Stimmen nach Fukushima und Tschernobyl

25 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl geraten mehrere Reaktorblöcke des Kernkraftwerks Fukushima in Japan in eine hochgefährliche Situation. Radioaktive Strahlung entweicht, Plutonium gelangt in die Umwelt. Die aktuellen Bilder erschüttern und rütteln auf. Das IBB stößt eine politische Debatte im Deutschen Bundestag an und es will im Namen vieler sprechen. Deshalb sammelt es Stellungnahmen und übergibt sie in Berlin an politische Entcsheidungsträger. Auf dieser Seite veröffentlichen wir die Stimmen, die nach Tschernobyl und Fukushima lauter werden und sich Gehör verschaffen. Machen Sie mit! Senden Sie uns Ihre Stellungnahme und ein Portraitfoto am besten per E-Mail an roshol@ibb-d.de.

Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin

Gegenüber von meinem Rathaus im Herzen von Berlin steht ein kleines Denkmal für die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl. Konfrontiert mit dem Geschehen in Fukushima können wir heute eindeutig feststellen: Wir haben die nötigen Konsequenzen nicht gezogen. Für uns und besonders für die augenblickliche Bundesregierung gilt: Wir müssen auf einen konsequenten Ausstieg aus der Kernenergie setzen.

Dr. Ludwig Schick, Erzbischof, Bamberg

Raus aus der Atomkraft, rein in einen bescheideneren Lebensstil
Besonders bedrängt uns aber zurzeit die Katastrophe in Japan. Nach einem schlimmen Erdbeben und einem Tsunami leiden jetzt die Menschen in Japan unter den Verstrahlungen aus zerstörten Atomkraftwerken und sie leben in großer Angst, dass der Schaden, den die Atomkraft auslösen könnte, noch schlimmer sein wird als Erdbeben und Tsunami zusammen.
Das hat weltweit ein Nachdenken über die Atomkraft ausgelöst. Gott sei Dank!
Ohne Wenn und Aber plädiere ich für ein Abschalten der Atomkraftwerke und das nicht erst seit heute. Aber wer sich diesem Appell erhebt - derzeit sind das viele - muss mit dem „Raus“ aus der Atomenergie ein „Rein“ in einen veränderten Lebenswandel verbinden. Anders ist das „Raus“ aus der Atomenergie verlogen und letztlich sinnlos. Unsere Politiker lavieren seit Jahrzehnten in diesen Fragen, weil sie sich an die Meinungen und Stimmungen in der ...weiterlesen...

Manuela Schwesig, Sozialministerin des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Es ist schon fast absurd, dass der 25. Jahrestag von Tschernobyl fast zusammenfällt mit der Atomkraft-Katastrophe von Fukushima. Diese beiden dramatischen Ereignisse sind ein Beweis dafür, dass die Nutzung der Atomkraft der falsche Weg ist.
Während in Russland noch immer ganze Landstriche verstrahlt sind und tausende Menschen unter den Folgen des Super-GAU in der ehemaligen Sowjetunion leiden, steht die Menschheit unter dem Schock der Atomkatastrophe von Fukushima. Das Hochtechnologieland Japan und die ganze übrige Welt stellt in diesen Wochen fest, welch grausame Veränderung die unkontrollierte Entwicklung in den Reaktorblöcken von Fukushima nach sich zieht. Bei vielen Menschen hat ein Umdenken eingesetzt, zum Teil aus Überzeugung, zum Teil aus Populismus. Eines haben beide Ereignisse gemeinsam: Die Erkenntnis, dass nicht alles, was ...weiterlesen...

Landtag Brandenburg

Atomkraft, nein danke! - Für eine zukunftsfähige Energieversorgung in Brandenburg und Deutschland - Energiepolitik ist eine zentrale Säule zukunftsfähiger Wirtschafts- und Klimaschutzpolitik
Der Landtag stellt fest:
Das von der Bundesregierung verkündete dreimonatige Moratorium für die vereinbarte Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke in Deutschland korrigiert weder die grundsätzlich falschen energiepolitischen und gesetzlichen Weichenstellungen noch gibt es Antworten auf die Frage, wie ein zukunftsfähiges und nachhaltiges Energiekonzept für die Bundesrepublik aussieht....weiterlesen...

Maria Unger, Bürgermeisterin der Stadt Gütersloh

Schon die Geschehnisse in Tschernobyl mussten als eine weltweite Mahnung zur verantwortlichen Energiepolitik verstanden werden. Dass diese Energiepolitik nach wie vor in nicht ausreichendem Respekt vor dem Menschen und den natürlichen Lebensgrundlagen erfolgt, wird auf erschreckende Weise durch die Katastrophe rund um das japanische Atomkraftwerk Fukushima deutlich. Die Ziele wirtschaftliches Wachstum und hoher Lebensstandard dürfen nicht um jeden Preis verfolgt werden. Die Politik in Deutschland ist gefordert, Wege aufzuzeigen, wie der Energiebedarf künftig in verantwortbarer Weise gedeckt werden kann und das heißt für mich: Schnellstmöglicher Ausstieg aus der Atomenergie. Jeder Einzelne von uns ist aber ebenso gefragt, Energie zu sparen und daran zu arbeiten, unseren Kindern, eine lebenswerte Umwelt zu hinterlassen. Der Mensch beherrscht die Natur eben nicht, nicht einmal einen Großteil der Risiken und er wird es auch nie. Dies wird uns in diesen Tagen einmal mehr deutlich vor Augen geführt. Es ist Zeit, ...weiterlesen...

Dr. Herbert Schnoor, Staatsminister a.D., Werder

Wir sind sehr dankbar, dass der Bundestag heute über Atompolitik sprechen und debattieren wird. Dass die Debatte heute stattfindet, ist insbesondere deshalb wichtig, weil in wenigen Tagen der 25. Jahrestag der Tschernobylkatastrophe ist.
Viele von uns erinnern sich immer wieder an dieses furchtbare Ereignis. Manche haben diese Katastrophe jedoch leider vergessen.
Sie erinnern sich auch nicht daran, dass bei uns damals die Kinder während einiger Tage ihre Schulplätze und Spielplätze nicht betreten durften. Manche haben auch erst in diesen Tagen aufgrund der japanischen Reaktorkatastrophen erfahren, dass in Südwestdeutschland auch heute noch Fleisch von Wildschweinen nicht gegessen werden darf. Dabei liegt Südwestdeutschland mehr als ...weiterlesen...

Jürgen Roters, Oberbürgermeister der Stadt Köln

Der Super-GAU von Tschernobyl vor 25 Jahren und die aktuelle Atomkatastrophe in Fukuschima führen uns sehr deutlich die Grenzen der Beherrschbarkeit der Naturgewalten vor Augen. Damals wie heute sind die Folgen freigesetzter Strahlung für die in unmittelbarer Nähe lebende Bevölkerung, aber auch die globalen Auswirkungen auf Mensch, Tier und Natur fürchterlich erschreckend.
Vergangenheit und Aktualität führen uns radikal-konsequent zu der unausweichlichen Debatte über die Zukunft der Atomtechnologie: Fest steht für mich, dass es eine Zukunft mit Atomenergie nicht geben kann und darf. Schnellstmöglicher Ausstieg aus der Energieerzeugung mittels Atom ist das Gebot der Stunde. Der Ausbau der erneuerbaren Energieerzeugung aus Wind, Sonne und Wasser ist - auch wenn z.B. für die Stadt Köln der Atomstromanteil weit unter 10% ...weiterlesen...

