Studienfahrten zu Orten jüdischen Lebens

Nehmen wir an, Ihre Gruppe arbeitet im Themenfeld unseres Programms Aktiv gegen Rechts. Wäre es nicht reizvoll, speziell für Ihre Gruppe eine Studienreise zur jüdischen Geschichte und Gegenwart eines ausgewählten Ortes zu veranstalten? Unsere internationalen Kontakte ermöglichen dies an sehr unterschiedlichen Orten. Sicherlich sind ihnen in den vergangenen Jahren die Veranstaltungen mit dem Titel "Jüdisches Leben in ...” in unseren Programmheften aufgefallen.
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1. Das jüdische Leben in Amsterdam

In allen Ländern Europas haben die Juden eine lange Geschichte, so auch in den Niederlanden. Amsterdam ist daher wiederholt unser Ziel gewesen.
Noch heute zeugt die "Portugiesische Synagoge” von der einstigen Bedeutung der jüdischen Gemeinde für die Stadt. Näheres über den jüdischen Glauben und die Geschichte der Juden in den Niederlanden erfahren wir im Jüdisch-Historischen Museum.
Die Besetzung durch die Nationalsozialisten führte zur Vernichtung der niederländischen Juden. Unter den Opfern waren zahllose deutsche Juden, die in den Niederlanden einen Zufluchtsort gefunden hatten. Beispielhaft für diese Menschen stehen Anne Frank und ihre Familie. Ihr Tagebuch hat das Schicksal der Flüchtlinge eindringlich beschrieben. Daher ist ein Besuch des Anne Frank Hauses fester Bestandteil der Fahrten zum Thema "Jüdisches Leben in Amsterdam”.
Wie in vielen Städten Deutschlands und Europas gibt es auch in Amsterdam heute wieder eine große jüdische Gemeinde.

Dauer: 3-4 Tage
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2. Das jüdische Leben in Frankfurt/Main

Frankfurt war früher eine der größten jüdischen Gemeinden in Deutschland. Ihre Geschichte reicht weit bis ins Mittelalter. Von dieser langen Geschichte berichten uns zwei Museen.
Frankfurt war der Geburtsort von Anne Frank. Hieran erinnert die Jugendbegegnungsstätte Anne Frank, die sich aber auch in vielen heutigen Bezügen der Thematik engagiert.
Heute gibt es in Frankfurt wieder eine der größten jüdischen Gemeinden Deutschlands. Im jüdischen Gemeindezentrum spüren wir viel vom aktuellen jüdischen Glauben und dem jüdischen sozialen Leben.

Dauer: ein Wochenende
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3. Das jüdische Leben in Berlin

Allein das neue Gebäude des Star-Architekten Daniel Libeskind war schon vor der Eröffnung der Dauerausstellung des neuen Jüdischen Museums zur Geschichte und Kultur der Juden in Deutschland im September 2001 ein Besuchermagnet. Nicht nur durch die Veränderung Berlins zur Hauptstadt hat sich das jüdische Leben dort sehr verändert: viele osteuropäische Juden prägen jetzt die Entwicklung. Die Synagoge an der Oranienburger Straße wurde restauriert. Wir bekommen wieder eine Ahnung davon, was das geistige, kulturelle und religiöse Leben bis zum Machtantritt der Nazis in Berlin bedeutet hat. Damals war Berlin das politische Zentrum und der Ort der Wannsee-Konferenz, in der über die Vernichtung der Juden verhandelt wurde. In Berlin erinnern zahlreiche Ausstellungen und Gedenkstätten an diese Zeit. Die Diskussionen über das Holokaust-Mahnmal im Zentrum der Stadt ist ein aktueller Spiegel dafür, wie schwer wir uns immer noch mit der Erinnerung an die Vergangenheit tun.
In Berlin ist heute wieder viel vom aktuellen jüdischen Leben zu sehen. Es gibt mehrere jüdische Gemeinden und eine Vielzahl sozialer und Bildungseinrichtungen, die wir teilweise besuchen.

Dauer: 3-4 Tage
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4. Das jüdische Wien und Budapest

Wien und Budapest haben eine lange jüdische Geschichte. Zu Zeiten der k.u.k. Monarchie waren die Städte Zentren des europäischen Judentums. In Wien lebten und arbeiteten z.B. Freud, Schönberg, Nestroy und nicht zuletzt Theodor Herzl. Die Nationalsozialisten vertrieben und vernichteten – wie in ganz Europa – auch in Österreich und Ungarn die jüdische Bevölkerung. Thema der Reise ist aber nicht nur die Geschichte, denn heute gibt es in beiden Städten wieder lebendige, jüdische Gemeinden. Daher werden wir in Budapest nicht nur die Synagoge besichtigen, sondern auch eine Gottesdienst besuchen. Ebenso ist es möglich, eine jüdische Schule in Wien oder Budapest zu besuchen, um einen kleinen Ausschnitt heutigen jüdischen Lebens kennen zu lernen.

