Termine in NRW auf einen Blick. 


Montag, 2.11.2009:
Dinslaken
, Gustav-Heinemann-Gymnasium, Kirchstraße 63, 8 bis 9.30 Uhr, Zeitzeugen Sigrid Paul und Lothar Lienicke,
Dinslaken, Gustav-Heinemann-Gymnasium, Kirchstraße 63, 9.45 bis 11 Uhr, Zeitzeugen Sigrid Paul und Lothar Lienicke,
Recklinghausen, Alexandrine-Berufskolleg, Werkstättenstraße 16 bis 18, 11 bis 13 Uhr, Zeitzeugen  Almut Michael und Hannelore Schütz,
Dortmund, Fachseminar für Altenpflege, Mergelteichstraße 47, 13.30 bis 15 Uhr, Zeitzeuge Andreas Schönfelder,
Lünen, Geschwister-Scholl-Gesamtschule, Holtgrevenstraße 2 -6, 14.15 bis 15.50 Uhr, Zeitzeugen Frau Paul, Lothar Lienicke,

Bochum, Albert-Einstein-Gymnasium, Querenburger Str. 45, 14.30 bis 16 Uhr, Thomas Pilz und Arndt Morgenroth. 
  

Dienstag, 3. 11.2009:
Hamm
, Sophie-Scholl-Gesamtschule, Stefanstr. 42, 9.55 bis 11.30 Uhr, Zeitzeuge Arndt Morgenroth,
Lünen, Geschwister-Scholl-Gesamtschule, 12 bis 13.30 Uhr, Zeitzeugen Andreas Schönfelder, Almut Michael, Hannelore Schütz,
Dortmund, 11.30 bis 12.45 Uhr: Heisenberg-Gymnasium, Preußische Straße 225, Zeitzeuge Thomas Pilz.

Mittwoch, 4. 11.2009:
Lünen
, Geschwister-Scholl-Gesamtschule Lünen, Holtgrevenstraße 2 - 6,  8.10 bis 9.45 Uhr, Zeitzeugen Frau Paul und Almut Michael,
Hagen, Christian-Rohlfs-Gymnasium, Ennepeufer 1-3, 7.45 bis 9.25 Uhr, Zeitzeuge Andreas Schönfelder
Bochum, Albert-Einstein-Gymnasium, Querenburger Str. 45, 8.15 bis 9.45 Uhr und 10.05 bis 11.40 Uhr, Arndt Morgenroth,
Castrop-Rauxel, Willy-Brandt-Gesamtschule, Bahnhofstr. 160, 8 bis 9.35 Uhr und 10 bis 11.35 Uhr, Zeitzeugen Thomas Pilz und Lothar Lienicke,
Castrop- Rauxel, VHS, 14.30 bis 16 Uhr, Zeitzeugin Hannelore Schütz.

 

Donnerstag, 5.11.2009:
Bochum
, Walter-Gropius-Berufskolleg, Ostring, 9.15 bis 10.45 und 11 bis 12.30 Uhr, Thomas Pilz,
Essen, Freie Waldorfschule, Schellstr. 47, 11.45 bis 13 Uhr, Almut Michael und Hannelore Schütz,

Dortmund, Wilhelm-Rein-Förderschule, CAstroper Str. 121, 8 bis 9.30 Uhr, Zeitzeuge Anrdt Morgenroth
Dortmund, Max-Planck-Gymnasium, Ardeystr. 70 - 72, 9.50 bis 11.25 Uhr, Zeitzeuge Andreas Schönfelder,
Hagen, Christian-Rohlfs-Gymnasium, Ennepeufer 1-3, 11.35 bis 13 Uhr, Zeitzeuge Lothar Lienicke.,
Herdecke, Zivildienstschule Herdecke, Ostender Str. 21, 14 bis 15.30 Uhr, Zeitzeugen Lothar Lienicke und Thomas Pilz,
Dortmund, Droste-Hülshoff-Realschule, Bockenfelder Str. 58, 14 bis 15.30 Uhr, Zeitzeugen Almut Michael und Hannelore Schütz,
Dortmund, Kirchengemeinde Marten, ab 17 Uhr, Zeitzeuge Arndt Morgenroth.