Ulrich Kasparick, Schriftsteller, Staatssekretär a.D., Berlin

„…und der Zukunft zugewandt“ oder: etwas über das „Menetekel“
Eine Gruppe japanischer Journalisten wird nun in die Todeszone von Tschernobyl aufbrechen, um sich ein „Bild von der Zukunft“ zu machen.
So berichtete es am 4. April 2011 die abendliche „Tagesschau“.
Ist das eine mögliche Zukunft? Nicht nur in Nordost-Japan?
Leben wir in einer Zeit, in der man in „Todeszonen“ erfahren kann, wie es in Zukunft aussehen könnte?
Die Worte versagen angesichts dessen, was in und um Fukushima geschieht.
Die Sprache hat dafür keine Worte.
„Fukushima“ selbst wird zu einem neuen, mit Erfahrung erfüllten Wort werden, vielleicht gar zu einem Symbol....weiterlesen...

Gerda Kieninger, SPD Landtagsabgeordnete, Dortmund

25 Jahre nach dem Super-Gau in Tschernobyl mit katastrophalen Folgen für die Menschen damals wie heute, denn die Veränderung der Genstruktur von Erkrankten, macht nicht Halt vor anderen nachkommenden Generationen. Das sind die Folgen des Restrisikos von Atomkraftwerken.
Wenige Wochen nach Fukushima, ist das Ausmaß der Katastrophe noch gar nicht absehbar, dennoch ist zu befürchten, dass Millionen Menschen im Umfeld des Reaktors die Folgen des „Restrisikos“ zu tragen haben. Was bedeutet es, wenn Menschen die Folgen des Restrisikos tragen, sie sterben, sie erkranken, Kinder werden mit Missbildung geboren, ganze Regionen sind auf Jahrzehnte unbewohnbar, es ist eine globale Katastrophe.
Es ist wichtig, dass insbesondere ....weiterlesen...

Joerg Altekruse, Autor und Filmemacher, Hamburg

Welt-Mahnerbe
Tschernobyl – und jetzt Fukushima. Das sind harte, bösartige Schnitte in unseren Glauben an den ewigen Fortschritt. An technische Perfektion und Machbarkeit. Ein Schockerlebnis.
Als Filmemacher höre ich den Menschen zu, oft als Erster und Einziger. Ich habe schon mit vielen Strahlenopfern gesprochen, auch mit Kindern. Sie wissen meist nicht, was mit ihnen geschehen ist. Sie sind traumatisiert, in ihrer Lebensenergie geschwächt. Unter den Liquidatoren in Tschernobyl sprach man von „Menschen verbrennen“: 800.000 und mehr wurden für allein für die Aufräumarbeiten „verbrannt“. Wie viele es in Fukushima werden, wissen wir noch nicht.
Drehen wir die Schreckens-Medaille um: auf der anderen ...weiterlesen...

Angela Nagel, Vorsitzende „Kinder von Tschernobyl“ e.V. Düsseldorf

Tschernobyl und Fukushima
Am 12.03.2011 kamen meine Vorstandskollegin und ich am frühen Morgen nach 24-stündiger Zugfahrt von einem Besuch in der Republik Belarus zurück. Dort hatten wir zusammen mit unseren Partnern/innen den nächsten Erholungsaufenthalt für Kinder aus der verstrahlten Region um die Kreisstadt Bychow vorbereitet. Mit Entsetzen erfuhren wir, dass es am Vortag in Japan zu einer dreifachen Katastrophe gekommen war: auf ein unvorstellbar starkes Erdbeben folgte ein verheerender Tsunami und in Reaktorblöcken des Atomkraftwerkes in Fukushima drohte infolge der Zerstörungen eine Kernschmelze.
Unser tiefes Mitgefühl und unsere Sorge gelten  ...weiterlesen...

 

Kinder- und Jugendring Bochum

Fukushima mahnt: Alle Atomkraftwerke abschalten!
Eine wichtige Aufgabe des Kinder- und Jugendrings ist es, die Interessen von Kindern und Jugendlichen zu vertreten.
Der Betrieb von Atomkraftwerken ist unverantwortlich aufgrund des bestehenden „Restrisikos“, aber auch aufgrund der völlig ungelösten Atommüllfrage. Beim Betrieb der AKWs entsteht hochgefährlicher, stark strahlender Müll, der über Zehntausende Jahre sicher endgelagert werden müsste. Weltweit gibt es kein einziges Endlager und niemand weiß, wohin mit dem Müll. Trotzdem laufen die Reaktoren weiter und vergrößern täglich das Atommüllproblem. In Deutschland gestaltet sich die Endlagerung von Atommüll besonders desaströs. Die Zustände in den so genannten „Endlagern“ ...weiterlesen...

Medizinstudierende der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/ Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW)

Wir werden euch nicht retten können
Krebserkrankungen jeglicher Art, Herz-Kreislauf- Erkrankungen, Erbgutveränderungen – auch nach Beseitigung der offensichtlichen Folgen durch Erdbeben und Tsunami werden die Menschen in Japan auf Generationen zu leiden haben. Die zerstörten Städte und Dörfer wieder aufzubauen wird lange dauern. Eine Normalisierung der Lebensbedingungen für die betroffene Bevölkerung bedeutet dies jedoch nicht.
Die aus japanischen Atomkraftwerken ausgetretene Strahlung überschreitet jetzt schon  jegliche Grenzwerte um ein Vielfaches. Die Menschen in Fukushima und im gesamten Nordosten Japans werden der Radioaktivität nicht entkommen können: Sie tragen sie auf der Haut, nehmen sie mit der Nahrung auf und atmen sie ein. In den Organismus gelangt, zirkulieren strahlende Partikel mit dem Blutstrom und lagern sich auf unbestimmte Zeit in Organen ab. Dort werden sie noch sehr lange weiterstrahlen und ...weiterlesen...

Reile Hildebrandt-Junge-Wentrup, Pfarrerin, Gladbeck

Die dritte Möglichkeit besteht darin, nicht nur die Opfer unter dem Rad zu verbinden, sondern dem Rad selbst in die Speichen zu fallen….“  (Dietrich Bonhoeffer, Gesammelte Schriften II, S. 48)
Wie viele Kirchengemeinden und Tschernobylinitiativen hat es in den letzten 25 Jahren gegen, die sich um die Opfer der Tschernobylkatastrophe gekümmert haben!
Wie viele Menschen haben sich dem Leid der Kinder und ihrer Eltern gestellt!
Es ist Zeit, dem Wahnsinn der Atomkraft ein Ende zu setzen und dieses „Rad“ aufzuhalten. Tschernobyl und Fukushima haben gezeigt, ...weiterlesen...

SJD – Die Falken Unterbezirk Dortmund

Als wir Ende Januar mit Kindern und Jugendlichen die Ausstellung in der Dortmunder Petrikirche „25 Jahre nach Tschernobyl“ besuchten, erfuhren viele erstmalig über die verheerenden Folgen der letztlich nicht beherrschbaren Kernenergie. Wir Älteren hatten persönliche Erinnerungen - Pilze essen war tabu, verstrahltes Molkepulver...  Was aber die Katastrophe für die unmittelbar betroffenen Menschen bedeutete und immer noch bedeutet, war in unseren Erinnerungen verblasst.
Das persönliche Gespräch mit einem der Liquidatoren von Tschernobyl war sehr bewegend: Der damals in einer Hubschrauber-Einheit tätige Soldat berichtete, wie sie versuchten den brennenden Reaktor zu löschen. Die meisten seiner ehemaligen Kollegen sind inzwischen an der durch den Einsatz erlittenen ....weiterlesen...

Jan Hemmer, Bürgerinitiative für eine Welt ohne atomare Bedrohung e.V. Rottweil

Im Namen aller geborenen und ungeborenen Kinder,
Die Latenzzeit der Radionukleide von Tschernobyl und Fukushima kennt keine Rehabilitation, keine Wiederherstellung.
25 Jahre mit Tschernobyl – was ist geschehen?
Verbrechen.
Die, die es angeht, sind entmündigt, von Experten.
Menschen werden in verstrahlte Gebiete zurückgesiedelt.
Diese Gebiete werden für sauber erklärt.
Die Kinder werden ein zweites Mal bestraft.
In Weißrussland, in Japan, in der EU werden Werte für erlaubte Kontamination angehoben.
Standards für atomare Verseuchung von Nahrung und Wasser werden gesenkt.
Der Zerfall der Sowjetunion hat nicht zur Wahrheit 
...weiterlesen...

