Trainings in Antirassismus & Zivilcourage

Rassismus und Gewalt lassen uns oft sprachlos. Zur Vorbereitung auf antirassistisches Engagement bieten wir daher drei verschiedene Trainingsseminare an.

Zivilcouragetraining

Im Mittelpunkt des Zivilcouragekonzepts steht die gewaltfreie Auseinandersetzung mit physischer Gewalt. Gewalt und rassistische Sprüche können sich oft nur deshalb ausbreiten, weil ihnen nicht widersprochen wird. Daher ist es wichtig, sich auf solche Situationen vorzubereiten. Im Rahmen des Trainings lernen die TeilnehmerInnen in Übungen und Rollenspielen ihre eigenen Reflexe kennen. Auf dieser Grundlage werden dann in Zusammenarbeit mit der TrainerIn eigene Strategien und Verhaltensweisen entwickelt und im geschützten Rahmen der Gruppe erprobt. Zivilcouragetrainings stehen in der langen Tradition der Deeskalationstrainings, die ihren Ursprung in den Vorbereitungstrainings für gewaltfreie Aktionen von Mahatma Gandhi und der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung hatten. Später wurden diese Konzepte erfolgreich für die Reduzierung von Straßengewalt in US-amerikanischen Städten und gegen sexuelle Übergriffe weiterentwickelt. Seit der Welle rassistischer Gewalt in Deutschland am Anfang der neunziger Jahre ist das Konzept der Zivilcourage- oder Deeskalationstrainings auch hierzulande weit verbreitet und erprobt. Zivilcouragetrainings dauern üblicherweise ein bis drei Tage und können auch gut zur Vorbereitung konkreter Aktionen genutzt werden, indem zum Beispiel Argumentationstrainings und Übungen zum Umgang mit problematischen Passanten eingebunden werden.

Anti-Rassismus-Training

Im Anti-Rassismus-Training steht der eigene Umgang mit Rassismus im Mittelpunkt: Wie funktioniert Rassismus? Wie gehe ich selber mit Rassismus um? Von der Schwierigkeit, nicht rassistisch zu sein.

Im Training werden die TeilnehmerInnen mit alltäglichem Rassismus konfrontiert und lernen ihr eigenes Verhalten daraufhin zu hinterfragen. Im Unterschied zu Zivilcouragetrainings geht es also nicht darum, eine Situation zu deeskalieren, sondern sich mit dem Problem alltäglicher rassistischer Diskriminierung intensiv auseinander zu setzen. Auf der Grundlage eines tieferen Erlebens und Verständnisses von Rassismus können die TeilnehmerInnen dann eine konkrete antirassistische Utopie entwickeln.

Seitdem Anita Kalpaka Mitte der achtziger Jahre die "Schwierigkeit nicht rassistisch zu sein” beschrieb, ist die Diskussion über Rassismus auch ins Bewusstsein vieler "weißer Deutscher” eingedrungen. Auch die interkulturelle Pädagogik kommt langsam zur Auffassung, dass nicht kulturell vermittelte Vorurteile, sondern alltägliche Diskriminierung und kulturalisierte Ungleichheit bekämpft werden müssen.

Anti-Rassismus-Trainings zielen für uns auf die konkrete Entwicklung einer Ideologie der Gleichheit. Hierzu bieten unsere Trainer verschiedene Module und Übungen an, die auch in andere Seminare eingebunden werden können. Daneben bieten wir mit blue eye und betzavta zwei besondere Trainingsformen an.

Wie gründe ich eine Gruppe gegen Rassismus und Neonazis?

Die wichtigste Unterstützung für gesellschaftliches Engagement des Einzelnen ist eine Gruppe, in der er oder sie aufgehoben sind und gemeinsame Stärkung und Motivation erfahren. Daher bieten wir eine Projektwerkstatt, in der wir den Prozess einer Gruppengründung durcharbeiten und erste gemeinsame Aktionen planen. Entscheidungsfindung, der Gruppenprozess und Öffentlichkeitsarbeit werden ebenso bearbeitet wie Probleme der Gruppendynamik.
Die Idee spezieller Seminare zur Unterstützung von Gruppengründung baut auf den Erfahrungen des Community-Organizing auf, das vor allem in den USA weite Verbreitung gefunden hat. Im Umfeld des IBB sind nach Studienreisen und Projekten oft Gruppen und auch Organisationen entstanden, die den internationalen Kontakt zum Anlass für eigenes Handeln und Helfen genommen haben. Insbesondere Jugendlichen fehlte bisher aber häufig die Erfahrung, solche Ideen zielstrebig umzusetzen, so dass solche Initiativen meistens schnell wieder einschliefen.

Wir bieten hierzu Module von einer zweistündigen Moderation bis zur dreitägigen MultiplikatorInnenschulung an. Für eine Standard Projektwerkstatt sollte mindestens ein Tag eingeplant werden.

Unsere TrainerInnen

Wir arbeiten mit einer Reihe von TrainerInnen aus verschiedenen regionalen und überregionalen Zusammenschlüssen in NRW, Baden Württemberg und Berlin-Brandenburg zusammen. Diese TrainerInnen haben sich in berufsbegleitenden Fortbildungen für die Trainingsarbeit qualifiziert und verfügen über mehrjährige Erfahrung in der Durchführung vergleichbarer Seminare. Ein Teil unserer TrainerInnen arbeitet hauptberuflich in der Jugendarbeit, andere TrainerInnen leben hauptberuflich von der Seminararbeit.

Für Standardseminare können wir Ihnen auch kostengünstigere Lösungen mit anderen freiberuflichen MitarbeiterInnen des IBB anbieten. Diese Studierenden wurden von uns im Rahmen eines einwöchigen Grundkurses ausgebildet und arbeiten ständig im IBB-Team mit, in dessen Rahmen weitere Fortbildungen durchgeführt werden.

Bei der Auswahl der TrainerInnen für Ihr Seminar achten wir darauf, Ihre besonderen Anforderungen und den persönlichen Stil sowie das Erfahrungsprofil der TrainerIn effektiv zusammenzubringen.


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