Verständigung & Versöhnung

Bei Veranstaltungen in der IBB "Johannes Rau" wie auch in der Geschichtswerkstatt kommt es immer wieder zu Begegnungen, bei denen das Erinnern der Geschichte im Vordergrund steht. Lernen aus der Geschichte soll Versöhnung möglich machen und erleichtern. Zeitzeugen sprechen in Belarus und Deutschland mit Jugendlichen, die Geschichtswerkstatt fördert Erinnerung und Lernprozesse.

Unser Programm 2011

Einzelheiten zu den geplanten Seminaren, Konferenzen, Ausstellungen und Aktivitäten erfahren Sie durch Anklicken der jeweiligen Überschrift.

Geschichtswerkstatt Minsk

Die Geschichtswerkstatt ist ein belarussisch-deutsches Projekt, welches im Jahre 2002 durch das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk in Dortmund, die Internationale Bildungs- und Begegnungsstätte „Johannes Rau“ Minsk und den Verband der belarussischen jüdischen Organisationen und Gemeinden ins Leben gerufen wurde. Die Geschichtswerkstatt befindet sich in einem historischen Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen Minsker Ghettos, das ein Lernen aus der Geschichte an authentischen Orten ermöglicht.

Die zentralen Aufgabenbereiche der Geschichtswerkstatt bestehen in der Begleitung und Unterstützung überlebender Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, der Entwicklung und Umsetzung von Programmen der historischen Bildung und der Beförderung neuerer Forschungstendenzen in der belarussischen Kriegs- und Besatzungshistoriographie sowie der deutschen NS-Forschung.

In der Geschichtswerkstatt tagen regelmäßig Gesprächskreise für junge Historiker, Kriegs- und Deutschland-Historiker sowie eine landeskundliche Schule. Dank zahlreicher Ausstellungen, Konferenzen und Publikationen sowie unzähliger Führungen hat sich die Geschichtswerkstatt in den acht Jahren ihres Bestehens viel Anerkennung im Kultur- und Wissenschaftsleben von Belarus und seiner Hauptstadt Minsk erworben. Ihr Arbeit wird auch von Fachleuten in zahlreichen anderen Ländern geschätzt, wie Deutschland, Polen, Israel, Russland und der Ukraine. 

Ort:                      Suchaja-Str. 25
Termin:               ganzjährig
Leitung:              P. Junge-Wentrup, L. Lewin, Dr. V. Balakirew, Dr. A. Sahm, K. Kozak, Kristiane Janeke, O. Jankowitsch

8. Jahrestag der Minsker Geschichtswerkstatt

Die Minsker Geschichtswerkstatt hat es sich zur besonderen Aufgabe gemacht,  dass die nach dem Krieg aufgewachsenen Generationen die individuellen Schicksale von Opfern des Holocaust und der anderen deutschen Kriegsverbrechen kennenlernen können. Denn wenn die Erinnerung mit konkreten Gesichtern verbunden wird, hat sie gute Chancen auf lange Zeit lebendig zu bleiben. Über Einzelschicksalen lässt sich zudem die Komplexität und Widersprüchlichkeit historischer Ereignisse anschaulich vermitteln.

Anlässlich des achten Jahrestags der Eröffnung der Geschichtswerkstatt soll dies exemplarisch am Schicksal der aus Frankfurt am Main nach Minsk deportierten Jüdin Ilse Stein verdeutlicht werden. Ihr Überleben verdankte sie wesentlich dem deutschen Hauptmann Willi Schulz, mit dem sie gemeinsam zu den Partisanen floh. Von der sowjetischen Geheimpolizei nach Sibirien deportiert, lebte sie anschließend bis zu ihrem Tod in Russland.

Bei der Veranstaltung zum Jahrestag wird Johannes Winter aus seiner Biographie „Die verlorene Liebe der Ilse Stein“ lesen ergänzt durch die Berichte von belarussischen Ghetto-Überlebenden und Historikeren.

Ort:                     Geschichtswerkstatt
Termin:              28. März
Leitung:              P. Junge-Wentrup, Dr. V. Balakirew, Dr. A. Sahm, K. Kozak, O. Jankowitsch

Internationale Konferenz

"Topographie des Todes: Ghetto, Konzentrationslager und Einkerkerungsorte auf dem Gebiet von Belarus (1941-1944)“

Während des Zweiten Weltkriegs gab es auf dem Territorium von Belarus rund 300 Orte der Massenvernichtung von verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Mehr als eine Millionen Einwohner starben in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslagern. Das Minsker Ghetto und das Todeslager Trostenez in Belarus gehörten zu den größten Orten der Massenvernichtung in Europa. Viele Juden wurden hierher aus mehreren europäischen Ländern deportiert. Die bereits während der ersten Besatzungsphase in Belarus eingerichteten Inhaftierungsorte wurden vor allem zu Vernichtungsorten für Juden, Kriegsgefangene und Widerstandskämpfer.

Trotz vorhandener Forschungsergebnisse über diese beiden Orte, sind sie in der europäischen Öffentlichkeit bis heute fast unbekannt. Dasselbe gilt für solche Lager, die als Umschlagstellen für die Konzentrationslager Auschwitz, Majdanek, Sobibor, Sachsenhausen, Dachau, Buchenwald u.a. dienten. Auf der Grundlage von Erinnerungen und Erlebnisberichten wird die Konferenz einen Beitrag dazu leisten, die noch immer vorhandenen  "weißen Flecken" der belarussischen Geschichtsschreibung weiter zu erforschen. 

Ort:                     Geschichtswerkstatt
Leitung:              P. Junge-Wentrup, Dr. V. Balakirew, K. Kozak, O. Jankowitsch
Termin:               22. Juni

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