Thomas Oppermann, Leiter Arbeitsstelle Jugend und Demokratie des Jugendrings Dortmund

25 Jahre nach dem GAU in Tschernobyl, wird erneut das so genannte Restrisiko zu einer realen Größe, wird die Bedrohung die von dieser unbeherrschbaren Technik ausgeht, erneut spürbar. Es wird spürbar was es konkret heißt wenn Atomkraftlobbyisten, davon Reden, das Restrisiko sei Verantwortbar. Ob in Deutschland oder in anderen europäischen Länder, die Atomkraftswerksbetreiber und Politiker tun so, als wenn der GAU ein „normaler“ kalkulierbarer Unfall sei. Da werden steuerfrei Rücklagen für den Ernstfall gebildet. Ein Ernstfall der finanziell gar nicht erfassbar ist. Ein Ernstfall der wie Tschernobyl lehrt,  den Tod von Menschen bedeutet und langfristig die Schädigung der nachfolgenden Generationen bedeutet.
Wir können heute noch gar nicht abschätzen welche langfristigen Schäden der GAU in Japan haben wird. Wohl aber lässt sich schon jetzt das ...weiterlesen...

Rüdiger Lubricht, Fotograf

Seit 2003 reise ich regelmäßig in die belasteten Gebieten der Ukraine und Belarus.

Ich habe mir einen tiefen Eindruck in die von der Katastrophe betroffenen Gebiete machen können. Die Schicksale der Menschen haben bei mir einen nachhaltigen und nachdenklichen Eindruck hinterlassen. Die medizinische Situation der Bevölkerung in den belasteten Gebieten, besonders die der Kinder und Jugendlichen sind ein erschreckendes Beispiel für die von Menschen nicht zu beherrschende Atom-Technologie und dem Glauben, wir könnten uns über die Natur stellen. Ich wünsche mir sehr und hoffe, dass das, was ich an Erlebnissen meiner 8-jährigen Arbeit als Fotograf in diesem Projekt gesehen und erlebt habe, uns allen und den nachfolgenden Generationen erspart bleibt.

Daniela Schneckenburger, MdL, Dortmund

Vor 25 Jahren ereignete sich im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl ein Super-GAU. Die Folge waren zahlreiche Toten, zehntausende Menschen erkrankten, Kinder wurden mit Missbildungen geboren, verstrahlte Gebiete wurden unbewohnbar. Ein Vierteljahrhundert darauf zeigt die Katastrophe in Fukushima, dass der Super-GAU nicht nur ein theoretisches Restrisiko darstellt – auch nicht in hochindustrialisierten Ländern wie Japan.  Atomtechnologie ist keine Brückentechnologie, sondern eine Sackgasse. Darum muss die Bundesregierung  umgehend durch eine sichere gesetzliche Grundlage die Voraussetzung für einen entschädigungsfreien und rechtssicheren schnellen Ausstieg schaffen.

Fred Ape, Songwriter, Dortmund

Fast mein ganzes politisches Leben und Handeln, oder das was an Möglichkeit blieb und bleibt, war immer bestimmt vom Kampf gegen atomare Bewaffnung - und vom Widerstand gegen die sogenannte friedliche Nutzung der Atomkaft. Was blieb mir? Vor allem zu singen, zu schreien und manchmal auch zu bluten. Ich kann mich genau an eine Szene erinnern, wo ich in dem weiten Hall der Reinoldikirche zum ersten Mal meinen Text "Festung Gorleben" sang. Es war 1977. Es war zu Zeiten des Beginns der "Atomkraft? Nein danke!" - Bewegung. Wir haben in Wackersdorf, Kalkar und Gorleben gespielt. Und alles echot bis heute nach. Keiner der Songs hat an Aktualität eingebüßt und ich singe sie so lange weiter, bis ich von der Bühne falle. Mehr kann ich auch nicht machen. Aber ich bin stolz immer eine entschiedene Haltung gehabt zu haben. Fukushima ist überall.

Katharina von Bremen, deutscher Beirat der Stiftung „Lebendige Partnerschaft“ Minsk/Belarus

Geschichte wiederholt sich – nicht, sagt man, doch dies gilt nicht für den Umgang mit der Kernenergie
25 Jahre nach Tschernobyl: Fukushima. Niemand hätte sich ein solches Zusammenfallen von erinner­ter und gegenwärtiger Katastrophe erdenken können oder wollen. Eine Mahnung, wie sie schreck­licher nicht sein kann. Ein Menetekel, eine Schrift an der Wand wie aus dem biblischen Buch Daniel: Sie stand dort schon vor Tschernobyl: dass Atomkraft von Menschen nicht zu bewältigen ist, dass Menschenleben gewusst aufs Spiel gesetzt werden, dass Technik offensichtlich nicht dem System­zwang von „guter“ oder „böser“ Herrschaft unterliegt. „Die Tage deiner Herrschaft sind gezählt; Gott macht ihr ein Ende“, heißt es im deutbaren Rätsel des Menetekel in Daniel 5,25. Ja, das hoffe ich, dass die Herrschaft des Atoms bzw. der herrschende Glaube an die Beherrschbarkeit angezählt ist...weiterlesen...

BUNDjugend NRW, Soest

Atomkraftwerke Abschalten - Erneuerbare Energien fördern

25 Jahre nach Tschernobyl kreisen wieder Hubschrauber über einem AKW. Es ist geschehen, was nie hätte geschehen dürfen. Es ist geschehen, was nie wieder geschehen darf.

Darum fordern wir, die Jugend im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Landesverband Nordrhein-Westfalen, die sofortige Abschaltung aller Atomkraftwerke! Keinesfalls darf jedoch der Klimaschutz gegen den Atomausstieg ausgespielt und die Nutzung der Kohlekraft ausgebaut werden. Statt dessen brauchen wir eine schnellstmögliche Energiewende hin zu den Erneuerbaren und dezentralen Versorgungsstrukturen.

Manfred Rixecker, Mitarbeiter in der Initiative Tschernobyl-Kinder e. V. Mülheim an der Ruhr

Es ist einfach mehr als schade, dass wir Menschen, insbesondere auch die Politiker, immer dann erst aufgerüttelt werden, wenn sich eine Katastrophe ereignet hat. Dann kommt es auch häufig vor, dass schon am nächsten Tag in Aktionismus verfallen wird, der zumeist ohne tiefere Gedankengänge oder Überlegungen endet. Dies geschieht dann zumeist aus populistischen Gründen oder um Beruhigungstaktiken herbeizureden, die aber zumeist nicht auf "fruchtbaren Boden" fallen. So war es auch zuletzt bei der schrecklichen Atomwerk-Katastrophe in Japan. "Bei uns kann das nicht passieren", "unsere Atomkraftwerke sind sicher", war des Öfteren zu hören. Wenn ich dann allerdings höre, dass es uns doch stutzig machte, dass es im angeblich hoch technisierten Japan zur Katastrophe kommen konnte, wird mir angst und bange. ...weiterlesen...

Ernst Söder, Vorsitzender des Fördervereins der Gedenkstätte Steinwache – Internationales Rombergpark-Komitee, Dortmund

Fukushima mahnt! Endlich Ausstieg aus der Kernenergie
Nicht zuletzt hat die Katastrophe in Fukushima deutlich gemacht, dass die Atomenergie keine Zukunft haben kann.
Wir erlebten bereits in den siebziger Jahren folgenschwere Atomunfälle im Bundesstaat Pennsylvania in den USA sowie in den Jahren 1981, 1997 und 2004 in Japan. Und nach wie vor haben die Betreiber von Atomkraftwerken und die Politik von der Reaktor-Katastrophe im April 1986 in Tschernobyl nichts gelernt.
Fukushima ist nun ein Symbol für eine riskante und nicht zu beherrschende Energiepolitik geworden. Alle Prognosen, dass die Atomkraftwerke nach bestem Sicherheitsstandart gebaut worden sind und ständig ...weiterlesen...