 

09.10.2009

20 Jahre Mauerfall - Zeitzeugen haben noch Termine frei für Schulen und Diskussionsrunden

Sieben Zeitzeugen der friedlichen Revolution 1989 und der deutschen Wiedervereinigung bringt das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk e. V. in Dortmund (IBB) nach Nordrhein-Westfalen. „Wir freuen uns, dass wir nach unserer ersten Angebotsrunde an die weiterführenden Schulen im Lande nun auch noch Termine vergeben können an Veranstalter von Diskussionsabenden“, sagt Elke Wegener, Geschäftsführerin des IBB.


In der Woche von Montag,  2. November, bis Freitag, 6. November, stehen die Zeitzeugen aus der politischen und kirchlichen Opposition der früheren DDR für Gesprächsrunden zur Verfügung. 15 Schulen aus NRW haben ihr Interesse bekundet. Weitere können sich noch melden. Neben Schulen sind auch Kirchengemeinden, Parteien, Jugendorganisationen und Vereine angesprochen. Der Kostenbeitrag liegt bei 25 Euro.

Vor allem junge Menschen im Westen haben 20 Jahre nach dem Fall der Mauer ein nur lückenhaftes Wissen über die Lebensumstände in der ehemaligen DDR und die Ereignisse, die schließlich zur Maueröffnung führten. Mit dem Angebot will das IBB einen Impuls geben zur Beschäftigung mit der jüngeren deutschen Geschichte und zur Überwindung der „Mauer in den Köpfen“. Unterstützt wird das Projekt durch die Landeszentrale für politische Bildung. Eine Förderung erhält es außerdem vom Sonderfonds des Evangelischen Erwachsenenbildungwerks Westfalen und Lippe e. V..


Zeitzeugengespräche haben sich bereits in der Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit bewährt. In der Geschichtsdidaktik genießen sie eine hohe Wertschätzung wegen ihres hohen kognitiven und emotionalen Lernpotentials.


Begleitet werden die Zeitzeugengespräche durch ein Training zur Methode der „Oral History“ am 31. Oktober und 1. November 2009. Außerdem ist eine zentrale Vortragsveranstaltung geplant.

Für die Gesprächsrunden nimmt das IBB ab sofort verbindliche Anmeldungen entgegen unter der Rufnummer 0231-952096-0.

 

25.09.2009

Silvester in Masuren: Ein Wintermärchen

Ein wahres Wintermärchen verspricht die Silvester-Fahrt des IBB in diesem Jahr zu werden: In der malerischen Idylle Masurens, das viele aus den liebevollen Erzählungen von Siegfried Lenz und Arno Surminski kennen, werden die Teilnehmenden entspannt den Jahreswechsel feiern.

Die Reize der höchstwahrscheinlich schneebedeckten Landschaft im hohen Norden Polens und die Reize der regionalen Küche werden Augen und Gaumen verwöhnen. In der Johannisburger Heide, dem größten Waldgebiet Polens, wird ein Mitarbeiter der Försterei Nikolaiken die Besucher mit den Besonderheiten der Pflanzen- und Tierwelt vertraut machen.

Ein nächtliches Lagerfeuer am Rande des Nikolajker Sees und eine Pferdeschlittenfahrt durch die Weite der Wälder werden in unvergesslicher Erinnerung bleiben. Daneben vermitteln kompetente Gesprächspartner einen guten Überblick über geschichtliche und aktuelle Aspekte Polens und über das deutsch-polnische Verhältnis.

Die traditionelle Silvester-Fahrt des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerks e.V. in Dortmund (IBB) beginnt am 30. Dezember 2009 und endet am 3. Januar 2010. Die Anreise kann wahlweise per Flugzeug oder mit der Bahn erfolgen. Ab Warschau geht es weiter mit dem Charterbus bis ans Ziel in Lötzen / Gi?ycko.


Anmeldeschluss ist am 17. November. Nähere Informationen und Anmeldungen unter 0231-952096-0 oder unter www.ibb-d.de.

 

17.09.2009

IBB übernimmt die Patenschaft für die Gesamtschule Scharnhorst

Das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk e. V. in Dortmund übernimmt am heutigen Donnerstag die Patenschaft für die Gesamtschule Scharnhorst, die offiziell die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ erhält.