Dauer: eine Woche;
Nur Wien oder Budapest: 4-5 Tage
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5. Das jüdische New York

Die USA – seit Ende letzten Jahrhunderts Land der Hoffnung und Zuflucht für Juden vor Verfolgungen in der "Alten Welt”. Erste Station für sie im Land der unbegrenzten Möglichkeiten – New York, die Immigrationsbüros auf Ellis Island, wo über ihr weiteres Schicksal entschieden wurde. Nächste Station waren häufig die billigen Quartiere der Lower East Side. Viele der im Laufe der Zeit eingewanderten Juden blieben in New York – außerhalb Israels hat New York den größten jüdischen Bevölkerungsanteil weltweit – und ließen sich mit ihren Familien in anderen Stadtteilen nieder, z.B. in Brooklyn, wo es auch heute eine große orthodoxe Gemeinde gibt. Wie die jüdischen Einwanderer das kulturelle, politische und wirtschaftliche Leben und nicht zuletzt den Alltag der Weltstadt mitgestalteten, ist Thema dieser Reise.

Dauer: eine Woche;
ggf. Verlängerungswoche ohne Programm.
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6. Das jüdische Prag

Wenn wir an das jüdische Prag denken, fällt uns vor allem Kafka ein. Sicherlich ist seine Literatur ein Fenster zum jüdischen Millieu seiner Zeit. Viel eindrücklicher ist jedoch ein Tag im ehemaligen Jüdischen Viertel. Museen, Synagogen, Friedhöfe und das Jüdische Bildungszentrum bieten viele Möglichkeiten. Prag war eines der Zentren jüdischer Kultur und nach der sogenannten Sanierung des Ghettos in k.u.k. Zeiten erlebte das Viertel einen rasanten Aufstieg, von dem die heutige Pracht der Gebäude zeugt.

Dauer: ein langes Wochenende
ggf. Verlängerung um zwei Tage in Theresienstadt
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7. Juden in Polen – Auf den Spuren jüdischer Kultur in Galizien

Unser Programm beginnt in Sandomierz an der Weichsel mit einem Überblick der Thematik und einem Lehrstück zu christlichen Mythen über jüdische Ritualmorde.
Wir fahren weiter über Bi?goraj und Tarnogród nach Sieniawa und denken uns hinein in die Welt des jiddischen Schtetls, wie sie der berühmte galizisch-jüdische Autor Singer beschreibt. Wie war diese Kultur wirklich? Und war sie ein integraler Bestandteil der polnischen Kultur?
Die nächste Station ist ?a?cut. Wie war die Rolle der Juden in der polnischen Adelsrepublik, einem Staat, der für uns Deutsche nicht so ohne weiteres verständlich ist ...
Wir werden in Strzy?ów und Bobowa etwas über die Ursprünge des Chassidismus erfahren, der sich von hier aus unter den mitteleuropäischen Juden ausbreitete.
Die Veranstaltung endet in Kraków, der alten Hauptstadt der galizischen Juden und der kulturellen Hauptstadt Polens.
Fast jeden Tag wechseln wir den Ort. Wo die touristische Infrastruktur noch nicht ausgebaut ist, gibt es Einschränkungen des Komforts. Belohnt werden wir mit der Entdeckung eines Teils Polens und Europas, der deutschen Reisenden bisher weitgehend unbekannt ist.

Dauer: 9 Tage
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8. Auf den Spuren von Paul Celan, Joseph Roth, Bruno Schulz, Rose Ausländer u.a.

Das historische Galizien und die Bukowina, in denen einst Ukrainer, Polen, Deutsche, Russen, Juden und sogar Armenier lebten, sind für immer von der Landkarte verschwunden. Das jahrhundertelange Miteinander der verschiedenen Kulturen, Religionen und Sprachen endete mit Krieg, Vernichtung, Vertreibung, Heimatlosigkeit, Vergessen...
Geblieben ist jedoch eine einzigartig reiche Literatur, die in ihrem Ringen um Menschlichkeit und Toleranz mit den Namen so unterschiedlicher Autoren wie Paul Celan, Joseph Roth, Rose Ausländer, Manes Sperber, Karl Emil Franzos, dem polnischen Schriftsteller Bruno Schulz oder dem ukrainischen Dichter Iwan Franko verbunden bleibt.
Die Studienreise in die heutige Westukraine lädt dazu ein, eine Grenzlandschaft des alten Europas auf den Spuren dieser Schriftsteller, ihrer Lebens- und Wirkungsstätten wieder zu entdecken.
In Begegnungen mit "Menschen und Büchern" (Celan), in den Erzählungen und Berichten älterer Zeitzeugen, engagierter Künstler, Publizisten und Historiker wird aber nicht nur die Vergangenheit wieder lebendig, sondern auch die ukrainische Kultur der Gegenwart erfahrbar.

Dauer: 10 Tage
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9. Auf den Spuren von Marc Chagall – Ostjudentum in Weißrussland

In den unverwechselbaren Bildern des jüdischen Malers Marc Chagall mit der ihnen eigenen märchenhaften Poesie und leuchtenden Zauberkraft der Farben begegnet der Betrachter immer wieder der faszinierenden Welt der Stadt Witebsk.
Die von Chagall auf unsterbliche Weise festgehaltene Welt des jüdischen Schtetls und deren Untergang durch Stalinismus und Nationalsozialismus sind weitere Aspekte der Fahrt. Wir treffen auf Spuren der Vernichtung jüdischen Lebens, erkunden aber auch die Anzeichen eines Neubeginns jüdischer Kultur.

Dauer: 9 Tage
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