Ullrich Sierau, Oberbürgermeister der Stadt Dortmund

Energie von gestern – Belastung für die Zukunft.
Es gab eine Zeit, da galt die friedliche Nutzung von Atomkraft in weiten Teilen der Gesellschaft als Motor für den industriellen Fortschritt und die wirtschaftliche Entwicklung. Dennoch war auch bereits in den 60er und 70er Jahren die Nutzung der Kernkraft nie frei von Widersprüchen, berechtigten Ängsten und Protest. Nicht nur, das sogenannte „Restrisiko“ war damals schon unkalkulierbar. Vor allem die Folgen eines Super-GAUs rechtfertigten es auf gar keinen Fall, dieses Risiko einzugehen.
Mit dieser Gefahr konfrontiert, wurde ich 1975 endgültig zu einem Gegner der Atomkraft. Dies aus guten Gründen, wie uns die weitere Geschichte schmerzhaft gezeigt hat. Neben vielen kleineren Zwischenfällen in Atomkraftwerken, deren konkrete Auswirkungen und Belastungen für die in der Umgebung der Kernkraftwerke lebenden Menschen nie genau festgestellt wurden, gibt es drei ...weiterlesen...

A. Gessler /H.-J. Ramm, „Bürgerinitiative für eine Welt ohne atomare Bedrohung“, Rottweil

Höchste Zeit für ein neues Energiezeitalter ohne atomare Bedrohung
Unsere Rottweiler „Bürgerinitiative für eine Welt ohne atomare Bedrohung“  gibt es seit 1986. Wir haben unseren Verein als Reaktion auf Tschernobyl gegründet. Zurzeit bereiten wir zusammen mit unserer weißrussischen Partnerinitiative  „Den Kindern von Tschernobyl“ die Veranstaltungen zum 25. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor. Dabei war auch geplant, dass aus Japan als Zeichen der Solidarität 1000 gefaltete Papierkraniche ...weiterlesen...

Helmut Schauerte, Meschede

Leider wurde in den vergangenen Jahren der Name Tschernobyl immer weniger genannt und man hatte teilweise die Erkenntnis, dass die Problematik Tschernobyl bewusst verdrängt werden sollte.
Nun nach dieser furchtbaren Katastrophe in dem AKW Fukushima in Japan kommt diese schreckliche Erinnerung an die Katastrophe von Tschernobyl wieder in die Köpfe der Menschen.
Jeder hat in den letzten Tagen in den Medien miterleben müssen, wie machtlos der Mensch ist, auch in einem solch einem  technologisch fortschrittlichem Land wie Japan. 
Wir, d. h. unsere Politiker in ganz Europa  ... weiterlesen...

Dr. med. Ludwig Brügmann, Heim-statt Tschernobyl e.V.

Tschernobyl hätte der Anfang vom Ende der Kerntechnologie sein können. Dies war aber - trotz überzeugender Gegenargumente der Zivilgesellschaft und einiger renommierter Wissenschaftler - politisch und wirtschaftlich nicht gewollt. Jetzt stehen wir hilflos vor dem von uns selbst entfesselten Feuer von Fukushima: Ob jetzt endlich eine echte Wende in der Energiepolitik zum Wohle unserer Kinder und Enkel eingeleitet wird? Nach Meinung vieler Fachkenner und auch des Sachverständigenrates für Umweltfragen der Bundesregierung ist eine Energieversorgung ohne Kernkrafttechnik möglich. Wir müssen so schnell wie möglich

  • Alle AKWs abschalten
  • Sofort die Energiewende mit 100% Erneuerbaren einleiten

In tiefer Sorge um die Menschen in Japan und großem Zorn über viele Politiker und die Atomindustrie.

Bettina Landgrafe, Madamfo-Ghana e.V., Hagen

Vor knapp drei Wochen bebte die Erde in Asien und als Folge dessen raste ein Tsunami über die Nordostküste Japans hinweg. Dies für sich genommen ist eine Katastrophe kaum erfassbaren Ausmaßes.Doch das unsägliche Leid der betroffenen Menschen ist noch verschlimmert worden. Heute genügt, leider, ein Wort, dass die Katastrophe bezeichnet: Fukushima.Vor 25 Jahren gab es ein anderes Wort für die Bezeichnung einer anderen Katastrophe: Tschernobyl. Es ist schlimm genug, dass wir „Fukushima“ brauchen, um uns zu erinnern.Wir müssen daraus eins erneut lernen: WIR DÜRFEN NICHT VERGESSEN! Insbesondere die betroffenen Menschen bedürfen einer öffentlichen Unterstützung. Die zentrale Lehre aus Fukushima und Tschernobyl muss eine Revision unserer Energiepolitik und der Energieeffizienz sein. Erneuerbare Energien SIND unsere Zukunft. Und der Ausstieg aus der Atomenergie muss JETZT erfolgen.

Oliver Kaczmarek, MdB, Berlin

Tschernobyl mahnt
Für eine zukunftssichere Energieversorgung ohne Atomkraft und eine lebendige europäische Erinnerungskultur
Vor 25 Jahren, am 26. April 1986, ereignete sich in Tschernobyl die bisher schwerste Reaktorkatastrophe aller Zeiten. Die Folgen des Super-GAUs waren und sind noch immer verheerend.
Diese Folgen schienen in der internationalen und nationalen Politik in Vergessenheit geraten zu sein. Niemand konnte ahnen, dass der Jahrestag der Reaktorkatastrophe auf so tragische Art durch die Ereignisse in Japan an Aktualität gewinnen würde. Die Katastrophe in der japanischen Atomanlage Fukushima ...weiterlesen...

Wolfgang Wiemers, Sprecher der Umweltverbände in Münster

Tschernobyl, Fukushima und die Glaubwürdigkeit der Politik
Während sich die nukleare Katastrophe in Japan entfaltete, unterzeichneten im Vorfeld des Besuchs von Präsident Obama in Chile hochrangige Beamte eine Vereinbarung über nukleare Zusammenarbeit. Die wurde dann im Laufe des Besuchs heruntergespielt, wohl um die Öffentlichkeit zu beruhigen.
Zur gleichen Zeit verkündete die deutsche Bundeskanzlerin, mit Fukushima sei eine neue Situation entstanden, alle deutschen Reaktoren – deren Laufzeit sie gerade erst hatte verlängern lassen – müssten überprüft werden.
Nachdenkliche Bürgerinnen und Bürger fragen: Wussten die beiden und ihre Berater nichts von Tschernobyl und den fortdauernden Folgen? Wussten sie nichts von Harrisburg und Forsmark? Nichts von Erdbeben in Chile? Entsprang ihr Handeln und Reden der Ignoranz oder sollten die Wähler getäuscht werden? ...weiterlesen...

Arbeitskreis "Leben nach Tschernobyl", Langgöns

Seit Tscheljabinsk und Harrisburg, seit die Bilder verstrahlter Menschen, die seit Jahren auf atomaren Müllplätzen wie Nowaja Semlja wohnen müssen, um die Welt gingen, vor allem aber seit Tschernobyl, dessen Auswirkungen wir in der dortigen Sperrzone mit eigenen Augen gesehen haben, wussten wir von den Auswirkungen, die von Atomkraftwerken und Atomanlagen ausgehen. Das war alles bekannt, hat aber - außer bei wenigen - nichts ausgelöst. Selbst Tschernobyl hat nur ein kurzes Innehalten bewirkt, und man tröstete sich schnell damit, dass das erstens weit weg sei und zweitens bei uns nicht passieren könne, weil  ...weiterlesen...