„Ich freue mich schon sehr auf die künftige Zusammenarbeit“, sagte Elke Wegener, Geschäftsführerin des IBB, das schon mit vielen Schulen zusammenarbeitet in der Organisation von Gedenkstättenfahrten oder Unterrichtsprojekten.

Im Rahmen des Schulfestes zum 40jährigen Bestehen der Gesamtschule im Dortmunder Stadtteil Scharnhorst überreichte sie am heutigen Donnerstag zusammen mit dem langjährigen IBB-Mitglied Dr. Alf Seippel, ein Patengeschenk: Ein Wochenendseminar in Hattingen vom 4. bis 6. Dezember 2009 zum Thema „Normalzustand? – Rechte Jugendkultur“. Das Wochenendseminar soll die bisherige Projektarbeit der Schule gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ergänzen.

Dr. Seippel, der als Pfarrer im Ruhestand und langjähriger Kenner des IBB die Patenschaft ausfüllen wird,  stellte in seiner Ansprache die Arbeit des IBB und seine Motivation vor: „Kriege sind für mich ein Ausdruck der Gewaltbereitschaft einer Gesellschaft. Konflikte lassen sich aber auch anders lösen – zwischen den einzelnen Menschen ebenso wie zwischen Völkern.“ Sowohl in seiner Arbeit als Pfarrer und Beauftragter für Kriegsdienstverweigerer als auch beim Aufbau eines Freiwilligendienstes für Osteuropa habe er sich der gewaltfreien Überwindung von Konflikten gewidmet und vielfältige Beiträge geleistet getreu dem IBB-Motto „Grenzen überwinden“.

28.08.2009

Zum Jahrestag des Kriegsbeginns ein Beitrag zur Versöhnug

Den deutschen und sowjetischen Überfall auf Polen am 1. bzw. 17. September 1939 thematisiert eine Studienfahrt des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerks (IBB) in Dortmund. Vom 30. August bis 6. September 2009 geht es nach Polen und Belarus. Bei Gedenkfeierlichkeiten in Warschau und Minsk und mit dem Besuch von historischen Orten will das IBB einen weiteren Beitrag leisten zur Versöhnung und zum Entstehen einer europäischen Erinnerungskultur. Ein Höhepunkt der Reise ist die Teilnahme an einem hochkarätig besetzten Studientag zur Erinnerungskultur am Donnerstag, 3. September 2009, in Minsk.

  

Erstes Ziel der Reise ist Warschau, wo die Reisegruppe am Dienstag, 1. September, an den Gedenkfeierlichkeiten zum Kriegsbeginn vor 70 Jahren und an einer Ausstellungseröffnung teilnimmt. Zuvor, am Abend des 31. August, hat die Reisegruppe Gelegenheit mit Dr. Peter Kolb, Referatsleiter der politischen Abteilung in der deutschen Botschaft in Warschau, über das deutsch-polnische Verhältnis zu diskutieren.

 

Weitere Stationen der Reise sind Brest, Pinsk, Novogrudok und Minsk.

  

In Minsk werden die deutschen und polnischen Mitglieder der Delegation am Donnerstag, 3. September 2009, an einem hochkarätig besetzten Studientag zur Erinnerungskultur teilnehmen, den das IBB Dortmund und die IBB „Johannes Rau“ Minsk gemeinsam organisiert haben. In der Diskussion mit Historikern wie Professor Litvin und Professor Sleszynski sollen Wege zu einer deutsch-polnischen sowie polnisch- belarussischen Versöhnung betrachtet werden.

  

Denn: Am 17. September 1939 war Polen auch im Osten angegriffen worden: Als Konsequenz des so genannten Hitler-Stalin-Paktes waren Sowjettruppen in Ost-Polen einmarschiert. Während es in Deutschland und Polen Initiativen gab zur Aufarbeitung der Geschichte, ist dies zwischen Belarus und Polen bisher weitgehend nicht geschehen. In Belarus ist die sowjetische Auffassung weit verbreitet, der zufolge der Angriff einer Wiedervereinigung von West- und Ost-Belarus diente. In Polen jedoch wird der Vormarsch als Besetzung gesehen, die zur Vernichtung und Vertreibung der polnischen Intelligenz und Bauernschaft führte.

  

Neben historischen Aspekten soll die Frage der Versöhnung auch ethisch diskutiert werden. Als prominenten Gesprächspartner konnte das IBB Professor Konrad Raiser gewinnen, der von 1992 bis 2003 Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen war. 

 

Schließlich wird die Reisegruppe am Abend des 3. September auch am Festakt zum 15jährigen Bestehen der IBB „Johannes Rau“ in Minsk teilnehmen. 

 

24.08.2009

"Fremd -vertraut in Dortmund" nächsten Donnerstag im Radio

Das Gewitter machte der Übertragung am 20. August einen Strich durch die Rechnung, nun folgt der zweite Anlauf am Donnerstag, 27. August, von 21 bis 22 Uhr: Radio Do 91,2 übertragt dann im Bürgerfunk die einstündige Sendung zum Projekt "Fremd-vertraut in Dortmund". 

Schülerinnen und Schüler der Dortmunder Anne-Frank-Gesamtschule präsentieren dort die ersten Ergebnisse der Lernwerkstatt Migration, die  das IBB betreut. Die Gesamtschüler aus dem Kurs "Community education" haben ein Hörspiel erarbeitet, Interviews geführt und einen Rap-Song geschrieben. Thematisch geht es um die Lebensgeschichten von Zuwanderern unterschiedlicher Herkunft.

 

Termin: Donnerstag, 27. August, 21 bis 22 Uhr, Radio Do 91,2. 

20.08.2009

IBB bringt Zeitzeugen in die Schulen

Impuls zum Jahrestag „20 Jahre Mauerfall“

Zeitzeugen der friedlichen Revolution von 1989 und der deutschen Wiedervereinigung bringt das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk e. V. in Dortmund (IBB) in die Schulen: Pünktlich zum 20. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November 1989 organisiert das IBB eine Veranstaltungsreihe in Nordrhein-Westfalen. Schnell sein lohnt sich: Sechs Zeitzeugen werden von Montag, 2. November, bis Freitag, 6. November, unterwegs sein.

Das Wissen von jungen Menschen über Mauerfall und Wende ist besonders im Westen Deutschlands lückenhaft. Mit dem Projekt will das IBB, unterstützt von der Landeszentrale für politische Bildung, einen Impuls geben zur Beschäftigung mit der jüngeren deutschen Geschichte und zur Überwindung der „Mauer in den Köpfen“. 
 
Zeitzeugengespräche haben sich bereits in der Aufarbeitung der NS-Geschichte bewährt. In der Geschichtsdidaktik genießen sie eine hohe Wertschätzung wegen ihres hohen kognitiven und moralischen Lernpotentials.

Begleitet werden die Zeitzeugengespräche durch ein Training zur Methode der „oral history“ am 31. Oktober und 1. November. Außerdem ist eine zentrale Vortragsveranstaltung mit Dr. Joachim Gauck, dem ersten Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes im Verlauf der Projektwoche geplant in Kooperation mit dem Verein „Gegen Vergessen - Für Demokratie“.

Die Zeitzeugen-Gespräche können als etwa zweistündige Unterrichtseinheit für Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 bis 13 aller Schulformen angeboten werden. Ausgebildete IBB- Mitarbeiter stehen als Moderatoren zur Verfügung. Der Kostenbeitrag beträgt 25 Euro.

Für die Gesprächsrunden nimmt das IBB ab sofort verbindliche Anmeldungen entgegen unter der Rufnummer 0231-952096-0 oder unter  info@ibb-d.de.

 

19.08.2009

Halbzeit im Migrationsprojekt des IBB in Kooperation mit der RAA und dem Jugendring Dortmund

Anne-Frank-Gesamtschüler präsentieren erste Ergebnisse des Projektes "Fremd -vertraut in Dortmund" im Bürgerfunk

Die ersten Ergebnisse ihres Projektes „Fremd – vertraut in Dortmund“ präsentieren 24 Schülerinnen und Schüler der Anne-Frank-Gesamtschule im Bürgerfunk. Am Donnerstag, 20. August, von 21 bis 22 Uhr wird es spannend auf der Frequenz von Radio Do 91,2. Das IBB in Dortmund betreut das dreiteilige Projekt, die „Lernwerkstatt Migration“, das in Kooperation mit dem Jugendring der Stadt Dortmund und der Regionalen Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien Dortmund (RAA) entwickelt worden ist. Bis Ende Dezember wird es mit zwei weiteren Projektmodulen fortgesetzt.