Christian Wolff, Pfarrer an der Thomaskirche, Leipzig

Zwischenruf
Vor 36 Jahren habe zum ersten Mal auf meinem Auto den Aufkleber „Atomkraft? Nein Danke“ befestigt. Zwei Jahre später wurde ich Pfarrer in einer Mannheimer Gemeinde, auf deren Gebiet einer der damals größten Kraftwerksfabriken stand (BBC). Und in deren Nachbarschaft vor dem Oberverwaltungsgericht Mannheim über das (schließlich nicht gebaute) Kernkraftwerk Wyhl verhandelt und die dafür angereisten klagenden Winzer vom Kaiserstuhl bei uns im Gemeindehaus bewirtet wurden. Für mich gab es zwei Gründe, entschieden gegen diese Nutzung der Kernenergie zu votieren:
eine Technologie, die als sog. Restrisiko die Unbewohnbarkeit ganzer Regionen zur Folge hat...weiterlesen...

Ingrid Reuter, Fraktionssprecherin der Dortmunder Ratsfraktion von Bündnis 90/DIE GRÜNEN

Atomausstieg in Dortmund beginnen!
Die Naturkatastrophe in Japan und die daraus resultierenden Zerstörungen im Atomkraftwerk Fukushima machen in erschreckender Weise deutlich, dass es keine Möglichkeit gibt, Atomkraftwerke vor außerordentlichen Ereignissen wie Erdbeben und Tsunamis zu schützen. Auch ein Flugzeugabsturz, ein Terroranschlag, menschliches Fehlverhalten und technische Mängel können dafür sorgen, dass ein Atomkraftwerk außer Kontrolle gerät. Bereits ein Stromausfall in Kombination mit dem Ausfall von Notstromaggregaten kann zum größten anzunehmenden Atomunfall führen.
Bereits vor 25 Jahren haben wir in Tschernobyl gesehen, dass Atomenergie nicht sicher beherrschbar ist. Auch die Frage der Endlagerung ist nicht gelöst und belastet zukünftige Generationen....weiterlesen...

Dr. Gabriele Kötschau, Rechtsanwältin, Generaldirektorin des Sekretariats des Ostseerates 2005 - 2010

Nicht nur weltweit, auch im – überschaubaren - Ostseeraum gibt es zur Nutzung der Kernenergie sehr unterschiedliche Meinungen – von uneingeschränkter Akzeptanz über Skepsis bis hin zu völligem Verzicht.

Wenn man nach der Katastrophe von Tschernobyl vor 25 Jahren inzwischen längst wieder zur Tagesordnung übergegangen ist, so standen wir erneut fassungslos vor dem Supergau von Fukushima. Dies sollte auch dem letzten Verfechter der Kernenergie gezeigt haben: auch die „sichersten“ AKWs sind nicht gefeit gegen technisches und menschliches Versagen; darüber hinaus gibt es bis heute keine Vorstellung über eine sichere Endlagerung der abgebrannten Brennelemente....weiterlesen...

Hinrich Herbert Rüßmeyer, Sozial-Pädagoge und Erwachsenenbildner i. R., Schönkirchen

Am vergangenen Wochenende ist das geschehen, was die gegenwärtige Regierungskoalition bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz befürchtet hatte: Die Befürworter von Atomkraft wurden abgestraft! Gerade in dem Versuch, mittels durchschaubarem Moratorium - hinsichtlich der Aussetzung von Laufzeitverlängerung bei einigen AKWs - wurde im Wählervotum deutlich, dass die Menschen unseres Landes sich nicht nur von der Atomkraft verabschieden, nein; es offenbarte sich auch ein erschreckender Glaubwürdigkeitsverlust der gegenwärtigen Bundesregierung. Über die Folgen lässt sich nur spekulieren, obwohl, neben bereits erfolgten persönlichen Konsequenzen, auch des Wahlergebnisses wegen, politisch über den Ausstieg aus der Atomenergie gerade in den Parteien der bisherigen Befürworter ...weiterlesen...

Ruth Pieper , Mülheim

Die Katastrophe von Tschernobyl hat tausende von Menschen in großes Leid geführt und viele von ihnen in den frühen Tod gerissen. Gewissenlose und menschenverachtende Politiker sowie Kernkraftbetreiber ignorieren trotz besseren Wissens (Frau Merkel ist Physikerin) die nicht beherrschbaren Folgen der bis jetzt nicht möglichen Entsorgung und die jederzeit mögliche neue Katastrophe.
Tschernobyl und Fukushima sind schreckliche Ereignisse, die unser menschliches Gehirn in ihrem Gesamtausmaß nicht ermessen kann. Einen weiteren Super GAU darf es nicht geben!
Deswegen fordere ich die Abschaltung aller alten Kernkraftanlagen in Deutschland, verstärkte Sicherheitsmaßnahmen an den noch verbleibenden Anlagen, keine Laufzeitverlängerung mehr und keinen Neubau von Atomkraftwerken in unserer Bundesrepublik.

Professor Dr. med. Wolf-Michael Pieper, Mülheim

Das Leid der Menschen in den 3 besonders von der Tschernobylkatastrophe betroffenen Ländern ist unbeschreiblich groß. Noch nach 25 Jahren kommt es vermehrt zu angeborenen Fehlbildungen. Auch in Gegenden 200 bis 350 Kilometer von Pripjat entfernt ist die körpereigene Abwehrkraft der Menschen geschwächt. Sie sind ständig krank. Viele leiden an Nerven- und Gehirnkrankheiten sowie psychischen Störungen. Durch die Immunschwäche der Mütter kommt es gehäuft zu Frühgeburten unter 1000 Gramm. Die Zahl der Krebserkrankungen steigt weiter an.
Auch wir in Mitteleuropa sind von der Strahlung betroffen. 
Die Atombombe und die Energieerzeugung aus Kernkraftwerken sind Irrwege.
Für die Bombe haben das die Machthaber in USA und Russland schon vor Jahrzehnten erkannt und mit dem Abbau der Atomwaffen begonnen. ...weiterlesen...

Dr. Ing. Bernd Redenz, Dortmund

Jetzt handeln!
Seit 18 Jahren arbeite ich ehrenamtlich bei Heim-statt Tschernobyl e.V., der im unverstrahlten Norden Weißrusslands Umsiedlungshäuser baut für strahlengeschädigte Familien aus dem Tschernobylgebiet (Heim-statt Tschernobyl e.V.). 
Ich kenne das Schicksal vieler betroffener Menschen mit ihren Strahlenbelastungen  auch in der 2. und 3. Generation. Besonders denke ich an ein junges Mädchen, das voller Lebenshoffnung die Schule erfolgreich abgeschlossen hatte und dann an den Folgen ihrer Strahlenerkrankung starb. Sie war die erste nach dem Reaktorunfall geborene Tochter eines Liquidators, der in der Tschernobylzone eingesetzt war. ...weiterlesen...

SJD Die Falken Dortmund-Brackel

Atomenergie abschalten!
25 Jahre ist die erste deutliche Warnung vor Atomenergie nun her. Tschernobyl. Viele von uns können sich nicht daran erinnern, weil sie einfach zu der Zeit noch nicht auf der Welt waren. Umso fassungsloser und bestürzter verfolgen wir die Geschehnisse in Japan.
Deutschland muss alles dafür tun, dass so eine Katastrophe sich nicht wiederholt, denn wer weiß schon, ob nicht wir oder gar unsere Kinder ... weiterlesen...