Die Schüler aus dem Kurs „Community education“ an der Anne-Frank-Gesamtschule hatten im vorigen Schuljahr mit ihrer Lehrerin Antje Ruppert ein Hörspiel erarbeitet, mit Guilia Casella vom IBB einen Rap-Song geschrieben und mit Maike Giesbert vom IBB Interviews geführt in der Dortmunder City und auf dem Nordmarkt. Thematisch ging es um Zuwanderer und ihre Lebenswege. In der kreativen Auseinandersetzung mit den Biografien der Eltern- und Großelterngeneration wird ein neuer Blickwinkel auf Leben und Alltag der jugendlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer ermöglicht.

Das erste Ergebnis kann sich hören lassen: Ein insgesamt 20-minütiges Hörspiel, ein selbst getexteter Rap-Song und eine Interview-Reihe werden in der Bürgerfunksendung vorgestellt. Die Moderationstexte haben vier Schülerinnen und Schüler selbst gesprochen.

Nach dem intensiven Blick auf die Lebensgeschichte älterer Zuwanderer geht es an der Anne-Frank-Gesamtschule weiter mit der Arbeit am Thema „Perspektive Zukunft“.

Ein weiterer Zweig des Projektes „Fremd – vertraut in Dortmund“ entsteht ab September am Werkhof Scharnhorst, wo 16- bis 20-Jährige ohne Schulabschluss ein Werkstattjahr absolvieren. Projektteilnehmerinnen und –teilnehmer werden sich mit Berufs- und Erwerbsbiografien von Zuwanderern beschäftigen.

Der dritte Zweig wird gemeinsam mit der Alevitischen Jugend entwickelt. Zum Ende des Jahres entsteht eine DVD, die in Dortmund verbreitet werden soll, so das Ziel des Projektes, das eigens vom Medienpädagogen Jürgen Gorgol begleitet wird. Denn: Junge Menschen mit Migrationshintergrund sollen sich mit ihrer kreativen Kompetenz vorstellen können – gegenüber einer Mehrheitsgesellschaft, die sonst häufig nur die Defizite wahrnimmt. Sendetermin: Donnerstag, 20. August, 21 bis 22 Uhr, Bürgerfunk auf Radio Do 91,2.

05.08.2009

Beratungstag für das Förderprogramm Belarus in Dortmund

Zu einem Beratungstermin über das Förderprogramm Belarus lädt das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk alle Interessierten für Samstag, 22. August, herzlich nach Dortmund ein. Treffpunkt ist ab 11 Uhr das Dietrich-Keuning-Haus an der Leopoldstraße 50-58, in 44122 Dortmund. Dort können Vertreter von Nichtregierungsorganisationen mit Vertretern des IBB gemeinsam alle Fragen rund um die Antragstellung zur fünften Phase des Förderprogramms besprechen.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit hat das seit 2002 laufende Förderprogramm Belarus aktuell zum fünften Mal aufgelegt. Das IBB betreut und organisiert das Programm. Es fördert den Aufbau zivilgesellschaftlicher Strukturen im östlichen EU-Nachbarland  Belarus, indem es Projekte unterstützt, die von deutschen und belarussischen Partnern gemeinsam entwickelt und getragen werden. Bewerbungsschluss ist am 15. September 2009.

Ausführliche Informationen zum Förderprogramm Belarus finden Sie unter www.ibb-d.de.

Interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden um eine kurze Voranmeldung gebeten per E-Mail an  Olga Rensch rensch@ibb-d.de  oder Martin Schön schoen@ibb-d.de .

04.08.2009

Studienfahrt nach Usbekistan - Spurensuche an der Seidenstraße

Eine Rundreise durch Usbekistan mit interessanten Besichtigungen und Begegnungen bietet das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk Dortmund e. V. vom 5. bis 15. Oktober 2009 an.