René Röspel, MdB, Hagen

Tschernobyl mahnt, Fukushima beweist – Atomenergie muss abgeschaltet werden!
Am 17.01.2001 konnte ich die IBB-Ausstellung „25 Jahre nach Tschernobyl“ in Hagen eröffnen. Ich war sehr froh, dass sich sehr viele Schulklassen diese Ausstellung angesehen und mit Zeitzeugen gesprochen haben. Von der Ausstellung nahm ich die Bitte an die SPD mit, wie schon zum 20. Jahrestag eine Veranstaltung im Bundestag durchzuführen. Als ich daraufhin mit Kollegen der SPD-Bundestagsfraktion über die Veranstaltungsplanung zum 25 Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl diskutierte, hatten wir das Gefühl, dass diese (bisher) schwerste Reaktorkatastrophe bereits bei vielen Menschen in Vergessenheit geraten war. Eine Katastrophe, die selbst heute noch Opfer fordert und ganze Landstriche unbewohnbar gemacht hat. Besonders ärgerte uns aber auch, dass die derzeitige Regierungskoalition im letzten Jahr den mühsam erreichten Kompromiss zum Atomkraftausstieg rückgängig gemacht hatte. Wichtig war uns bei einer Veranstaltung neben dem Erinnern an die Katastrophe ...weiterlesen...

Klaus Commer, Autor, Dortmund

Japan im März: Die Dimension der Naturkatastrophen und des technischen Kernkraft-Desasters überfordert die Handelnden. Hilfe für die Opfer ist nur noch begrenzt möglich. Kommen gleichzeitig Krieg und Finanzkrisen hinzu, reicht die Zeit nicht einmal mehr, nachzudenken. Denkt voraus: Schaltet ab.

Leben nach Tschernobyl, Arbeitskreis im Kirchenkreis Braunfels

Harrisburg, Sellafield, Tschernobyl, Fukushima – eine Kette von Reaktorkatastrophen, aus der die Menschen wenig bis gar nichts gelernt haben.
Die Mitglieder des Arbeitskreises haben sich vor 20 Jahren zusammengetan, um den Schulkindern von Sugwosdy und Kamen (Kreis Woloshin, Bezirk Minsk) das Leben nach Tschernobyl zu erleichtern. Es wurden jährlich Erholungsaufenthalte in Braunfels und Umgebung organisiert, die den gesundheitlichen und seelischen Zustand der Schüler und Schülerinnen verbessert haben.
20 Jahre lang hat der Arbeitskreis die Menschen in unserer Region und insbesondere die gastgebenden  Familien durch seine Arbeit aufklären können, welche Folgen die Katastrophe von Tschernobyl für die Bevölkerung der verstrahlten Gebiete Weißrusslands nach sich zieht.... weiterlesen...

Dagmar van Emmerich, Vorsitzende der Initiative „Tschernobyl-Kinder e.V.“

Als wir im August gemeinsam mit dem IBB begannen, die Ausstellung „ 25 Jahre nach Tschernobyl“ in Mülheim an der Ruhr vorzubereiten, haben wir alle nicht ahnen geschweige denn uns vorstellen können, dass wir nunmehr in ganz besonderer und brutaler Weise gefordert sind, die Fragen von Sicherheit, Risiken und Folgen des Betriebes von Atomkraftwerken zu überdenken.
Die atomare Katastrophe von Fukushima ist durch Naturgewalten hervorgerufen. Es ist, als müsste uns allen wieder ein Zeichen gegeben werden, achtungsvoller mit der Natur umzugehen, die Umwelt zu schonen, statt sie auszubeuten. Wir müssen lernen, die Unberechenbarkeit und Unkontrollierbarkeit ....weiterlesen...

Jürgen und Monika aus der Fünten, Mülheim an der Ruhr

Fukushima - brandaktuell - und Tschernobyl - immer aktuell - zeigen mir deutlichst: Atomenergie kann der Mensch nicht IN SEINEN GRIFF KRIEGEN. Es ist anmaßend, das aufgrund obiger - menschlich verursachter - Katastrophen zu leugnen. Hier und heute können wir Menschen weitere Katastrophen nicht ausschließen, inklusive terroristischer Anschläge. Und wir haben KEINE Lösung für die Entsorgung des Atommülls!!!! Ich lebe hier und heute und trage die Verantwortung AUCH für diese Zukunft. Wir haben nur diese eine Welt. Nein, nein und nochmals nein!!!! Wir Menschen sind es selber, die mit Atomenergie uns Menschen gefährden und die Umwelt zerstören. Setzen wir in Deutschland ein Zeichen und sagen: NEIN!

Dr. Ullrich Lochmann, Arbeitskreis Weißrussland Rheinstetten

Die Christen, ja alle Gläubigen, alle ethisch suchenden Menschen müssen neu prüfen, was unser Ort vor Gott und der Welt ist. Zum biblischen Hintergrund dieser Frage gehört das alte Versprechen der Schlange in Gen. 3: „Ihr werdet nicht sterben, wenn ihr vom Baum der Erkenntnis esst, sondern ihr werdet sein wie Gott.“ Der Eingriff in die elementarsten Naturkräfte übersteigt längst das, was die Bibel als nötige Technik dem Menschen zuteilt, um die Erde zu bebauen und zu bewahren. Keine Religion bezweifelt, dass der Schöpfer auch Herr der Urgewalten ist und dass wir uns so gut es geht vor ihnen schützen sollen. Aber selbst die Herrschaft übernehmen? Mit der Atomtechnik wurde eine Grenze überschritten hin zu einem Land, auf dem ein Fluch liegt.
So sehr wir uns in Deutschland auch mühen werden, aus dieser Technologie auszusteigen - und ein kleiner Anfang ist gemacht -, glaubt denn...weiterlesen...

Alfred Buß, Präses der Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW),

  1. Unser Mitgefühl und unsere Gebete gelten den Opfern der Katastrophe in Ostasien, deren Ausmaß jetzt noch nicht abzusehen ist. Diese Katastrophe führt uns die Wahrheit vor Augen, dass wir auf dieser Erde nicht sicher wohnen. 
  2. Was wir jetzt schon sehen, ruft Entsetzen, Trauer und Solidarität hervor. Als Christen haben wir eine Hoffnung, die über unsere Welt, über unser Denken und Begreifen hinausweist. Wir vertrauen auf die Zusage Jesu Christi: „Ich lebe und ihr sollt auch leben.“
  3. Im Vertrauen auf diese Zusage tragen wir Verantwortung für diese Erde. Kernenergie ist ein Zeichen menschlicher Verantwortungslosigkeit. Wir können keine Verantwortung für etwas übernehmen,...weiterlesen....

Ulla Burchardt, MdB, Dortmund

Die Lehre aus Tschernobyl und Fukushima ist: Der Atomausstieg muss kommen - jetzt! Das Moratorium der Bundesregierung ist überflüssig. Wir brauchen ein Ausstiegsgesetz, das klar macht: Weg mit den Schrottmeilern und raus aus der Atomenergie.

Dr. Alf Seippel, Vorsitzender Sozialer Friedensdienst zur Völkerverständigung mit Osteuropa Förderkreis e.V., Dortmund

Durch unsere regelmäßigen Gruppenreisen zu Begegnungen mit Menschen in Belarus / Weißrussland seit 1987 und durch Freiwilligendienste junger Deutscher in Minsk (als Verein seit der Gründung 1992) sind wir aufs Engste verbunden mit der Diskussion über die katastrophale Situation in (Ost-) Europa durch die Reaktorexplosion in Tschernobyl.
Das Leiden vieler Menschen und die Zerstörungen der Umwelt stehen seit damals auf unserer Tagesordnung, und wir sind der Überzeugung, dass sich solch eine Verstrahlungskatastrophe durch die „friedliche Nutzung der Kernenergie“ nie wiederholen darf. Es ist viel vertuscht, verharmlost und bewusst falsch dargestellt worden seit April 1986, um den begonnenen (für Großunternehmen lukrativen) Weg der Energiegewinnung weiter gehen zu können....weiterlesen...