Die Reisegruppe wird in Termez, Scharisabs, Buchara, Samarkand und schließlich der Hauptstadt Taschkent das zentralasiatische Land an der alten Seidenstraße entdecken. Verschiedene Kulturen, leuchtende Trachten, eine Vielfalt an Früchten, weiße Baumwollfelder und weite Wüsten wollen entdeckt werden. Neben den üblichen Stadtbesichtigungen richten die Reisenden einen intensiven Blick auf Mausoleen, Moscheen und buddhistische Tempelanlagen, um auch einen Einblick in die unterschiedlichen Religionen zu gewinnen. In Samarkand entdecken die Teilnehmenden den angeblich „schönsten Platz der Welt“. Zum Programm zählen auch ein Essen in einer usbekischen Familie sowie ein Treffen mit Schülerinnen und Lehrerinnen einer Frauenkoranschule.

Die Teilnahme kostet 2 295 Euro, inklusive Flug ab Frankfurt, Unterkunft, Programm und Transfers. Bei mehr als 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmern verringert sich der Einzelpreis auf 2 065 Euro. Nähere Informationen und Anmeldungen unter der Rufnummer 0231-952096-0 oder unter www.ibb-d.de

 

28.08.2008

IBB präsentiert erstes deutschsprachiges Buch über Leonid Lewin

28.08.2008

Dr. Astrid Sahm: Architektur als Gratwanderung

Leonid Lewin - ein Werk als Brücke von Gedächtnis und Gegenwart

Leonid Lewin, Humanist, Künstler und Architekt, stellte sein Buch am 28. August in Dortmund vor.
Leonid Lewin, IBB-Geschäftsführer Peter Junge-Wentrup und Autorin Dr. Astrid Sahm (v.l) präsentieren die jüngste Publikation des IBB. Fotos: IBB

Als Architekt hat er preisgekrönte Gedenkstätten in Belarus geschaffen, als Mensch hat er „Brücken der Versöhnung“ nach Dortmund und Deutschland gebaut: Leonid Lewin, 72, Träger des Leninpreises der Sowjetunion und des Bundesverdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland, widmet das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk Dortmund (IBB) die erste deutschsprachige Publikation: „Architektur als Gratwanderung – Leonid Lewin – ein Werk als Brücke von Gedächtnis und Gegenwart“ kann ab sofort beim IBB bestellt werden. Das Buch erscheint nicht zufällig zum internationalen Studientag „Brücken einer gemeinsamen Erinnerungskultur“ am Samstag, 30. August 2008, in Dortmund.

Im kritischen Kontrast zum Sowjetischen Realismus und zur viele Jahre verordneten Glorifizierung des Zweiten Weltkriegs in Belarus als dem „Großen Vaterländischen Krieg“ hat Lewin seit den 60er Jahren Orte der Erinnerung geschaffen, die mit einfachen Mitteln die Tragödie des Krieges und des Holocaust erfahrbar machen. Für die 1969 eröffnete Gedenkstätte Chatyn erhielt er 1970 den Leninpreis.

„Ein gutes, modernes Denkmal sollte Information, Ausdruck und Sinn vermitteln“, beschreibt  Lewin den eigenen hohen Anspruch. In den Ländern der ehemaligen Sowjetunion seien viele  Kriegsdenkmäler aufgestellt worden, die mit gigantischen Ausmaßen Besucher beeindrucken wollen und dabei bedrohlich wirken. „Aber diejenigen, die als Kunstwerke gelten können, die einen berühren und zum Nachdenken bringen, lassen sich buchstäblich an einer Hand abzählen“, resümiert Lewin im Interview mit Autorin Dr. Astrid Sahm, Leiterin der IBB „Johannes Rau“ in Minsk. „Ich möchte, dass der Besucher die Tragödie durchlebt, an deren Ort er gekommen ist. Wenn er die Gedenkstätte verlässt und vergisst, was er dort gesehen hat, dann habe ich mein Ziel verfehlt.“     

Mit dem Blick eines in Belarus lebenden Künstlers hält Lewin die Erinnerung an die Opfer wach: Das Denkmal für die ermordeten Juden an der Minsker Jama (Grube) zeigt die Opfer als Bronzefiguren, die als gesichtslose Schatten die Treppe zur Grube hinunter gehen. Sein Denkmal für alle ermordeten Kinder der Kriege in Krasnyj Bereg stellt ein Segelboot und Kinderbilder als Zeichen für immer verlorener Kinderträume in den Mittelpunkt. Die Erinnerung an das Konzentrationslager Stalag Nr. 342 in Molodetschno ist von außen als bedrohlich massiver Betonblock angelegt und eröffnet erst hinter den Mauern den Blick auf Zeichen der Hoffnung. Die Gedenkstätte  in Gorodeja zur Erinnerung an die ermordeten jüdischen Einwohner des Dorfes bezieht Landschaft und Menschen stark ein: Zur stilisierten Häuserruine auf dem Hügel führt eine Felsbrocken-Kaskade, die von überlebenden Dorfbewohnern zur Erinnerung an jedes einzelne Opfer dorthin geschafft wurde.
 
Ein Krieg – so lautet Lewins Botschaft – kann nicht unter dem Blickwinkel von Sieg oder Niederlage betrachtet werden. Krieg ist eine menschliche Tragödie. „Das Wesentliche einer gemeinsamen Erinnerungskultur liegt aus meiner Sicht darin, dass es ein übereinstimmendes Verständnis für den Krieg als Tragödie gibt“, sagt Lewin. „Ich stehe für eine Kunst, die gegen den Krieg agitiert.“

Lewin ist in Belarus Vorsitzender des Verbandes der jüdischen Gemeinden. Seit 1995 ist er Mitglied des Kuratoriums der Internationalen Bildungs- und Begegnungsstätte „Johannes Rau“ in Minsk. Für sein herausragendes Engagement in der Versöhnungsarbeit zwischen Deutschland und Belarus erhielt er am 2. April 2008 das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Botschafter Dr. Gebhardt Weiss würdigte Lewin als Vertreter einer Generation, die die eindringliche Erinnerung an die deutschen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg mit dem Willen zur verantwortungsvollen Gestaltung einer gemeinsamen Zukunft in Europa verbindet.

Im Laufe seines bisherigen beruflichen Schaffens hat Lewin mehr als 20 Orte der mahnenden Erinnerung gestaltet. Aktuell arbeitet er an Gedenkstätten für die Opfer des Holocaust in Mosyr und Witebsk.

Das 66 Seiten umfassende Buch kann ab sofort bestellt werden gegen eine Schutzgebühr von fünf Euro beim Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk Dortmund unter der Tel: 0231-952096-0 oder auf der Homepage www.ibb-d.de.
 

28.08.2008

Hintergrund-Informationen zu den wichtigsten Gedenkstätten von Leonid Lewin in Chatyn, Minsk, Gorodeja und Krasnyj Bereg in Belarus

In der Gedenkstätte Chatyn sehen viele das internationale Mahnmal gegen Krieg.
Die Bronzefiguren an der Jama in Minsk.
Das Mahnmal in Krasnyj Bereg.
Die Gedenkstätte Gorodeja.

Die Gedenkstätte Chatyn:

Das Dorf Chatyn wurde am 22. März 1943 durch ein SS-Kommando vernichtet. Nur vier der 149 Einwohner überlebten: Der Schmied Josef Kaminskij sowie drei Kinder. Chatyn ist eines von  insgesamt 629 niedergebrannten Dörfern. Jeder vierte Einwohner, mehr als 2,2 Millionen Menschen, starben in Belarus.

1969, anlässlich des 25. Jahrestages der Befreiung von Belarus, wurde die Gedenkstätte Chatyn zur Erinnerung an das Leid der belarussischen Bevölkerung im Vernichtungskrieg  eröffnet: Das von Lewin mitgestaltete Konzept zeigt den Schmied Kaminskij überlebensgroß, der seinen toten Sohn aus einer verbrannten Scheune trägt. Die Grundmauern der 26 vernichteten Häuser und ihre Schornsteine sind durch Betonbalken und -kamine nachgezeichnet. In jedem Haus erklingt regelmäßig eine Glocke. Auf einem benachbarten „Friedhof der vernichteten Dörfer“ sind jeweils etwas Heimaterde und andere Erinnerungsgegenstände in Urnen beigesetzt. Außerdem erinnert die Gedenkstätte an die 66 Konzentrationslager auf belarussischem Boden. Auf einem künstlerisch gestalteten „Lebensbaum“ sind die Namen aller vernichteten Dörfer aufgelistet. Als Zeichen der Hoffnung symbolisieren drei Birken das Überleben von drei Vierteln der Bevölkerung. Ein ewiges Feuer erinnert an das ausgelöschte vierte Viertel.
Chatyn hatte schnell nationale Bedeutung erlangt, vielen gilt es als das internationale Denkmal gegen den Krieg.