Vorarlberger Landtag, Bregenz

Der Vorarlberger Landtag erachtet es als dringend geboten, dass im Sinne einer sicheren und zukunftsfähigen Energieversorgung

  1. der europaweite Ausstieg aus dem  Betrieb von Kernkraftwerken und der Nutzung der Kernenergie mit allen  politischen, juristischen und völkerrechtlichen Mitteln voran getrieben wird;
  2. dafür Sorge getragen wird, dass die noch in Betrieb befindlichen alten Kernkraftwerke umgehend vom Netz genommen und abgeschaltet werden;
  3. sichergestellt wird, dass keine neuen Kernkraftwerke mehr gebaut sowie in Bau befindliche einer anderen Nutzung zugeführt werden; ...weiterlesen..

Marco Bülow, MdB, Dortmund

„Tschernobyl hätte einen Epochenwechsel einläuten müssen. Zwar hat der Super-GAU bei vielen Menschen zu einem Umdenken geführt. Doch es haben leider nicht alle diesen Lernprozess mitgemacht oder haben mit zunehmender Zeitdauer die Ereignisse in Tschernobyl verdrängt oder von der starken Atomlobby beeinflussen lassen. Erst ein so tragisches Ereignis wie die nukleare Katastrophe in der japanischen Atomanlage Fukushima I hat das Thema Sicherheit von Atomkraftwerken wieder in den Mittelpunkt gerückt. Es ist unsere Verpflichtung, dass wir diesmal daraus endgültige Schlüsse ziehen, und zwar in einer Konsequenz, die ein späteres Zurück nicht mehr erlaubt. Wir müssen die damit konsequenterweise verbundene Energiewende dabei endlich auch als Chance begreifen. Deutschland könnte voran gehen und ...weiterlesen...

Rüdiger Frohn, Staatssekretär a.D., Gevelsberg

Als vor 2 Jahren darüber beraten wurde, wie im Jahre 2011 an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl erinnert werden könne, da waren die Bilder wieder da: Vom geborstenen Reaktorblock, den kämpfenden Menschen, die „Liquidatoren genannt wurden, die Sorgen um die Kinder in Tschernobyl und bei uns. Die von so vielen Menschen geübte Solidarität.
Wir hatten gelernt: Wir leben auf dieser Erde miteinander und wir teilen die Risiken. Die Risiken der Kernenergie waren nicht theoretisch. Sie hatten Gesichter von leidenden und sterbenden Menschen.
Der ein oder andere wollte die Menschen glauben machen, dass so etwas nur in der Sowjetunion, nicht aber mit den modernen Kernkraftwerken in den technologieführenden ...weiterlesen...

Ludwig von Behren, Pfarrer i. R., stellv. Vors. „Kinder aus Tschernobyl in Herford e.V., Löhne

1. Seit 20 Jahren ist unser kleiner Verein in der Solidaritätsarbeit mit den Opfern der Tschernobylkatastrophe, mit den Menschen in den verstrahlten Regionen von Belarus, mit den „Kindern von Tschernobyl“ engagiert. Jedesmal, wenn die Kinder hier waren, brachten sie als Botschafter von Tschernobyl die existentielle Frage mit: Warum ist unsere Zukunft so belastet? Ich kann die versöhnende Begegnung mit ihnen nicht gestalten und aushalten ohne die Vision und Position eines Gemeinsamen Hauses Europa ohne Atom. Und: Tschernobyl darf nicht vergessen (gemacht) werden !
2.  Aus den vielen Begegnungen und Gesprächen mit ...weiterlesen...

Rüdiger Müller-Gerbes, Vorsitzender Projektgruppe Kinder von Tschernobyl e. V. Bad Schwalbach

Wir begrüßen es sehr, dass der Bundestag die Atomdebatte und damit die Frage des endgültigen Ausstiegs erneut führt. Wir hoffen sehr, dass diese Debatte ernsthaft geführt wird, denn es ist viel Vertrauen in die Verantwortlichen in der Atomwirtschaft, in Aufsichtsbehörden und in die politisch Verantwortlichen verloren gegangen. Es gibt neben den Super GAUs in Tschernobyl und in Fukushima einen GAU des Vertrauens, der die Grundfesten unserer Demokratie erschüttert.

Wir sind seit 20 Jahren in der Kindererholung für Kinder in der verstrahlten Zone in Weißrussland (Slavgorod) aktiv und haben dort in den letzten 10 Jahren geholfen, ein Zentrum für behinderte Menschen aufzubauen. Wir haben die Not der Kinder und der Familien persönlich erlebt. Wir sind erschüttert, dass ganz ähnliche Bilder und Nachrichten nach so kurzer Zeit sich wiederholen...weiterlesen...

Uwe Gartenschlaeger, Stellvertr. Leiter dvv international (Institut für Internationale Zusammenarbeit des Deutschen Volkshochschul-Verbandes), Bonn

Endlich die Lehren ziehen: Ausstieg jetzt
Spätestens die Katastrophe von Fukushima hat gezeigt, dass die Kernenergie keine Zukunft mehr hat. Wer sie als Brückentechnologie nutzen möchte, nimmt in Kauf, dass wir alle noch Jahrzehnte einem „Restrisiko“ ausgesetzt sind, dessen Folgen wir im Moment erleben. Wir alle sind in der Pflicht, die Leiden der Menschen in Tschernobyl und Fukushima nicht zu vergessen und die Energiewende sofort einzuleiten. Dass es dabei auch um die Veränderung unseres konsumorientierten und nicht nachhaltigen Lebensstils geht, muss jedem klar sein. Darüber muss global und lokal ein breiter Dialog begonnen werden, in dem die Volkshochschulen und andere Bildungseinrichtungen eine herausragende Rolle einnehmen können.

Hans-Josef Fell, MdB, Würzburg

Wer es trotz Tschernobyl, Harrisburg und der vielen Beinahe-Katastrophen, wie in Forsmark, geschafft hat, die reale und brutale Gefahr des "Restrisikos" von Atomkraft zu ignorieren, dem muss nach Fukushima klar sein: das Zeitalter der fossil-atomaren Energieerzeugung geht zu Ende. Das unsägliche Leid und die unzähligen Opfer dieser skrupellosen Energiepolitik müssen uns alle anspornen, die Energiewende in das Sonnen-Zeitalter zu schaffen. Verbal ist der gesellschaftliche Konsens für eine Energieversorgung aus 100 Prozent Erneuerbaren Energien längst da. Nun gilt es diesen Konsens in reales Handeln, ökonomisch und ökologisch, zu übertragen. Dieser Kraftakt sollte es uns allen wert sein, damit wir nicht noch einmal eine solch schreckliche, von Menschen gemachte Katastrophe werden erleben müssen. Atomausstieg und Energiewende - jetzt!

Peter Gooß, Darmstadt

Wohl 50 mal war ich in der Ukraine in unserer Partnerstadt Ushhorod an der slowakischen Grenze - weit weg von Tschernobyl - mit vielen Wandergruppen. Und immer war da die Frage: KANN MAN DIE PILZE ESSEN? Die von Frauen und Kindern an der Straße angeboten wurden. Beeren aus der Türkei sind noch heute verseucht, sagt man.Vom Konsum des Fleisches unserer Wildschweine wird abgeraten. Allein diese vermutlich sogar unberechtigte Angst macht die Menschen unsicher, kritischer, reduziert die Lebensqualittät und das Identifizieren mit dem Zuhause, unserem Land. Beim derzeitigen Stand der Technik kann man den Menschen keine endgültige Sicherheit versprechen. Bleibt also nur LEBEN MIT DER GEFAHR oder STOPP DER ATOMENERGIE.Da sie offensichtlich ersetzbar ist, fordere ich für mich, meine Nachfahren und alle Menschen unseres LANDES: Stoppt diese unheimliche, beängstigende Technik, auch wenn ihr Risiko gering erscheinen mag!

Brot für die Welt und Evangelischer Entwicklungsdienst

Als Konsequenz aus der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima soll die Bundesregierung einen Kurswechsel in der nationalen und internationalen Energiepolitik vollziehen. Dies fordern die evangelischen Hilfswerke „Brot für die Welt“ und der Evangelische Entwicklungsdienst (EED). Die Atomenergie ist nach Einschätzung der Organisationen wegen ihrer nicht beherrschbaren Risiken nicht zu verantworten.Zum schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien und der systematischen Steigerung der Energieeffizienz gibt es für die Hilfswerke keine Alternative. Nur so könne der wachsende Energiehunger einer steigenden Weltbevölkerung gedeckt werden, heißt es weiter. ...weiterlesen...

Markus Kurth, MdB, Dortmund

Atomenergie endlich abschalten!
Fassungslos und bestürzt verfolgen wir die Geschehnisse in Japan. Wir gedenken der vielen Opfer und ihrer Hinterbliebenen. Deutschland muss alles dafür tun, Japan bei der Bewältigung der Katastrophe zu helfen.
Bei aller Betroffenheit und Hilflosigkeit gegenüber Naturgewalten, die atomare Katastrophe hätte verhindert werden können. Wir haben wieder erleben müssen, dass diese gefährliche Technologie nicht beherrschbar ist und sie große zerstörerische Kraft besitzt.
Geblendet durch Lobbyismus und aufgrund mangelnder Lernfähigkeit wurden trotz der Kernschmelzen in Three Mile Island/Harrisburg, Tschernobyl und ..weiterlesen...

Andreas Seiverth, Vorsitzender "Leben nach Tschernobyl" e. V., Frankfurt/M.

Seit dem 11. März 2011 sind wir Augenzeugen einer Naturkatastrophe, die tausenden Menschen das Leben kostete, Hunderttausende obdachlos machte und eine unvorstellbare Verwüstung und Zerstörung von Städten und Dörfern angerichtet hat. Der Tsunami hat zudem ein Kernkraftwerk überflutet und dessen Kühlsysteme zerstört; seither kam es zu mehreren Explosionen, Beschädigungen der Sicherheitsbehälter, Radioaktivität tritt kontinuierlich aus und die Gefahr einer Kernschmelze ist nicht gebannt. Die Ausbreitung der radioaktiv belasteten Luft hängt von den Wetterlaunen und Windrichtungen ab. Das Unvorstellbare und Unwahrscheinliche ist Realität geworden, eine Katastrophe apokalyptischen Ausmaßes....weiterlesen...

Beata und Rüdiger von Hanxleden, Dresden

Ein 25jähriges Jubiläum einer Katastrophe wie das des SuperGAUs im ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl zu würdigen, erfordert nicht nur eine Bestandsaufnahme der katastrophalen Folgen, sondern auch eine Entscheidung über notwendige Konsequenzen.
Für uns war diese Katastrophe nicht „notwendig“, um uns von der Gefährlichkeit dieser Technologie zu überzeugen. Als eine Konsequenz aller unserer Aktivitäten in der Ökologie- und Anti-AKW-Bewegung hatten wir im Jahr 1985 in Nahe, Kreis Segeberg, nördlich von Hamburg, ...weiterlesen...

Friedrich Stiller, Pfarrer für Gesellschaftliche Verantwortung, VKK Dortmund

Unsere Evangelische Kirche hat bereits 1986 nach dem Unglück von Tschernobyl festgestellt, dass die Nutzung der Kernenergie aufgrund der Gefahren nicht mit der Bewahrung der Schöpfung vereinbar ist. Jetzt brauchen wir dringend ein neues Energiekonzept. Das Ausweichen in Kohle ist keine Lösung.

Paul-Gerhard Stamm, Superintendent Dortmund Mitte - Nordost und Vorstandsvorsitzender der VKK Dortmund

Unsere Gedanken sind bei den Millionen Menschen in Japan, die zusätzlich zur Naturkatastrophe von den Folgen eines von Menschen zu verantwortenden, atomaren Desasters bedroht sind. Wenn die Kernschmelze nicht zu stoppen wäre, würde das den verheerenden Unfall von Tschernobyl vor 25 Jahren noch übertreffen. Darum können wir jetzt nicht zur Tagesordnung übergehen! Wir fordern wir einen echten und dauerhaften Atomausstieg und die Energiewende jetzt.

Prof. Dr. Friedrich Weber, Landesbischof der ev.-luth. Kirche Braunschweigs

„Eines Tages werden wir aufwachen und wissen, daß wir zuwenig getan haben oder das Falsche. Wir werden uns sagen, daß wir mehr hätten tun sollen. Aber was - werden wir fragen - und: wann hätten wir es tun sollen? Hatten wir jemals Zeit, um uns zu entscheiden? Und dann werden wir wissen, daß über uns entschieden wurde von Anfang an, weil wir es so wollten. Keine Ausrede mehr: Die Zeit ist vertan. Keine Beschönigung mehr: Auf unseren Händen liegt Asche. Bei jedem Schritt stäubt sie auf. Asche. Asche.“
Aus dem Jahr 1957 stammt dieser Text. Ich entdeckte ihn, als ich 1986 die Predigt für den Gottesdienst im Grünen, der dann wegen der Tschernobylkatastrophe nicht im Grünen gefeiert wurde, vorbereitete.
„Eines Tages werden wir aufwachen.“
1986 wurden viele wach, weil sie plötzlich wussten, daß die Lebensgrundlagen nicht mehr verlässlich waren ...weiterlesen...

Simone Enthöfer, Landesjugendpfarrerin der Evangelischen Kirche im Rheinland, Udo Bußmann, Landesjugendpfarrer der Evangelischen Kirche von Westfalen

Wir sind nicht allmächtig
"In Gedanken und Gebeten sind wir bei den Menschen in Japan und wir fühlen uns verbunden mit allen Japanern in Deutschland", so der Landesjugendpfarrer der Evangelischen Kirche von Westfalen, Udo Bußmann.
Nicht allmächtig
"Wir haben als Erwachsene gegenüber den Kindern und Jugendlichen von heute und den kommenden Generationen eine Verantwortung", so Bußmann und Simone Enthöfer, Landesjugendpfarrerin der Evangelischen Kirche im Rheinland, "und wir sind nicht allmächtig!". Ein verantwortungsvoller Umgang für eine lebenswerte Zukunft aller Menschen bedeute, dafür Sorge zu tragen, dass Gefahren nicht ins Unermessliche steigen. Die Tragödie von Japan, deren Ausmaß man bis heute nicht erfassen könne, sei dafür ein mehr als mahnendes Zeichen....weiterlesen...

Georg Deventer, Vorsitzender des Vereins Pro Dortmund e. V.

Schon seit der Katastrophe von Tschernobyl war klar: Atomenergie ist eine Risikoenergie. Ein Unfall kann jederzeit in jedem AKW passieren. Die zentrale Lehre aus der aktuellen Katastrophe von Fukuschima sind der Ausstieg aus der Atomenergie mit der Hinwendung zu den erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz statt AKW.
Deutschland, Europa und weltweit alle Staaten müssen so bald wie möglich aus der Atomenergie aussteigen, denn nicht nur Größte Anzunehmende Unfalle in AKWs sind das Problem, sondern auch folgende Risikolagen:
Eine sichere Lagerung von radioaktivem Material ist über mindestens zehn Halbwertszeiten notwendig, um Gefahren für Mensch und Umwelt auszuschließen. Bei Plutonium heißt das zum Beispiel : 240.000 Jahre bis 1 Mio. Jahre. Niemand kann vorhersagen, wie die politischen und geologischen Verhältnisse auf der Welt in Tausenden von Jahren sein werden. Atommüll bleibt also ...weiterlesen

Stimmen nach Fukushima und Tschernobyl als Publikation

Die Stimmen nach Fukushima und Tschernobyl gibt es auch als gedruckte Publikation des IBB. Sie kann beim IBB Dortmund bestellt werden solange der Vorrat reicht.  

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