 Die Jama im ehemaligen Minsker Ghetto

Im Minsker Ghetto wurden zwischen 1941 und 1943 mehr als 100 000 Juden ermordet  (von 800 000 jüdischen Opfern in Belarus insgesamt). Allein in der Jama wurden am 2. März 1942 etwa 5000 Menschen erschossen.

Zur Erinnerung errichteten Überlebende bereits 1946 einen Obelisken aus schwarzem Marmor – das wohl einzige Denkmal in der gesamten Sowjetunion, das eine Inschrift auf Jiddisch enthielt und die jüdischen Opfer des Holocaust direkt nannte. 1992 - Belarus war unabhängig – wurde die Jama um die „Allee der Gerechten der Völker“ erweitert. Sie
erinnert an Mitbürger, die Juden gerettet haben. Im Juli 2000 wurde der Ort durch 27 Bronzefiguren erweitert, die auf der neu angelegten Treppe, gesichtslosen Schatten gleich, in die Grube hinabsteigen. Die Plastik ist das gemeinsame Werk von Leonid Lewin (Idee und Konzeption), Künstlerin Else Pollack (Tonmodell) und Bildhauer Alexander Finskij (Bronzefiguren).

 

 

Die Gedenkstätte für die Opfer des Holocausts in Gorodeja

In Gorodeja wurden am 17. Juli 1942 alle 1137 jüdischen Einwohner von Deutschen  erschossen bzw. erschlagen.

Die 2004 von Lewin geschaffene Gedenkstätte bezieht ihre starke Wirkung aus wenigen einfachen Materialien wie Beton, Steinen und Metall. Auf einem Hügel gelegen bezieht sie die Landschaft und die Menschen ein. Von Ferne sieht man zunächst Steine, die einen gewundenen Weg zum Hügel zeichnen. Sie symbolisieren den Weg der Juden von ihren Häusern zu ihrem Todesort. An ihren Platz gelegt wurden sie von überlebenden Bewohnern des Ortes. Weithin sichtbar auf der Kuppe hat Lewin mit Betonwänden und glaslosen Fenstern aus Metall die Überreste eines zerstörten Hauses nachgeahmt. Die stilisierten Fenster sollen den Blick auf die Hilflosigkeit und Verzweiflung der Opfer und die Ohnmacht der verschonten nichtjüdischen Beobachter lenken. Das Kinder-Mahnmal in Krasnyj Bereg: In Krasnyj Bereg hatten die deutschen Besatzungstruppen während des Zweiten Weltkriegs ein Waisenhaus bzw. eine Sammelstelle für etwa 3000 belarussische Kinder im Alter zwischen 8 und 14 Jahren eingerichtet. Nach bisher historisch nicht eindeutig belegten Vermutungen, dienten die Kinder als Blutspender für verwundete Soldaten und wurden dann getötet.   2007 eröffnet das Mahnmal im Mittelpunkt ein Segelboot als Symbol für Kinderträume, auf dem die Namen von 171 der Vernichtung entronnenen Kindern festgehalten sind. Es „segelt“ sozusagen auf einem Meer von Tafeln, die Kinderbilder zeigen. Diese Bilder sind in Krasnyj Bereg und anderen Vernichtungslagern entstanden. Den Grundriss der Gedenkstätte bildet eine lange Straße, die in einen kreisrunden „Sonnen“-Platz mündet, von dem sieben Wege wie „Sonnenstrahlen“  abgehen. Die Wiesen zwischen den Alleen sind mit Apfelbäumen als Zeichen der Hoffnung bepflanzt.

Hinweis für die Redaktionen: Alle Fotos der Gedenkstätten stehen in druckfähiger Qualität zum Download bereit hier: 

 

Gedenkstätte Chatyn (2 MB)

Jama Minsk  (2 MB)

Mahnmal Krasnyj Bereg (2 MB)


 

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